Cloud-Service für den digitalen Zwilling

Siemens und Bentley Systems haben eine digitale Lösung für effizientere Betriebsabläufe entwickelt. Mit ›Plant Sight‹ stehen digitale Zwillinge von Maschinen und Anlagen zur Verfügung, indem Daten der betriebenen Anlage mit den Daten aus dem Engineering synchronisiert werden.

02. November 2018
›Plant Sight‹ bringt Daten aus mehreren Datenquellen zusammen und erlaubt einen schnellen Zugriff auf Informationen, die bisher nicht zugänglich waren. (Bild: Siemens)
Bild 1: Cloud-Service für den digitalen Zwilling (›Plant Sight‹ bringt Daten aus mehreren Datenquellen zusammen und erlaubt einen schnellen Zugriff auf Informationen, die bisher nicht zugänglich waren. (Bild: Siemens))

Die digitalen Zwillinge müssen sowohl die physischen Daten als auch die virtuelle Engineering-Darstellungen zuverlässig synchronisieren. Mit Plant Sight kann jeder Betreiber einer Prozessanlage die Vorteile der digitalen Zwillinge nutzen, ohne die bestehende physische oder virtuelle Umgebung zu beeinträchtigen.

Für die Prozessindustrie hängt die Effektivität der digitalen Zwillinge von der Integrität und Zugänglichkeit der Informationen der laufenden Anlage ab, die in einem 2D- und 3D-Schemata dargestellt werden. Plant Sight bietet dem Nutzer eine cloud- und webfähige Transparenz sowie den Zugang zu Bestandsdaten und Schnittstellen, die sicherstellen, dass Änderungen schnell und präzise erfasst und verwaltet werden.

Zeit und Aufwand reduzieren

Mit den Cloud-Services von Plant Sight werden die betriebs- und projektbezogenen Daten nahtlos aufeinander ausgerichtet und abgestimmt. Besonders für Bestandsanlagen lassen sich Zeit und Aufwand für die Zusammenführung und Komplettierung der Informationen über Anlagenteile reduzieren.

Greg Bentley, CEO Bentley Systems: „Die Digitalangebote für die Fertigungs- und Prozessindustrie ermöglichen es, über einen Cloud-Service die Produkte Comos, Open Plant, Mind Sphere und Teamcenter zu nutzen. Plant Sight kann ihr Betriebsanlagen-Engineering jetzt über die digitalen Zwillinge erledigen.“

Digitale Lösungen werden ständig erweitert

„Mit Plant Sight vertiefen wir unsere Zusammenarbeit mit Bentley und erweitern die Möglichkeiten der Datennutzung für die Prozessindustrie. Die gemeinsame Lösung ist ein wichtiger Schritt, um die Effizienz digitaler Zwillinge und zugleich die Konsistenz durchgängiger Wertschöpfungsketten zu erhöhen. Auf diese Weise erweitern wir ständig unser Digital-Enterprise-Portfolio“, betont Klaus Helmrich, Vorstandsmitglied bei Siemens.

Plant Sight verbindet die digitalen Zwillinge von Projekten und Steuerungen. Das Angebot wird demnächst auf digitale Zwillinge für Performance und Produktkomponenten erweitert. Die Lösung spiegelt die bestehende physische Anlage durch Cloud-Services für kontinuierliche Überprüfungen. Überlappende Fotografien und Laser-Scans ermöglichen räumliche Realitätsbezüge der Anlage. Dabei kann jede markierte Komponente im Raum verortet werden.

Für die Synchronisierung der Engineering-Daten haben die Teams von Bentley und Siemens eine gemeinsame Umgebung für das Plant-Sight-Connected-Data-Environment (CDE) geschaffen. Wichtig ist die Tatsache, dass der digitale Zwilling der Anlage durch die Cloud-Anbindung und eine sichere, offene Architektur des CDE eine immersive Sichtbarkeit über den gesamten Lebenszyklus bietet. Des Weiteren werden eine Visualisierung der Informationen in Mixed Reality und eine digitale Transparenz für maschinelles Lernen und Analyse geboten.

Zugang zu digitalen Komponenten

Die Cloud-Services werden sowohl von Siemens als auch Bentley vermarktet. Zurzeit werden Early Adopters gesucht. Aktuell arbeiten beide Unternehmen an der Erweiterung von Plant Sight, um neue Funktionen für das Asset Performance Modeling zu entwickeln, damit die Services von Siemens offenem Betriebssystem Mind Sphere optimal genutzt werden können. Teamcenter PLM von Siemens liefert dabei einen Zugang zu den digitalen Komponenten des jeweiligen Zwillings und der entsprechenden Simulation.