16. AUGUST 2018

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Perspektive 2020


Innentitelstory

Wer schnell wachsen will, kommt mit den alten Strukturen meist nicht mehr weit. Der Lager-, Logistik- und Automationsspezialist STOPA wächst schnell, zuletzt durchschnittlich zehn Prozent in den letzten drei Jahren. Der geschäftsführende Gesellschafter Wolfgang Kienzler, Geschäftsführer Edgar Börsig und Michael Reichlin, Leiter Vertrieb und Marketing, verraten, was sie vorhaben.
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Stopa gehört zu den führenden Herstellern von Hochregallagersystemen und wächst stark. Wie haben Sie sich diese Marktposition erarbeitet?

Wolfgang Kienzler: Das Unternehmen wurde 1963 gegründet und ging 1965 in Betrieb, und zwar als Hersteller von Heizkesseln. Nach anfänglichen Erfolgen musste man aber in der ersten Ölkrise den Heizkesselbau aufgeben, weil man gegen die Großen der Branche keine Chance hatte. Die Schweißkapazitäten, die man sich aufgebaut hatte, konnte man jedoch anderen Unternehmen anbieten, so dass das Geschäft weiterlief. Anfang der 70er begann Stopa auch mit der Entwicklung und Produktion von Blech- und Langgutlagern, damals schon verbunden mit der Idee, sie mit einer automatischen Teilezufuhr zu kombinieren.

Edgar Börsig: An dieser Stelle muss man das Unternehmen Trumpf erwähnen, das das Thema Automation ebenfalls entdeckt hatte und in Stopa einen Partner fand, dessen Anlagen die Bearbeitungsmaschinen mit Blechen versorgten. Die Zusammenarbeit begann 1985 und hält bis heute an. Trumpf als Generalunternehmer kombiniert seine Anlagen hauptsächlich mit Stopa-Lagern und -Systemen.

Michael Reichlin: Trumpf und Stopa haben eine gleiche Sicht der Dinge: Eine saubere Kosten- und Amortisationsrechnung ist nur möglich, wenn man die Vorproduktversorgung der Maschinen und die Auslagerung der Zwischen- und Endprodukte miteinbezieht.
Die Automation macht das Lagersystem immer wichtiger: Wenn eine von, sagen wir, vier Maschinen ausfällt, können immer noch drei weiterarbeiten. Wenn das Lagersystem, etwa das Regalbediengerät (RBG), ausfällt, steht die ganze Produktion.

Besteht diese Exklusivität auch umgekehrt?

Wolfgang Kienzler: Wir können uns unsere Kunden nur frei suchen, wenn wir keine Maschinenanbindung einer Trumpf-Maschine haben. Für Trumpf sind wir ein A-Lieferant, jedoch ist Trumpf frei in seinen Entscheidungen, aber die Zusammenarbeit funktioniert seit über 30 Jahren sehr gut. Anlagen und Steuerungen sind aufeinander abgestimmt, so dass unser Partner keine Notwendigkeit sieht, sich anderweitig umzusehen.

Edgar Börsig: Trumpf ist zwar mit Abstand unser wichtigster Auftraggeber, den wir keinesfalls verlieren wollen.

Wir wollen und können uns aber auch in anderen Geschäftsbereichen stabil aufstellen. Zumal wir ja nicht nur das Produktsegment automatische Lager für flache und lange Güter haben, sondern auch ganze Autos ›lagern‹ können.

Wie bitte?

Edgar Börsig: Witzigerweise kam der Anstoß von einem der früheren Heizkesselbau-Konkurrenten – man kannte sich halt –, dem der Platz für die Mitarbeiterfahrzeuge ausging: Mitte der 90er haben wir ein Parkhaussystem entwickelt, das den Platz besser nutzt als ein herkömmliches Parkhaus, in dem der Fahrer einen Platz suchen muss, der breit genug zum Aus- und Einsteigen ist. Unser System übernimmt den Wagen an einem Terminal und liefert ihn später wunschgemäß und wohlbehalten wieder ab. Im Grunde handelt es sich um ein Lagersystem mit einem Regalbediengerät für Autos. Der Anlagenbetreiber profitiert davon, dass er die Fahrzeuge um 50 bis 100 Prozent dichter stellen kann, der Fahrer spart sich Zeit und Ärger. Dieses System ist nicht nur für öffentliche Parkhäuser vor allem in Innenstädten interessant, sondern auch für Behörden und Industriebetriebe. Wir sehen für diese Systeme – nicht nur im Zusammenhang mit dem kommenden autonomen Fahren – eine große Zukunft.


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