18. JANUAR 2019

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Vielseitigkeit bleibt Existenzgrundlage


Und was planen Sie?

Für Energieketten und reibungsarme Kunststofflager ist Igus vor allem bekannt, aber auch für Low-cost-Automation. Ein Interview mit Igus-Geschäftsführer Frank Blase.

Die Low-cost-Automation wird Ihrer Meinung nach explodieren. Worauf stützt sich diese Erwartung?

Die Aussage bezieht sich auf den Weltmarkt. In China sind angeblich über 4.000 Roboterhersteller aktiv. Der VDMA geht von mindestens 400 aus. Der Bedarf für Low-cost-Automation, etwa Pick-and-place-Anwendungen unter 5.000 Euro, ist vorhanden, und deshalb scheint mir der Begriff ›explodieren‹ nicht übertrieben zu sein.

Wie kann sich Igus in diesem riesigen Markt positionieren?

Wir sehen uns auf keinen Fall als Integrator oder Komplettanbieter. Dazu muss man nämlich intensiv vor Ort sein. Igus sollte idealerweise nur die zusammengebaute Komponente liefern, wie sie der Kunde möchte und wie wir das bereits mit Ready Chain oder Drylin machen. Wir konzentrieren uns auf eine hohe Qualität und eine lange Lebensdauer.

Sie nehmen viele Kleinaufträge an. Wird das nicht zum Hemmschuh?

Wenn Amazon das kann Im Ernst: Dieses Prinzip ist ein wichtiger Bestandteil unseres Gesamtkonzeptes und wird dank Digitalisierung immer leichter. Für ein Unternehmen unserer Größe ist es grundsätzlich riskant, nur auf eine Sache und nur auf Großaufträge zu setzen. Deshalb werden wir unsere Geschäfte auch in Zukunft auf viele Felder verteilen.

Unser Ziel kann es nicht nur sein, uns ein großes Know-how bei Werkstoffen und in der Fertigung zu erarbeiten, das uns wesentlich krisenfester macht, sondern auch in der Logistik. Da können wir von Amazon sicher einiges lernen.

Werden Sie weiterhin in Köln fertigen?

Ja. Jedes Gramm Kunststoff, das wir beispielsweise in China verkaufen, kommt derzeit noch aus unserem Stammwerk. Die Supply Chain ist perfektioniert, vor Ort wird nur montiert und veredelt. Das praktizieren wir in zwölf Märkten. Nur in den USA produzieren wir seit knapp zehn Jahren auch selbst, ungefähr ein Drittel des Bedarfs. Allerdings müssen wir aufgrund unseres Wachstums prüfen, ob andere Produktionsstandorte sinnvoll und notwendig sind.

Mit freundlicher Genehmigung der Fachzeitschrift :K (Ausgabe 6-2018)

Ausgabe:
bbr 07/2018
Unternehmen:
Bilder:
Bild: Igus

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