Überblick mit ERP-System

Als Dienstleister für alle Aufgaben in der Prozesskette – von der Idee bis zum fertigen Teil – überzeugt Kuipers mit modernen Fertigungstechnologien, optimierten Prozess- und Steuerungsverfahren, effizienter Logistik und einer neuen Unternehmenssoftware.

07. Februar 2019
Automatisches Lager (Bild: Kuipers)
Bild 1: Überblick mit ERP-System (Automatisches Lager (Bild: Kuipers))

1924 als kleine Schmiede in Meppen gegründet, mausert sich das Familienunternehmen Kuipers schnell zu einem großen Blechverarbeiter in Deutschland. Neben dem Laserschneiden bietet Kuipers mittlerweile Biegen, Umformen, Pressen, Walzen, Schweißen, Zerspanen und das Montieren kompletter Funktionsbaugruppen an.

„Am jetzigen Standort sind wir seit zwölf Jahren. Der Schwerpunkt liegt in der Blechbearbeitung. Dort haben wir drei Leistungsschwerpunkte: CNC-Lasertechnik, Umformung und Schweißen“, beschreibt Michael Kuipers, der das Unternehmen in der vierten Generation leitet und im September 2017 von seinem Vater Wilhelm Kuipers übernommen hat. Kuipers beschäftigt 260 Mitarbeiter. Der Meppener Blechverarbeiter liefert überwiegend Komponenten für die regenerative Energie, Landmaschinen oder Trailerbau.

Neues ERP-System

Die in die Jahre gekommene Individualprogrammierung der Unternehmenssoftware stößt bei Kuipers 2011 an ihre Grenzen und wird von Abas ERP abgelöst. „Wir haben 60.000 aktive Artikel im System und ohne ein ERP-System wäre es nicht möglich, den Überblick zu behalten“, erläutert Michael Kuipers.

Die Entscheidung fällt nicht nur auf Abas ERP, weil sie von der Leistungsfähigkeit ideal zur Betriebsgröße passt, sondern vor allem aufgrund des Funktionsumfangs, der schon im Standard weitestgehend zum Blechbearbeitungsbetrieb passt. So sind sowohl die Lasermaschinen von Trumpf per bidirektionaler Wicam-Schnittstelle mit dem ERP-System verknüpft wie auch das automatische Lagersystem von Stopa. Auch die Gabelstaplerfahrer im Führerhaus erhalten ihre Fahraufträge automatisch von den Produktionsarbeitsplätzen auf ihr Display im Cockpit.

Transparent in Echtzeit

Die Betriebsdaten- und Personalzeiterfassung läuft jetzt transparent in Echtzeit und bietet Auswertungen hinsichltich Effizienz und Produktivität – Daten, die zuvor aufwendig evaluiert wurden. Letztlich wurde der gesamte Prozessablauf optimiert und Arbeitsschritte reduziert, besonders im Bereich des Fertigungscontrollings“, berichtet Michael Kuipers. Das mittelständische Unternehmen nutzt Abas-Plug-Ins für das Dokumentenmanagement (DMS) und Advanced Planning and Scheduling (APS), ein Softwaremodul für die Fertigungsplanung.

„Unsere ERP-Software überzeugt mit Flexibilität und Effizienz, genauso wie mit der problemlosen Anpassung an sich ändernde Geschäftsprozesse und den reibungslosen Installationsabläufen“, so Kuipers. Alle wichtigen Stationen laufen in Abas ERP zusammen, ob Buchhaltung, Aufträge, Anlieferung von Waren, Lagerhaltung oder ihr Versand. Fast alle Bereiche laufen automatisiert, so werden Anlieferungen bei der Einlagerung gewogen und selbstständig vom ERP-System gebucht sowie Bleche und Arbeitsaufträge automatisch an die Maschinen übergeben.

„Die Besonderheit ist, dass wir eine Rückverfolgung des Materials sicherstellen können. Vor allem wissen wir, was eingelagert ist, von welchem Lieferanten es kommt, welche Charge es ist und wir können mit einem Mausklick die notwendigen Zertifikate, Zeugnisse und Materialeigenschaften aufrufen“, erklärt Michael Kuipers.

Hochregallager für 4.560 Tonnen Material

„Insgesamt können wir in unserem Hochregallager 4.560 Tonnen Material einlagern; damit ist es eines der größten automatischen Hochregale für Blechlagerung in Deutschland“, so Michael Kuipers. Die Lagerverwaltung ist servergesichert. Kuipers hat an beiden Hochregalen eine Steuerungseinheit, die auf den Server zugreift. Wenn eine Einheit ausfällt, können mit der zweiten Einheit beide Regale bedient werden.

An das Lager sind 16 Blechbearbeitungsanlagen angeschlossen, davon 13 Laser-Only, zwei Stanzmaschinen und eine Kombi-Maschine. Das Automatik-Lager gibt per Mausklick Auskunft über den aktuellen Blechbestand, und das ERP-System meldet an den Einkauf, ob es beispielsweise Engpässe gibt.

Die Betriebsaufträge erzeugen die Mitarbeiter aus Abas ERP heraus. Diese werden dann an die Wicam-Schnittstelle der Laser-Schneidemaschinen übergeben. Über Wicam werden dann die Betriebsaufträge eingelesen. Die von der Produktion getrennte Maschinenprogrammierung legt fest, wie die Betriebsaufträge zusammenstellt werden. Dabei geht es darum, möglichst viele Produkte aus einem Blech zu schneiden und den Verschnitt zu reduzieren. Optisch ähneln die von der Software erstellten Schachtelaufträge einem Puzzle.

Überwachungsmonitor im Einsatz

Die erzeugte Verschachtelung übergibt Wicam wieder an Abas, sodass die Schachtelung als Information in Abas vorhanden ist. Sie werden auf einem File-Server abgelegt, auf den jede Maschine, dank eigenem Laufwerk, zugreifen kann. Der Maschinenbediener gibt die passende Auftragsnummer ein und hat das richtige Programm auf dem Bildschirm. Er kann nun auf seinem Überwachungsmonitor verfolgen, wie der Laser arbeitet.

Ein Vorteil ist, dass das ERP weiß, dass beispielsweise drei Kundenaufträge mit der Materialstärke von drei Millimetern vorliegen, die bis zu einer bestimmten Deadline fertig sein müssen. Diese Informationen übergibt abas ERP an Wicam und übermittelt so der Produktion, auf welcher Maschine, mit wie vielen Blechen welche Komponenten geschnitten werden können.

Nach der Fertigung liefert das ERP-System wertvolle Auswertungen im Hinblick auf die Produktivität: Die Betriebsdatenerfassung liefert Auskunft darüber, wie produktiv die Maschinen waren. Verlief die Produktion planmäßig? Wenn das nicht der Fall ist, stimmt möglicherweise etwas mit der Anlage nicht. Das wird wiederum an die Instandhaltung gemeldet, um die Ursache zu finden und den Fehler zu beheben.

Integriertes Qualitätsmanagement

Ein weiterer Vorteil der ERP-Software ist, dass Kuipers die Wirtschaftlichkeit einzelner Artikelgruppen überprüft. Das heißt, Auskunft darüber erteilt, welche Artikelgruppen gut oder nicht gut laufen. In einer 24-Stunden-Fertigung im Dreischichtbetrieb ist es wichtig, Fehlermeldungen in Echtzeit zu erhalten und nicht, wenn die Produktion gelaufen ist.

„Ich wünsche mir eine papierlose Produktion und schnellere Prozesse, um auf flexiblere Serien und kürzere Produktzyklen eingestellt zu sein, was für Kuipers als Lieferant großer Serien mit Wiederholungscharakter wichtig ist. Dazu gehört auch ein leistungsfähiges Qualitätsmanagement. Wir arbeiten an einer vollumfänglichen Integration einer rechnergestützten Qualitätssicherung, die in unser ERP-System integriert ist. Weg von Insellösungen und Schnittstellen, hin zu einer integrierten Qualitätssicherung“, sagt Michael Kuipers.

Schlagworte