Vakuumtechnik sichert Oberflächenqualität

Die neue Vakuum-Bremsrolle für Längsteilanlagen hat Georg speziell für Bänder entwickelt, deren Oberflächenqualität hohe Anforderungen erfüllen muss. Mit neuer Vakuumtechnik reduziert die Rolle den Energiebedarf.

07. Januar 2019
Die Unterseite des Bandes wird durch Unterdruck an die Bremsrolle gesaugt; die Oberseite hat keinerlei Kontakt mit mechanischen Komponenten. (Bild: Heinrich Georg)
Bild 1: Vakuumtechnik sichert Oberflächenqualität (Die Unterseite des Bandes wird durch Unterdruck an die Bremsrolle gesaugt; die Oberseite hat keinerlei Kontakt mit mechanischen Komponenten. (Bild: Heinrich Georg))

In Längsteilanlagen werden die Bremsgerüste vor der Aufwickelhaspel oft mit Rollen, Filzplatten oder Riemen ausgestattet, die von oben und unten an das Band gepresst werden. Speziell beim Längsteilen von Band, an dessen Oberflächengüte hohe Anforderungen gestellt werden, besteht jedoch das Risiko, dass die Oberfläche der „Gutseite“ beschädigt wird. Außerdem sind Filzeinleger hohem Verschleiß unterworfen und müssen häufig gewechselt werden. All das reduziert die Produktivität der Linie.

Vor Beschädigungen schützen

Im weiterentwickelten Vakuum-Bremsgerüst wird die Unterseite des Bandes durch Unterdruck an die Bremsrolle gesaugt. Die Oberseite hat keinerlei Kontakt mit mechanischen Komponenten, die beispielsweise Beschädigungen verursachen könnten. Eine Neuheit ist, dass der Öffnungswinkel der Ansaugung über den Umfang der Rolle hinweg in weiten Grenzen verstellt werden kann.

Je nach Umschlingungswinkel kann er zwischen 60 und 180 Grad des Rollenumfangs betragen. So kann der Bandzug flexibel an die Anforderungen jedes einzelnen Bandes angepasst werden. Im Verbund mit der präzisen Regelung des Unterdruckes erzielt die Rolle so unter unterschiedlichsten Randbedingungen ein optimales Wickelergebnis.

Außerdem werden quer zur Bandlaufrichtung immer nur diejenigen Sektoren der Rolle aktiviert, die vom Band überdeckt werden. Auf diese Weise reduziert Georg den Energiebedarf im Vergleich mit herkömmlichen Vakuum-Bremssystemen. Georg hat das Vakuumsystem speziell für Band mit einer Dicke zwischen 0,08 und 0,8 Millimetern entwickelt. Es ist für die bei kaltgewalztem Aluminium gängigen Bandbreiten geeignet. Eine Anlage, die Georg mit der Technik zurzeit für ein Aluminiumwerk in Asien fertigt, ist für 2.150 Millimeter breites Band ausgelegt.

Kurze Coil-zu-Coil-Zeiten

Die Längsteilanlage wird Spaltbänder mit Streifenbreiten zwischen 15 und 2.140 Millimeter und bis zu einem Außendurchmesser von 2.800 Millimeter verarbeiten. Das dafür entwickelte Gerüst ermöglicht das Aufwickeln mit Geschwindigkeiten bis 600 Metern pro Minute. Ein Überführungswagen führt die einzelnen Streifen automatisch zur Aufwickelhaspel. Er vereinfacht das Überführen und Einfädeln der geschnittenen Streifen und führt zu kurzen Coil-zu-Coil-Zeiten.

Antonio Garcia, der Leiter des Geschäftsbereiches „Bandanlagen“ bei Georg, erläutert im Hinblick auf die Kosten seiner Kunden: „Mit der Vakuumtechnik senken unsere Kunden ihren Energiebedarf erheblich. Darüber hinaus ermöglichen wir das Verarbeiten von Bändern, die bisher nicht auf solch einer Anlage geschnitten werden konnten. Zudem ist der Wartungsaufwand im Vergleich mit anderen Systemen geringer, denn es gibt keine Verschleißteile innerhalb des Bremssystems.“