Hebeband aus Hochleistungsfasern

Hebebänder werden üblicherweise aus Polyester gefertigt. Spanset geht mit Powerforce einen neuen Weg: Das Unternehmen verwendet das schnitt- und abriebfeste Hochmolekulare Polyethylen (HMPE). Der Vorteil: Bei scharfen Kanten ist kein zusätzlicher Schutz nötig.

29. Januar 2019
Das drei Millimeter dicke Spanset-Hebeband Powerforce kommt selbst an kleinen Radien ohne Kantenschutz aus. (Bild: Spanset)
Bild 1: Hebeband aus Hochleistungsfasern (Das drei Millimeter dicke Spanset-Hebeband Powerforce kommt selbst an kleinen Radien ohne Kantenschutz aus. (Bild: Spanset))

Ab einem Kantenradius von zwei Millimetern entfällt ein zusätzlicher Kantenschutz. Das ist vor allem für Praktiker eine gute Nachricht: Nicht immer ist im Eifer des Gefechts klar, ob ein zusätzlicher Kantenschutz angesagt ist, damit das Hebeband während des Einsatzes keinen Schaden nimmt. Um das herauszufinden, muss man Kantenradius und Dicke des Hebebandes messen. Denn grundsätzlich gilt die Formel: Eine Kante ist scharf, wenn ihr Radius kleiner als der Durchmesser des Hebebandes ist.

Lästiges Hantieren entfällt

Powerforce vereinfacht die Angelegenheit. Solange die Kante einen Radius von zwei Millimetern nicht unterschreitet, geht es ohne Kantenschutz – obwohl das Band einen Dicke von drei Millimetern hat. Das erspart dem Anwender das lästige Hantieren mit Zusatzausstattung und beschleunigt den Hebeprozess.

Das Hebeband ist je nach Ausführung für eine Nennlast bis zu sechs Tonnen ausgelegt. Im ersten Schritt der Markteinführung bietet Spanset die neuen Hebebänder als einlagige Schlaufenhebebänder und einlagige Bandschlingen an. Weitere Varianten mit D-Bügel und Durchsteckbügel folgen noch im Laufe des Jahres.

Konzipiert in Anlehnung an Produktnorm EN 1492-1

Spanset hat auf einer Anlage die in der Norm definierten Prüfungen sowie die Schnittfestigkeit von Powerforce unter Nennlast getestet. Der Hersteller hat Powerforce in Anlehnung an die EN 1492-1 für Polyester-Hebebänder entwickelt. „In Anlehnung“ deshalb, weil die Norm das Material HMPE nicht berücksichtigt.

Weniger als zwei Prozent Dehnung

Bemerkenswert ist zudem die geringe Dehnbarkeit des Materials: Sie liegt bei vier Prozent. Das erlaubt exakte Hubvorgänge aufgrund des unmittelbaren Kraftaufbaus. Auch beim Heben großer Lasten in niedrigen Produktionshallen ist die geringe Dehnung von Vorteil. Nähautomaten sorgen für eine gleichbleibend hohe Qualität der Nahtbilder. Im Ergebnis verbleibt für die Last mehr Auflagefläche als bei anderen Hebebändern. Die Kennzeichnung des HMPE-Bandes gemäß Tragfähigkeit erfolgt durch die Farbcodierung der Schlaufe und durch gut sichtbare Aufnäher.