Alles auf abwarten?

Themen

21 Aussteller der Euroblech 2008 schließen den bbr-Messezweiteiler ab. Es wird spannend, was vom damaligen Optimismus der Branche in dieses Jahr hinübergerettet wurde.

18. März 2009

Mögen die Wirtschaftsexperten in den vergangenen Wochen auch zahlreiche Horrorszenarien an die Wand gemalt haben, eines ist klar: Alle aufgezeigten Szenarien müssen ohne Erfahrungswerte auskommen. »Die Finanzkrise ist ohne Beispiel«, so ein Experte, und damit drückt er auch aus, dass alle Vorhersagen auf unsicherem Grund stehen. Inwieweit der Maschinenbau von all dem betroffen ist, offenbart sich nur langsam. Ein Indikator ist der Automobilbau, von dem zahlreiche Zulieferer unserer Branche direkt abhängen. Verunsichert durch die zahllosen Krisenmeldungen halten sich die Konsumenten beim Autokauf zurück und beschleunigen so das Karussell der schlechten Nachrichten. Und selbst der Bundeskanzlerin Angela Merkel sieht man es an: Optimismus sieht anders aus. Doch es gibt inzwischen auch Hoffnungssignale. So etwa der (in den USA) drastisch gesunkene Leitzins oder die Verbilligung von Öl und Benzin, ergo niedrigste Inflationsraten. Zudem haben die Maschinenbauer ihre Lektion gelernt und ihre Unternehmen viel flexi-bler gestaltet. So sagte dazu Dr. Hannes Hesse, Hauptgeschäftsführer des VDMA: »Wir wissen zwar nicht, wie sich die Lage in drei Monaten darstellen wird. Aber wir sind nicht pessimistisch, weil viele Unternehmen glänzend aufgestellt sind.« Der Tenor steht jedenfalls derzeit bei allen eher auf Abwarten. Doch nach gut drei Jahren Boom kann der Peak nach unten vielleicht sogar von kurzer Dauer sein. Dazu bedarf es vielleicht schlichtweg auch positiver Meldungen, wie es sie auf der Euroblech und bei deren Ausstellern jedenfalls im Oktober 2008 noch in großer Zahl gab.

Erik Schäfer

Erschienen in Ausgabe: 1-2/2009