22. OKTOBER 2018

zurück

kommentieren drucken  

Aluminium ist Trumpf


Als Konstruktionswerkstoff ist Aluminium quasi Synonym für automobilen Leichtbau. Dass die Entwicklung nicht stillsteht und das Leichtbaupotenzial des NE-Metalls noch lange nicht gehoben ist, machten Experten aus Wissenschaft und Industrie auf dem Amap Forum in Aachen deutlich.
Mehrseitiger Artikel:
1 2  

Leichtmetalle wie Aluminium und Magnesium sind bestens positioniert, die zunehmenden Anforderungen heutiger und künftiger Fahrzeuggenerationen zu erfüllen: Einhaltung der Emissionsobergrenzen bei Autos mit klassischem Verbrennungsmotor und Forderungen der Verbraucher nach mehr Reichweite bei Elektrofahrzeugen zu bezahlbaren Kosten.

Höhere Festigkeit – geringeres Gewicht
Die Bedeutung von Aluminium als Konstruktionswerkstoff hat kontinuierlich zugenommen. Heute ist ein PKW in Europa im Durchschnitt mit mehr als 150 Kilogramm Aluminium unterwegs, wobei mit knapp 100 Kilogramm der Löwenanteil des NE-Metalls auf Guss für Motor- und Antriebsstrang anfällt sowie auf Räder.

Automobiler Leichtbau mit einer Karosserie vollständig aus Aluminium war lange Zeit Premiummarken wie Jaguar vorbehalten. Der Durchbruch in den Volumenmarkt gelang Ford 2015 in den USA mit der Neuauflage seines Klassikers F-150, wie Dr. Jürgen Wesemann vom Ford Forschungszentrum in Aachen deutlich machte.

Der Pick-up-Truck mit seiner Leichtbaukarosserie aus hochfestem Aluminium markiert die Abkehr von der jahrzehntelang eingesetzten Stahlbauweise bei diesem in Amerika geradezu legendären Fahrzeug. In der Karosserie des F-150 werden Aluminiumlegierungen mit vier unterschiedlichen chemischen Zusammensetzungen verwendet.

Durch die Verwendung hoch- und höchstfester Aluminiumlegierungen in Form von Blechen und Strangpressprofilen ist die Rohkarosserie um 45 Prozent leichter, als das Vorgängermodell in Stahlbauweise. Bezogen auf Nutzlast und Zugkraft hat der Pick-up-Truck mit Benzinmotor den Best-in-Class-Kraftstoffverbrauch.

Für die aluminiumintensive Bauweise des F-150 spielt das Beherrschen der richtigen Fügetechnik an der richtigen Stelle eine große Rolle. Beim F-150 werden Verfahren wie, Laserschweißen und Widerstandspunktschweißen, Halbhohlstanznieten, FDS-Schrauben, Kleben und Clinchen eingesetzt.

Künftige Forschungsschwerpunkte sieht Ford-Experte Wesemann beispielsweise in der Entwicklung neuer hochfester Aluminiumlegierungen zur Fortsetzung der Gewichtsreduzierung, maßgeschneiderte Werkstoff- und Bauteileigenschaften und in der Weiterentwicklung fortschrittlicher Gusstechnologien mit dem Ziel weiterer Gewichtseinsparung und Kostenreduzierung.


Mehrseitiger Artikel:
1 2  
Datum:
16.07.2018
Unternehmen:
Bilder:
Nemak

kommentieren drucken  


ANZEIGE

 


  Jetzt Newsletter
abonnieren!


Themenvorschau bbr (PDF)

bbr Bänder Bleche Rohre - Themenvorschau

   Themenvorschau 7-2018

bbr Sonderhefte und Supplements