Sichere Verbindungen

Kurze Wege waren kennzeichnend für die Aufgabe, die ASK für die Stauff-Gruppe erledigte: Der Hydraulik-Dienstleister verrohrte für Stauff einen Prüfstand für die Impulsprüfung von Schlauchleitungen.

01. November 2018
Mit Stauff-Form hat Stauff ein Verbindungssystem für anspruchsvolle Anwendungen entwickelt. (Bild: ASK)
Bild 1: Sichere Verbindungen (Mit Stauff-Form hat Stauff ein Verbindungssystem für anspruchsvolle Anwendungen entwickelt. (Bild: ASK))

Zum Prüfprogramm, das die Stauff-Gruppe in seinem Technologiezentrum durchführt, gehören diverse Dauer- und Belastungstests konfektionierter Schlauchleitungen. Die Schläuche werden dabei ohne Biegung einer ständig wechselnden Belastung zwischen fast drucklosem Zustand und Druckbeanspruchung (in der Regel 20 bis 33 Prozent über dem Betriebsdruck) ausgesetzt – bei einer Lastwechselhäufigkeit von ±0,25 Hertz. Gemessen wird die Zahl der Lastwechsel bis zum Ausfall der Schlauchleitungen.

Dynamische Impulsprüfungen von Schlauchleitungen

Da in der Praxis die Schläuche allerdings auch noch Biegebelastungen aushalten müssen, wird zudem der sogenannte Omega-Test oder der Half-Omega-Test vorgenommen. Bei diesen Tests wird eine Schlauchleitung bei genau definierten Druckwechselbelastungen wechselnden Biegebelastungen ausgesetzt. Damit wird sowohl die Haltbarkeit des Schlauchs als auch die Dichtigkeit der Verbindungselemente unter realitätsnahen Bedingungen bei dynamischen Anwendungen nachgewiesen.

Für diese Aufgabe betreibt Stauff in seinem Technologiezentrum mehrere Prüfstände, von denen kürzlich einer im Zuge eines Umbaus umfassend modernisiert und mit neuen Rohrleitungen ausgestattet wurde. Mit dieser Aufgabe hat Stauff das Unternehmen ASK Hydraulik in Plettenberg beauftragt.

Zu den Kernkompetenzen von ASK gehört die fachgerechte Verrohrung von Hydraulikanlagen. Dirk Schaaf, einer der beiden Geschäftsführer von ASK: „Unsere Servicetechniker verrohren auch komplexe Anlagen vor Ort. Das gilt für Neuanlagen ebenso wie für Umbau- und Reparaturarbeiten. Neben Schweiß- und Schneidringverbindungen nutzen wir – insbesondere bei anspruchsvollen Anwendungen – Rohrumformsysteme. Häufig ergänzen wir diese Dienstleistungen mit unserem Schlauchservice.“

Premiere für Montagemaschine

Die Verrohrung der Prüfanlage bei Stauff war für alle Beteiligten etwas Besonderes, weil sowohl das verwendete Verbindungssystem als auch die Montagemaschine von Stauff stammen und somit im eigenen Hause eingesetzt wurden. Dirk Schaaf: „Wir hatten zwei ältere Umformmaschinen eines anderen Herstellers im Einsatz, die wir zu Beginn des Jahres durch zwei Stauff-Form-Maschinen der neuesten Generation ersetzt haben.“

Eine zuverlässige Verbindung im Prüfanlagenbau

Damit war auch der Wechsel zu dem Umformsystem verbunden, mit dem Stauff sein Komplettangebot der Rohrverbindungstechnik um die „Königsklasse“ erweitert. An das Ende eines nahtlos kaltgezogenen Präzisionsstahlrohres oder Edelstahlrohres wird in einer elektrohydraulischen Maschine eine Kontur angeformt. Auf das Rohrende wird der Stauff-Formring mit fest verbundener Elastomerdichtung aufgeschoben.

In Kombination mit einem herkömmlichen Verschraubungskörper mit 24-Grad-Innenkonus und einer Überwurfmutter entsteht so eine formschlüssige Verbindung, die am einzig möglichen Leckagepfad sicher, dauerhaft und wartungsfrei abdichtet. Die Dichtwirkung wird vom Systemdruck der Hydraulikanlage unterstützt, sodass das neue Rohrumformsystem hervorragend für Hochdruck-Anwendungen oder für wechselnde Druckbelastungen geeignet ist.

Bedienergerechte und sichere Montage

Stauff Form wurde mit Blick auf anspruchsvolle Anwendungen in der Stationär- und Mobilhydraulik entwickelt, bei denen eine extrem leistungsfähige Hydraulik mit hohen Drücken unter widrigen Bedingungen wie Vibrationen und Stoßbelastungen arbeitet.

Bei der Montage des Systems profitiert der Anwender von einem kurzen Montageweg: Er muss die Überwurfmutter nur um 15 bis 20 Grad anziehen – ohne Umsetzen des Schlüssels und mit geringem Kraftaufwand. Ein deutlich spürbarer Drehmomentanstieg signalisiert das Montageende, sodass Über- und Untermontagen nahezu ausgeschlossen sind.

Umformmaschine für den flexiblen Einsatz

Kern des neuen Systems bildet die Rohrumformmaschine. Sie ist kompakt, geräuscharm und einfach zu bedienen. Ein Wechseln der Formstutzen bei Änderung der zu verarbeitenden Rohrdurchmesser lässt sich im Handumdrehen, über einen Bajonettverschluss, erledigen. Damit eignet sich die Maschine bestens für die Teilautomation kleiner Losgrößen, wie sie bei der Vor-Ort-Verrohrung typisch sind.

Eine dieser Maschinen kam nun – mit dem mobilen Rohrleitungsmontage-Service von ASK – zurück ins Entwicklungszentrum von Stauff. Alexander Becker, Hydraulik-Fachmonteur bei ASK, verbaute an der Omega-Prüfanlage insgesamt rund 50 Meter Stahlrohr in den Nennweiten DN 8, 16 und 20. Dabei wurden rund 60 Verbindungen mit Stauff-Form umgesetzt, wobei die Rohre zunächst gebogen und dann umgeformt wurden.

Grund für den Einsatz von Stauff Form bei dieser Anlage war unter anderem die Tatsache, dass während der Impulsprüfung der Systemdruck der Hydraulik sehr schnell wechselt. Entsprechend stark werden die Rohrleitungen belastet, die den Testschläuchen das Druckmedium in rascher Pulsationsfrequenz und mit einem Maximaldruck von 160 bar zuführen. Für solche Anwendungen wurde Stauff Form entwickelt.

Gute Erfahrungen mit dem neuen Umformsystem

Die ersten Erfahrungen von ASK sind durchweg positiv. Alexander Becker: „Die Performance der Maschine ist wirklich gut. Sie lässt sich einfach bedienen und liefert reproduzierbare Ergebnisse.“ Der einzige Kritikpunkt: Becker wünscht sich weniger Betätigungsabfragen, um die Montage noch schneller erledigen zu können. Aber als erfahrener Hydraulikmonteur ist das kein Problem.

Dirk Schaaf sieht weiteres Potenzial: „Wir planen zurzeit weitere Projekte mit den beiden Umformmaschinen und Stauff Form und werden das System auch in Anwendungen nutzen, bei denen wir bislang andere Verbindungsarten eingesetzt haben.“