27. MAI 2018

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Aus eins mach zwei


HydroGear-Modul erzeugt aus der Einfachwirkung des Antriebs eine für das Tiefziehen erforderliche Zweifachwirkung

Die Blechumformung tiefer rotationssymmetrischer Teile erfordert bis heute aufwendige Pressentechnik. Bei Überschreitung der Grenzziehverhältnisse muß darüber hinaus in kostenintensive Folgewerkzeuge investiert werden. Anders bei der HydroGear-Technologie. Dieses von der H&P Systec GmbH aus Schwäbisch Gmünd zum Patent angemeldete Verfahren erlaubt es, Mehrfachzüge im Gesamtverbund in einer Operation durchzuführen.

Der 1998 entwickelte horizontale Umformautomat H&P 100-600 setzt neue Maßstäbe für die kostengünstige Produktion von Ziehteilen. Kernstück ist ein hydraulisches Getriebesystem, welches sich als wirtschaftliche und leistungsfähige Alternative zur herkömmlichen Fertigung von Folgezügen bewährt hat. Die Maschine wird seit April 1999 bei einem innovativen deutschen Druckbehälterhersteller anstatt herkömmlicher Transferpressentechnik für die Serienproduktion eingesetzt. Generell umfaßt das Spektrum dieser Fertigungstechnologie Stahl- und Aluminiumbauteile für die Fahrzeug- und Druckbehälterindustrie sowie Edelstahlteile für die Haushaltswarenindustrie.



Modul erzeugt Zweifachwirkung
Das patentierte HydroGear-Modul erzeugt aus der Einfachwirkung des Antriebs eine für das Tiefziehen erforderliche Zweifachwirkung. Außerdem werden mit diesem System bis zu drei Zugoperationen im Gesamtverbund in einem Arbeitsgang ausgeführt.

Die Maschine bietet den zusätzlichen Vorteil, alternierend bei jedem zweiten Ziehteil eine Bodenlochung einzubringen.

Durch ein patentiertes Zentriersystem können unterschiedliche Rondendurchmesser in einem Aktivwerkzeugsatz verarbeitet werden. Dadurch werden bei gleichem Endkonturdurchmesser unterschiedlich hohe Ziehteile erzeugt. Das integrierte Werkzeugschnellspannsystem macht die Maschine sehr flexibel, wenn zum Beispiel das Werkzeug bei anderer Produktgeometrie gewechselt werden muß.

Durch die flurebene Aufstellung des Automaten kann auf den sonst üblichen Pressenkeller verzichtet werden. Die geringe Bauhöhe und der minimale Platzbedarf machen praktisch jeden Aufstellort möglich. Durch die horizontale Fertigungsachse ist die Maschine mit geringem Aufwand auf die doppelte Ausbringungsleistung bei gleicher Antriebsleistung nachzurüsten. Dieses Konzept wird über die spiegelbildliche Anordnung einer zweiten Arbeitseinheit realisiert.



Innovative Konstruktion senkt Betriebskosten
Das einfachwirkende horizontale Wirkprinzip der Grundmaschine ermöglicht deutliche Kostenvorteile im Vergleich zu konventionell arbeitenden vertikalen Pressen. Die innovative Konstruktion des hydraulischen Getriebes senkt die Betriebskosten im Vergleich zum Energiebedarf einer doppeltwirkenden Tiefziehpresse erheblich.

Im direkten Vergleich ist der Gesamtverbundwerkzeugsatz für einen Zweifachzug gegenüber einem Folgewerkzeugsatz um den Faktor zwei preiswerter. Der Wartungs- und Installationsaufwand wird durch optimierte Bauweise und minimierten Steuerungsaufwand drastisch reduziert. Zusätzlich sind die H&P-Systeme in ihrer horizontalen Wirkungsweise mit einfachen Mitteln und damit äußerst preiswert zu automatisieren.

Die Werkzeugspezialisten von H&P Systek GmbH gehen beim Einsatz dieser neuen Technologie noch einen Schritt weiter. Das Mehrfachzugprinzip konnte in der Vergangenheit erfolgreich in der Verfahrenskombination mit Hydroforming und Kunststoffspritzgießen eingesetzt werden.





Ausgabe:
bbr 09/1999
Unternehmen:
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