Technik: Rohre und Profile

Zeitvorsprung im Schiffsbau

Mit seiner Software für das reibungslose Biegen von Rohren verbessert Transfluid mobile Prozesse. Leistungsstarke Großrohrbiegemaschinen schaffen mit ›T-Project‹ bis zu 60 Prozent Zeitersparnis.

07. November 2018
Für eine wirtschaftliche Bearbeitung von Rohren zwischen 40 und 220 Millimetern sorgt die Rohrbiegemaschine ›T-Bend‹ von Transfluid. Bild: Transfluid
Für eine wirtschaftliche Bearbeitung von Rohren zwischen 40 und 220 Millimetern sorgt die Rohrbiegemaschine ›T-Bend‹ von Transfluid. (Bild: Transfluid)

Zur Planung von Kapazitäten und Prozessen sind digitale Lösungen im internationalen Schiffsbau und Offshore-Bereich gefragt. Dafür verbindet der Maschinenbauer Transfluid seine Biegetechniken für große Rohrdurchmesser mit praxisorientierter Online-Vernetzung. So berechnet etwa die Software ›T-Project‹ für das Biegen am geraden Rohr mit angeschweißten Flanschen vorab die exakte Orientierung dieser Flansche. Mobile Messsysteme ermitteln digitale Daten vor Ort, zum Beispiel um Passrohre exakt zu vermessen. Darüber hinaus sorgt Transfluid mit der rollierenden Umformmaschine ›T-Form UMR‹ für die Option von Endformprozessen. So können beispielsweise Bördelflansche wirtschaftlich angeformt und anschließend gebogen werden. 

Rohrdurchmesser bis 400 Millimeter schneller biegen

»Zeit- und Kostenersparnis sind Faktoren, die wir gerade bei der Rohrbearbeitung für die Branche möglich machen«, erläutert Stefanie Flaeper, Geschäftsführerin bei Transfluid. »Das Anschweißen von Bögen an Großrohre haben deshalb unsere T-Bend-CNC-Dornbiegemachinen längst abgelöst, weil sie die Fertigungskosten senken.« Zusätzlich sparen die Biegeanlagen bis zu 60 Prozent Zeit bei der Fertigung von Rohren mit bis zu 400 Millimeter Durchmesser. Hierbei spielt auch das schnelle Rüsten der Maschinen – teilweise unter zehn Minuten – eine entscheidende Rolle.

Mit einer vollautomatischen CNC ausgestattet, bearbeiten die Biegeanlagen von Transfluid dick- und dünnwandige Rohre in allen Materialien mit Rohrdurchmessern von 1,5xD oder größer. Diese engen Biegeradien werden bei minimalen Wandstärkenverschwächungen souverän umgesetzt. So kann auch im Schiff ein räumlicher Vorteil realisiert werden.

Beflanschte Rohre besser per Software biegen

Wenn Flansche bereits vor dem Biegeprozess am geraden Rohr angeschweißt sind, ist die Bearbeitung eines Rohrverlaufs um ein Vielfaches einfacher und kostengünstiger realisierbar, weil der Schweißprozess schneller ist. Über die innerbetriebliche Verbindung zu CAD-Programmen kann die Biegesoftware T-Project die Isometrien unmittelbar verarbeiten. Flansche können aus einer Datenbank ausgewählt und in der Isometrie auch biegetechnisch eingebunden werden. »Mit dem orientierten Biegen des beflanschten Rohres erweitert unsere Lösung die Flexibilität bei der Fertigung. Abläufe werden so deutlich einfacher«, so Stefanie Flaeper.

Mehr Freiheit im Praxiseinsatz vor Ort schafft die mobile Tablet-Version der Software, ›T-Project Draft‹. Auch eine mobile Datenerfassung über ein leichtes, transportables Messsystem ist möglich. Damit können Daten, beispielsweise von Passrohren, ermittelt werden – sowohl die Verlaufsgeometrie als auch die Flansche und die Flanschstellung. Insbesondere hierbei ergibt sich eine erhebliche Zeitersparnis. Ein Messvorgang an Bord beschränkt sich selbst bei komplexen Rohren mit Flanschen auf wenige Minuten. Sämtliche Daten sind so digital erfasst, dokumentiert und Daten stehen per Online-Übermittlung in der Konstruktion sowie an der Biegemaschine zur Verfügung. Nachdem das Rohrteil gefertigt ist, kann es noch einmal vermessen werden, um eine zuverlässige Installation sicherzustellen. Ein weiterer Zeitvorteil: Während Rohre mit den bereits ermittelten Messdaten bearbeitet werden, kann parallel an Bord weiter vermessen werden.

Effektive Endenumformung

Ein starkes Verfahren für die Rohrbearbeitung im Schiffsbau ist ebenfalls die Endenumformung, beispielsweise das Anformen von Bördelflanschen an Rohre. Mit der rollierenden Maschine T-Form UMR lassen sich Umformungen bis 325 Millimeter Rohrdurchmesser realisieren. Nahezu werkzeugunabhängig arbeitet sie mit einem gesteuerten Umformkegel, der frei programmierbar im Einsatz ist. Eine weitere interessante umformtechnische Alternative ist das zylindrische Aufweiten von Rohrenden, um zwei Rohre zu verbinden. Dafür bietet Transfluid seine Lösungen für Rohre bis zur Nennweite 250. Das sonst im Schiffsbau übliche Schweißen mit zwei Nähten an jeder Verbindungsmuffe bei großen Nennweiten erübrigt sich damit.

Zahlen & Fakten

Transfluid ist ein gefragter Partner für die Herstellung von Rohrbiegemaschinen und Rohrbearbeitungsmaschinen. Seit 1988 entwickelt Transfluid seine Technologien zur Rohrbearbeitung kundenorientiert weiter und bietet so maßgeschneiderte Lösungen – für den Anlagen- und Maschinenbau, die Automobil- und Energie-industrie, den Schiffsbau bis hin zu Herstellern medizinischer Geräte.

Erschienen in Ausgabe: 07/2018

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