19. JUNI 2018

zurück

kommentieren drucken  

Eine Zelle, zwei Prozesse


Technik/Schweißen

Der Sondermaschinenbauer Woll stellt nach und nach auf Laserschweißtechnik um, um Fertigungsteile in hoher Qualität zu erzeugen. Dabei will er Schnittstellen reduzieren und Kostenziele einhalten. Bei der Umsetzung hilft Kuka Industries mit einer flexiblen, automatisierten Schweißanlage.
Mehrseitiger Artikel:
1 2  

Auf der Kuka-Schweißanlage werden vor allem Bauteile – meistens aus rostfreiem Edelstahl – für Maschinen und Anlagen für die Medizintechnik bearbeitet. Unternehmen dieser Branche stellen höchste Anforderungen an das zu verarbeitende Material. Nur zertifizierte Unternehmen werden als Zulieferer akzeptiert – so wie Woll Maschinenbau. Das Familienunternehmen hat jahrzehntelange Erfahrung in der Bearbeitung hochlegierter Materialien wie Chrom-Nickel-Stähle und ist als Lieferant von Maschinen und Anlagen für die Medizintechnikbranche etabliert.

Eines der hochsensiblen Bauteile ist die sogenannte ›Produktpalette‹, die innerhalb eines Autoklaven die Produkte aufnimmt. Mit dieser Produktpalette werden medizinische Einmalartikel – etwa mit Flüssigkeit gefüllte Beutel – in Druckbehälter zur Sterilisation befördert und dort in Position gehalten. Hierfür hat Kuka Industries eine roboterbasierende Lösung entwickelt, die die Schweißprozesse bei Woll optimiert und die Ausbringungsleistung steigert. Um eine 100-prozentige Reproduzierbarkeit zu gewährleisten, ist ein hohes Maß an Präzision gefragt.

Die Laserzelle ›Kuka Flexiblecell‹ ermöglicht es, zwischen unterschiedlichen Verfahren – hier zwischen Laser- und WIG-Schweißen – zu wechseln. Der Roboter wird dazu mit dem passenden Schweißequipment ausgerüstet. Der Austausch der Schweißköpfe kann manuell oder automatisch erfolgen.
Durch die Kombination der Schweißverfahren kann Woll je nach Anwendung die Vorteile beider Verfahren nutzen. So ist das Laserschweißen deutlich schneller. Dem Werkstück wird weniger Wärme zugeführt, dadurch verformt es sich kaum und es muss weniger nachbearbeitet werden. Dank der Zeitersparnis beim Laserschweißen ist die Produktionszeit kürzer. Durch den Wechsel auf das WIG-Schweißverfahren wiederum lassen sich größere Spaltbreiten zwischen den zu verschweißenden Teilen überbrücken. »Durch die Automatisierung können wir jetzt ein gleichmäßigeres Nahtbild erzielen«, sagt Johannes Burg, verantwortlich für die automatisierten Schweißverfahren bei Woll. Vor allem nach dem Laserschweißen seien die Sichtnähte gefälliger als zuvor.

Schritt für Schritt zur Lasertechnik

Für Woll hat der flexible Wechsel zwischen den beiden Prozessen einen weiteren Vorteil: Es ermöglicht einen allmählichen Übergang in die Lasertechnik. Der Sondermaschinenbauer verschweißte seine Bauteile bislang per Hand. Waren Bauteile mit dem Laser zu schweißen, wurden diese Arbeiten an andere Unternehmen übergeben. Da die Lasertechnik jedoch teilweise eine andere Konstruktion der Bauteile erfordert, ist es nicht möglich, alle Prozesse sofort umzustellen. Bei Bauteilen, bei denen das Laserschweißen noch nicht möglich ist, kann Woll daher ganz einfach das Verfahren in der Zelle wechseln.

Die kompakte Anlage ist nicht nur im Hinblick auf den Schweißprozess flexibel, sondern auch bei der Handhabung der Bauteile. So können die zu verschweißenden Bauteile je nach Größe oder Komplexität der Bearbeitung auf unterschiedliche Weise zugeführt werden: zum einen von einem abgesicherten Einlegebereich außerhalb der Zelle über einen Drehtisch, zum anderen manuell über ein Schiebetor direkt in den Arbeitsbereich des Roboters.


Mehrseitiger Artikel:
1 2  
Ausgabe:
bbr 07/2017
Unternehmen:
Bilder:
Kuka Industries

kommentieren drucken  


ANZEIGE

 

 
» Finden Sie weitere Fachartikel in unserem Artikelarchiv

  Jetzt Newsletter
abonnieren!


Themenvorschau bbr (PDF)

bbr Bänder Bleche Rohre - Themenvorschau

   Themenvorschau 5-2018

bbr Sonderhefte und Supplements