17. FEBRUAR 2019

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Aufrüsten, erneuern, rauswerfen


Die deutsche Wirtschaft verschläft die Digitalisierung – so der landläufige Tenor vieler Diskussionen. Aber stimmt das wirklich? Eine Studie des Analystenhauses Pierre Audoin Consultants und dem ERP-Hersteller Proalpha ist dem Status quo auf den Grund gegangen.

71 Prozent der Mittelständler haben bereits Industrie-4.0-Projekte gestartet oder sogar erste Maßnahmen abgeschlossen, so die aktuelle PAC-Studie. Die meisten Unternehmen in Deutschland sind also mittendrin in der Digitalisierung. Dennoch geht es nicht so rasch voran, wie mancher sich das wünscht. Als Ursache dafür haben die Analysten von PAC unter anderem alte und starre IT-Infrastrukturen ausgemacht. Im Zentrum der Digitalisierungsinitiativen steht das ERP-System.

ERP muss Integration und Datenanalyse beherrschen
Für 65 Prozent der von PAC befragten Mittelständler hängt der Erfolg ihrer Industrie-4.0-Projekte unmittelbar von einem modernen ERP-System ab. Um eine smarte Produktion effizient zu unterstützen, muss die Software eine ganze Reihe unterschiedlicher Anforderungen bedienen.

• Für 62 Prozent der befragten Unternehmen ist die Integration bereichsübergreifender Prozesse entscheidend, um den Austausch von Daten effizienter zu machen und die Zusammenarbeit zwischen Abteilungen zu verbessern. 
• 48 Prozent nannten die Fähigkeit zur Datenanalyse, inklusive Predictive Maintenance.
• Ebenso viele sahen die Vernetzung der Shopfloor-Ebene mit dem ERP-System als sehr wichtig an. Hierbei gilt es, Maschinen, Steuerung und Maschinendatenerfassung an das ERP-System anzubinden.
• 29 Prozent stuften die Integrationsmöglichkeiten für IoT-Plattformen als bedeutend ein.
• 19 Prozent nannten den Betrieb in der Cloud als wichtig.
• Die Nutzung von Künstlicher Intelligenz zur Automatisierung von Prozessen bildete mit lediglich 14 Prozent das Schlusslicht des Anforderungskatalogs.

Von Verschlankung bis Kompletttausch
Laut PAC planen zwei von drei Fertigungsunternehmen aus dem Mittelstand eine Modernisierung ihrer ERP-Landschaft. Dabei verfolgen die Mittelständler für die nächsten 24 Monate ganz unterschiedliche Strategien:

• Ergänzung: 23 Prozent wollen mit einem neuen System Bestehendes erweitern.
• Teilablöse: 34 Prozent planen, eine alte Anwendung durch eine modernere Teillösung abzulösen.
• Verschlankung: 44 Prozent gaben an, sie wollten die Gesamtzahl ihrer Geschäftsanwendungen reduzieren.
• Ausbau: 69 Prozent planen, ihre ERP-Software um einzelne Funktionen oder Bausteine zu erweitern.
• Kompletttausch: 16 Prozent werden innerhalb von zwei Jahren vollständig auf ein anderes ERP-System umsteigen.

Die Ergebnisse der Studie von PAC und Proalpha zeigen: Die Strategien sind so unterschiedlich wie die Unternehmen. Und ein großer Teil der Mittelständler hat sich bereits auf den Weg gemacht. Für alle anderen heißt es: Die Wartezeit ist vorbei, denn die Digitalisierung ist in vollem Gange.

Datum:
06.02.2019
Unternehmen:
Bilder:
Fotolia

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