Der Systementgrater

Spezial

Rohre und Profile zu entgraten kann Zeitaufwendig sein. Was ist zu Tun? Nun, mit dem richtigen Werkzeug geht’s nicht nur wesentlich fixer, sondern auch reproduzierbar. bbr berichtet.

18. März 2009

Dipl.-Ing. Rainer Schmidt, Geschäftsführer von RSA, stellt heraus, warum der Entgrat-Spezialist aus Lüdenscheid seit Jahren auf der Fachmesse Euroblech zu finden ist: »Intensive Beratungsgespräche und Vorführungen rund um das Thema Entgraten. Nach wie vor stellen wir fest, dass in der Vorfertigung zur Entgratung von Rohren und Profilen keine geeigneten Systeme eingesetzt werden, sondern Hilfsmittel wie Schleifband oder Senker. Damit liegen hohe Rationalisierungspotenziale brach«. Als Beispiel nennt RSA einen Hersteller von Landwirtschaftsmaschinen. In der Vorfertigung der Hydraulikrohre wurden bis vor Kurzem die Außengrate mit einer Feile und die Innengrate mit einem Senker entfernt.

Reproduzierbare Ergebnisse

Seit Neuestem setzt das Unternehmen das Entgrat-System Turnamat von RSA ein, hier arbeitet eine Hochleistungsbürste als Werkzeug. Die Hochleistungsbürste beschreibt — außer der rotierenden Bewegung — eine zweite Drehbewegung: Sie rotiert um die eigene Achse. Durch diese zweite Drehbewegung wird eine vollständige Entgratung der Rohr- und Profilkanten gewährleistet, ohne das Werkstück manuell wenden zu müssen.

Die Vorteile, die der Landmaschinenhersteller im Einsatz dieses Systems sieht, liegen in der Reproduzierbarkeit der Entgratergebnisse, einer deutlich vereinfachten Handhabung für den Bediener und einer drastischen Reduzierung der Entgratkosten: Die Entgratzeit pro Stirnseite konnte von 30 auf vier Sekunden reduziert werden. Basierend auf der Tagesproduktion von rund 700 Teilen ergab sich für das Unternehmen eine Amortisationszeit von unter zwei Monaten.

Verkettung

In vielen Bereichen der Vorfertigung, speziell innerhalb der Automobilzulieferindustrie, wo hohe Stückzahlen anfallen, ist die Entgratung mit Hochleistungsbürsten fest etabliert. Gerade für hohe Stückzahlen hat RSA unterschiedliche vollautomatische Entgrat-Systeme entwickelt. Allerdings gibt es auch in diesem Bereich noch Rationalisierungspotenzial.

Dies besteht darin, dass verschiedene Arbeitsschritte miteinander verkettet werden. Die direkte Verbindung von Entgrat-Systemen mit vorgeschalteten Sägen anderer Anbieter oder das Verketten von Reinigungsmodulen mit existenten Anlagen führt zu verkürzten Durchlaufzeiten. »Im Moment spüren wir, dass die Unternehmen, die in der Vergangenheit profitabel gearbeitet haben, nun ihre Mittel investieren in weitere Rationalisierung, um sich für die Zukunft weitere Wettbewerbsvorteile zu sichern«, gibt Rainer Schmidt einen aktuellen Trend wieder. Übrigens, mit einem kostenlosen, mobilen Vorführ-Service gibt RSA die Möglichkeit, im Vorfeld einer Investitionsentscheidung mit eigenen Werkstücken die Entgratverfahren zu testen.

Tiemo Krause

Erschienen in Ausgabe: 1-2/2009