25. MAI 2018

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Fairness bei der Vergabe von Großbrücken


Nach dem Baubeginn der neuen Rheinbrücke Leverkusen fordert Bauforumstahl bei der Ausschreibung und Vergabe von Großbrücken gleiche Wettbewerbsbedingungen für alle Anbieter.

Die Rheinbrücke Leverkusen ist stark überlastet. Nach einigen Reparaturversuchen stand fest, dass die alte Brücke nicht mehr zu retten ist. Bis 2020 soll sie durch zwei neue Brückenbauwerke mit je fünf Fahrstreifen ersetzt werden. Der Spatenstich für den Neubau erfolgte vor einem Monat durch den österreichischen Baukonzern Porr.

Chancengleichheit für Stahlbauunternehmen
Bauforumstahl reagiert mit Unverständnis auf die Ausschreibung und Vergabe der Leverkusener Brücke. „Die Chancengleichheit für Stahlbauunternehmen aus Deutschland war im Vergleich zur internationalen Konkurrenz nicht gegeben“, kritisiert Dr. Bernhard Hauke, Geschäftsführer von Bauforumstahl.

Bei einem fairen Wettbewerb seien die Angebote des deutschen Stahlbausektors konkurrenzfähig, betont Hauke. Wenn jedoch die Qualität des Materials und der Ausführung nicht nach den in Deutschland gültigen Vorschriften bewertet werden und Nachhaltigkeit keine Rolle spielt, ist die Chancengleichheit der Anbieter nicht gewährleistet. „Wir wollen gleiche Wettbewerbsbedingungen für alle“, so Hauke.
 
Diese sechs Kriterien empfiehlt Bauforumstahl bei der Ausschreibung und Vergabe von Großbrücken:

1. Bei den Ausschreibungen sind grundsätzlich die Vergabe- und Vertragsordnung für Bauleistungen und deren Randbedingungen zu berücksichtigen.

2. Die beteiligten Unternehmen sind in der Angebotsabgabe zu benennen und deren Qualifikation nachzuweisen. Dafür sind je nach Projektgröße Präqualifikationsverfahren mit anschließender Zulassung zum Wettbewerb hilfreich.

3. Die Ausschreibungsunterlagen müssen vollständig sein und Auskunft über die Materialverteilung des Behördenentwurfs geben.

4. Die ausgeschriebenen Arbeiten müssen vollständig beschrieben werden. Hierbei ist besonders darauf zu achten, dass die in Deutschland nach Vorschriften geforderten Qualitäten, Materialien und Ausführungsmethoden festgelegt sind. Es muss in der Ausschreibung festgeschrieben sein, dass ausschließlich Q1-Material anzubieten ist.

5. Wenn Stahlkonstruktionen außerhalb des europäischen Wirtschaftsraums gefertigt werden, dürfen die dafür anfallenden Mehrkosten bei der Überwachung nicht zu Lasten des Auftraggebers gehen. Die Kosten müssen auf den Auftragnehmer übergeleitet oder bei der Bewertung der Angebote berücksichtigt werden.

6. Die Ausschreibung sollte auch die Nachhaltigkeit im Fokus haben und die Transportwege berücksichtigen.

Umweltbelastung berücksichtigen
Verglichen mit dem Primärenergiebedarf und dem Treibhauspotenzial pro Tonne Baustahl treten bei langen Transportwegen zusätzliche Umweltbelastungen von rund 30 Prozent auf. Laut BFS kommen bei Lieferungen aus Fernost 42 Prozent CO2 und 35 Prozent Energieverbrauch hinzu. Deshalb müssen die Umweltdaten für lange Transportwege bei der Ökobilanz berücksichtigt werden. Unter Berücksichtigung der ökologischen Belastungen relativiert sich der ökonomische Vorteil von Importstahl oft schnell.

Datum:
24.01.2018
Unternehmen:
Bilder:
dpa, mg kno
Bauforumstahl
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