19. JUNI 2018

zurück

kommentieren drucken  

Optimale Kante


Schneiden und Schweißen

Ein Schweißkantenformer mit Eigenantrieb von Trumpf erhöht die Produktivität des Stahlmanschetten-Spezialisten Waffenschmid.

Saubere Kanten an ihren Blech-Manschetten und -Muffen sind für die Waffenschmid Apparatebau GmbH das A und O. Diese Kernprodukte des Langenbrettacher Unternehmens werden an Vortriebsbetonrohren eingesetzt, die mehr als drei Meter Durchmesser haben können. Um dem Stahlblech optimale Kanten zu verpassen, setzt Waffenschmid seit rund 25 Jahren bevorzugt Schweißkantenformer von Trumpf ein. Mitte 2009 kaufte Friedrich Waffenschmid den neuen Trutool TKF 1500 mit Eigenantrieb und zeigt sich durchwegs zufrieden: »Wir sind damit noch schneller und produktiver geworden.«

Lange Erfahrung mit Blech

Der Umgang mit Metall und Blech hat bei den Waffenschmids in Langenbrettach bei Heilbronn eine lange Tradition. Schon in früher Zeit müssen wohl Waffenschmiede den Familiennamen geprägt haben. Dokumentiert ist jedoch, dass bereits Anfang des 19. Jahrhunderts die Familie Waffenschmid einen Betrieb gründete, der neben Hufeisen auch Ackerwerkzeuge aus Blech herstellte. Heute sind Produkte und Kunden andere – Familie Waffenschmid arbeitet aber noch immer mit Blech. Unter Leitung von Schlossermeister und Schweißfachmann Friedrich Waffenschmid stellt das gleichnamige Unternehmen Manschetten und Untermuffen aus Stahl- und Edelstahlblechen für die Betonindustrie her. Diese Produkte bilden die zuverlässige und dichte Verbindung zwischen bis zu vier Meter langen Betonrohren, die als Pipelines tief in der Erde für den sicheren Transport von Abwasser und anderen flüssigen Medien sorgen.

Die bis 300 mm breiten Stahlblech-Manschetten werden mit Durchmessern zwischen 500 mm und 4200 mm gefertigt und sind seit den 90er-Jahren mehr als ›nur‹ abdichtendes Element zwischen den einzelnen Betonrohr-Abschnitten. Denn während früher für die Erstellung der Ver- und Entsorgungsschächte riesige Gräben aufgebaggert wurden, werden heute – ähnlich wie im Tunnelbau – die Leitungen durch die Erde gebohrt. Friedrich Waffenschmid gibt ein Beispiel: »Auf diese Weise hat ein Kunde vor neun Jahren Entsorgungsleitungen in zehn Metern Tiefe unter dem Neckar verlegt.«

Das technische Prinzip ist folgendes: Die Vortriebsmanschetten von Waffenschmid werden auf eine Stirnseite der Rohrleitungsabschnitte aufgesetzt und mit einbetoniert. Mit der Manschette voran wird das Betonrohr ins Erdreich getrieben. Auf seiner hinteren Seite befinden sich außen liegend ein oder zwei Gummidichtungen. Bevor das Betonrohr komplett in der Erde verschwindet, wird das nächste nachgeschoben. Nun ist es entscheidend, dass die Vortriebsmanschette des neuen Rohrs sauber über die Gummidichtung des ersten Rohrs gleitet und sie dabei nicht beschädigt. »Das funktioniert nur, wenn das bis zu 30 mm starke Blech eine Phase mit glatter Oberfläche und einer Schräge von mindestens 55° aufweist«, erklärt Waffenschmid und ergänzt: »Mit den Schweißkantenformern von Trumpf können wir diese perfekt herstellen, auch wenn wir das Werkzeug in diesem Fall zweckentfremden.« Am Trutool TKF 1500 kann der Schrägungswinkel zwischen 20° und 55° stufenlos eingestellt werden. In Stahl mit einer Festigkeit von 400 N/mm? lassen sich maximale Fasenlängen bis 15 mm in einem Arbeitsgang abtragen, und die Bleche dürfen eine Materialstärke von 6 bis 40 mm haben.

Perfekte Schweißkanten

Der Langenbrettacher Unternehmer setzt die Trumpf-Werkzeuge natürlich auch ihrem Namen entsprechend ein. Saubere Schweißkanten braucht er sowohl an den Stahlmanschetten, deren Enden nach dem Rundwalzen verschweißt werden, als auch an Filtergehäusen, die er im Auftrag seines Sohnes Gerhard anbringt. Dieser hat in der Nachbargemeinde Hardthausen mit Waffenschmid Metallbau ein eigenes Unternehmen gegründet, das sich auf den Bau von Filtergehäusen und Schweißbehältern aus Stahl und Edelstahl spezialisiert hat. Gerhard Waffenschmid erklärt dazu: »Die Schweißnähte an unseren Produkten, die auch für chemische Flüssigkeiten ausgelegt sind, müssen hundertprozentig dicht sein. Dafür brauchen wir perfekt vorbereitete Schweißkanten, und die bekommen wir von meinem Vater.«

Friedrich Waffenschmid setzt seit rund 25 Jahren auf Schweißkantenformer von Trumpf. Heute verwendet er insgesamt zehn Trutool der TKF-Baureihe – vom kleinen 700er bis zum großen 1500er. Nahezu jeden Tag stoßen seine Mitarbeiter damit dutzende Meter Stahl- und Edelstahlkanten ab.

Entscheidend ist, dass stets oxidfreie und metallisch blanke Kantenoberflächen erzeugt werden, die nicht mehr nachbearbeitet werden müssen. Die Steghöhe bleibt bei der Bearbeitung mit dem Trutool TKF 1500 durchwegs gleichmäßig. Der Schlossermeister erklärt: »Unsaubere Oberflächen können wir uns nicht leisten, und für Nacharbeit bleibt keine Zeit.«

Der Langenbrettacher Unternehmer hat zum Anphasen viele verschiedene Werkzeuge getestet. Die TKF-Baureihe von Trumpf hält er für die wirtschaftlichste und beste Lösung.

Insbesondere der Winkelschleifer schneidet als Alternative in vielen Punkten schlechter ab. Je nach Anwendung brauchen die Mitarbeiter von Waffenschmid damit zwei- bis fünfmal mehr Zeit. Außerdem erzeugen sie eine klar schlechtere Kantenqualität, die stark von der Tagesform des Einzelnen abhängt. Durch den hohen Schleifscheibenverbrauch werden die in der Anschaffung günstigen Maschinen letztlich im Unterhalt sehr teuer, und der unkontrollierbare Funkenflug macht Winkelschleifer zum ungeliebten Werkzeug, vor dem es sich mit Brille, Handschuhen etc. zu schützen gilt. Gründe genug, um Winkelschleifer nur zum Glätten der fertigen Schweißnähte einzusetzen.

Neben den Trutool-Werkzeugen hat Waffenschmid noch eine stationäre Kantenfräse im Einsatz. Für diverse schmale Bleche erfülle sie ihren Zweck, urteilt der Blechspezialist, sie sei aber unflexibel und in der Anschaffung teuer. Dafür attestiert ihr Waffenschmid einen anderen Vorteil: »In der Kantenfräse werden die Bleche automatisch transportiert, was für den Mitarbeiter kraftschonend und angenehm ist.« Genau diesen Vorteil hat jetzt auch der neue Schweißkantenformer Trutool TKF 1500 zu bieten, der mit Eigenantrieb ausgestattet ist.

Eigenantrieb erhöht die Produktivität

Das innovative Werkzeug erlaubt es, ohne große Kraftanstrengung zu arbeiten, und der Umgang damit ist einfach. Bevor Facharbeiter Maqi Zeke den Bearbeitungsprozess startet, stellt er lediglich den Schrägungswinkel, die Fasenlänge und Blechdicke ein. Anschließend schaltet er das Gerät an, setzt es an der Blech-Vorderseite an, und der Bearbeitungsprozess beginnt. Jetzt läuft es alleine und muss bis zum Blech-Ende lediglich überwacht werden.

Dadurch spart der Anwender Kraft und kann laut Hersteller mit einer Arbeitsgeschwindigkeit bis 2 m/min äußerst produktiv unterschiedliche Schweißkanten in hoher Qualität erzeugen. Ein bei Waffenschmid durchgeführter ›Test‹ hat noch höhere Geschwindigkeiten ergeben: Zwölf Meter in gestoppten vier Minuten lassen eher auf 3 m/min schließen. Maschinenbediener Maqi Zeke zeigte sich dabei keineswegs überrascht: »Diese Zeit schaffen wir meistens.«

Lange Haltbarkeit

Von Vorteil ist außerdem die lange Haltbarkeit des Stoßstahls, der in St37-Standardblechen Schweißkanten von etwa 350 m Länge erzeugen kann. Erst dann muss er getauscht werden. Und dabei verliert ein geübter Bediener nur wenig Zeit. »Meine Leute erledigen dies in drei bis vier Minuten«, stellt deren Chef fest.

Peter Klingauf
Freier Fachjounalist aus Augsburg
www.trumpf-powertools.com

Ausgabe:
bbr 01/2010
Unternehmen:
Bilder:

kommentieren drucken  


ANZEIGE

 

Diese Artikel könnten Sie ebenfalls interessieren...

Die Laserpianisten

Die Laserpianisten

Laserschneiden: Prima Industrie kann dank dem Kauf von Finn-Power nun die große Bandbreite der flexiblen Blechbearbeitung abdecken und steigt weltweit zu den ganz Großen auf. » weiterlesen
Mit Leichtigkeit und Stärke

Mit Leichtigkeit und Stärke

Zum 10. Mal wurde der Swedish Steel Prize vergeben. Und die Gewinner kamen diesmal aus — dazu später. Was diese Jubiläumsveranstaltung noch so inspirierend machte? » weiterlesen
Alles auf abwarten?

Alles auf abwarten?

21 Aussteller der Euroblech 2008 schließen den bbr-Messezweiteiler ab. Es wird spannend, was vom damaligen Optimismus der Branche in dieses Jahr hinübergerettet wurde. » weiterlesen
Fließtaktfertigung als Erfolgsmodell

Fließtaktfertigung als Erfolgsmodell

<strong>Spitzenqualität nützt nichts, wenn sie unbezahlbar ist.</strong> Um aber eine Fertigung an einem Standort wie Deutschland oder der Schweiz mit hohen Löhnen und Abgaben zu halten, muss das Produkt ein hervorragendes Preis-Leistungsverhältnis besitzen. Trumpf zeigt, wie sich Spitzenqualität zu vernünftigen Preisen produzieren lässt. » weiterlesen
Der Systementgrater

Der Systementgrater

<strong>Rohre und Profile zu entgraten</strong> kann Zeitaufwendig sein. Was ist zu Tun? Nun, mit dem richtigen Werkzeug geht’s nicht nur wesentlich fixer, sondern auch reproduzierbar. bbr berichtet. » weiterlesen
 
» Finden Sie weitere Fachartikel in unserem Artikelarchiv

  Jetzt Newsletter
abonnieren!


Themenvorschau bbr (PDF)

bbr Bänder Bleche Rohre - Themenvorschau

   Themenvorschau 5-2018

bbr Sonderhefte und Supplements