11. DEZEMBER 2018

zurück

kommentieren drucken  

E-Bike-Antriebswelle berührungslos fertigstellen


Die Technik von E-Bikes wird komplexer, gleichzeitig steigen die Stückzahlen an. Ein weiteres Ziel der Entwickler sind leichtere E-Antriebe. Ein E-Bike-Zulieferer nutzt für die schnelle, präzise Herstellung dünnwandiger E-Bike-Antriebswellen die elektrochemische Metallbearbeitung (ECM).

720.000 E-Bikes wurden alleine in Deutschland im vergangenen Jahr laut Zweirad-Industrie-Verband (ZIV) verkauft – ein Zuwachs von 19 Prozent. In ganz Europa steigen die Stückzahlen in ähnlicher Größenordnung an. Experten gehen davon aus, dass mittelfristig jedes zweite verkaufte Fahrrad einen Elektroantrieb aufweist. Was bedeutet diese Entwicklung für die Produktion?

Eine Antwort auf diese Frage geben aktuell die Planer eines Zulieferunternehmens: Bei der Produktion einer zentralen Antriebswelle setzen sie auf die elektrochemische Metallbearbeitung von Emag – ein Verfahren, das in der Luffahrt, dem Nutzfahrzeug- und Pkw-Bau häufig eingesetzt wird. Hier sorgt es für die effiziente Herstellung komplexer Bauteilen mit hohen Qualitätsanforderungen – und genau diese Kriterien zeichnen auch die E-Bike-Welle aus.

Dünnwandig konstruiert
Sie weist eine kleine Außenverzahnung sowie eine Querbohrung auf und ist sehr dünnwandig konstruiert. Erschwerend kommt hinzu, dass der Bohr- sowie ein zusätzlicher Räumprozess am gehärteten Bauteil erfolgen müssen – und das natürlich ohne jeden Verzug. Speziell dafür entwickelten die Spezialisten von Emag mit Sitz in Gaildorf bei Schwäbisch Hall eine passgenaue Produktionslösung.

In einer CI-Maschine läuft das ECM-Bohren und ECM-Räumen hintereinander ab. Während des Prozesses fließt zwischen dem Werkstück (der positiven Anode) und dem Werkzeug (der negativen Kathode) eine Elektrolytlösung. Dabei lösen sich Metallionen vom Werkstück ab. Die Materialha?rte hat keinen Einfluss auf Vorschub oder Präzision.

Berührungsloses Verfahren
„Das Verfahren erfolgt komplett berührungslos“, erklärt Daniel Plattner vom Technischen Vertrieb bei Emag. „Die hohe Standzeit der Werkzeugkathode sorgt für sinkende Kosten in der Produktion.“ Zusätzlich ist es wichtig, dass Oberflächen mit hoher Güte entstehen – weitere Entgratprozesse entfallen bei dem spanlosen Verfahren. Zudem entstehen während des ECM-Bohrens keine Grate oder Bohrkappen.

Wichtig bei der Etablierung dieser Technik ist das Know-how des beteiligten Maschinenbaus. Emag setzt auf ein modulares Konzept, bei dem Generatortechnik, Elektrolyt-Management-System, Werkzeuge und Automation individuell konfiguriert werden. So wird bei der Produktion der E-Bike-Welle ein Werkzeugsystem mit fünf aktiven Kathoden verwendet, mit denen fünf E-Bike-Wellen parallel fertiggestellt werden. Außerdem sparen Anwender teure Aufstellfläche ein, weil die Technik nur eine Fläche von 5,5 Quadratmetern inklusive Filtration einnimmt.

Dafür haben die Ingenieure den Grundaufbau der Maschine sowie die Größe von Schaltschrank und des Elektrolytmanagementsystems optimiert. Nicht zuletzt ist die Technik sehr flexibel. So kann zum Beispiel die Taktzeit durch skalierbare Vorrichtungen verändert, eine Aufrüstung zur Vollautomation ausgeführt oder die Maschine mit weiteren Emag-Maschinen verkettet werden.

Im Fokus der E-Mobilitäts-Branche
Die elektrochemische Metallbearbeitung ist auf dem Markt zunehmend erfolgreich. Gerade ihre Prozesssicherheit spielt dabei eine entscheidende Rolle. Denn beim Räumen, Bohren und Entgraten per ECM ist eine gleichbleibend hohe Qualität garantiert – auch bei gehärteten Bauteilen. „Vor diesen Hintergrund haben wir gerade aus der E-Mobilität-Branche zahlreiche Anfragen vorliegen“, sagt Daniel Plattner. „Angesichts der wachsenden Stückzahlen rückt unsere Technologie immer stärker in den Fokus.“

Datum:
26.11.2018
Unternehmen:
Bilder:
Emag
Emag
Emag
Emag

kommentieren drucken  


ANZEIGE

 

 
» Finden Sie weitere Produktmeldungen in unserem Produktarchiv

  Jetzt Newsletter
abonnieren!


Themenvorschau bbr (PDF)

bbr Bänder Bleche Rohre - Themenvorschau

   Themenvorschau 8-2018

bbr Sonderhefte und Supplements