14. AUGUST 2018

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Grosse Chance


Technik

Maschinenbauer sind eher konservativ, oder sagen wir vorsichtig: Neuen technischen Lösungen begegnen sie in der Regel mit neugieriger Skepsis. Anders die Hersteller von Wasserstrahlschneidanlagen: Sie sehen im Suspensionsverfahren, bisher nur in Mobilanlagen, eine große Chance. Während der Blechexpo fand eine hochkarätig besetzte Gesprächsrunde zum Thema ›Consus‹ statt.
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Franz Trieb: Ein Riesenvorteil ist in meinen Augen, dass man ununterbrochen schneiden kann, weil das Abrasivmittel während des Betriebs nachgefüllt werden kann. Man darf aber den Abrasivmittelverbrauch nicht aus dem Blick verlieren, denn das ist der größte Kostenfaktor beim Injektorstrahl, zumal die Preise von Abrasivmitteln in den letzten Monaten stark gestiegen sind. Dieser Verbrauch auf die Zeit bezogen ist beim Suspensionsverfahren etwa doppelt so hoch. Wenn man damit die dreifache Schneidgeschwindigkeit erreichen könnte ...

Marco Linde: … teilweise ist das so. Aber es gibt noch einen anderen Aspekt, das ist die Recycling-Quote: Beim Injektorverfahren wird ein Teil des Korns in der Mischkammer abgearbeitet; diesen Effekt haben wir nicht, denn im Idealfall wird die Suspension in der Düse von zirka drei auf fast 700 Meter pro Sekunde ohne Wandkontakt beschleunigt – das Korn bleibt weitestgehend intakt. Unsere Düsengeometrie hat einen 95-prozentigen Wirkungsgrad und wir können 70 bis 80 Prozent des Korns wiederverwenden, ohne es zu trocknen.

Beim Injektorverfahren sind es 50 Prozent Recyclat-Anteil?


Franz Trieb: So etwa.

Franz Eder: Der Verbrauch an Abrasivmittel geht einher mit der Leistung. Wir verbrauchen mehr, leisten aber auch mehr. Dazu kommt der Effekt der höheren Wiederverwendbarkeit.

Marc Epping, Sales Director, Resato: Können Sie mehrfach recyclen?

Marco Linde: Ja, wir sieben aus und trennen. Beim zweiten Mal erreichen wir noch 72 Prozent. Das Consus-Verfahren erzeugt eine schmalere Schnittfuge und dadurch weniger Fugenmaterial im Abrasivschlamm, nämlich 0,3 Prozent.

Braucht man mit dem Suspensionsverfahren mehr oder weniger frisches Abrasivmaterial pro Meter?


Marco Linde: Weniger.

Michael Meisinger, Vertriebsleiter, Hapro Technik: Grundsätzlich ist der Verbrauch per Betriebsstunde beim Suspensionsverfahren höher als beim Injektionsverfahren. Dadurch, dass das Suspensionsverfahren aber wesentlich höhere Schnittgeschwindigkeiten zulässt, relativiert sich das.
Beispielsweise benötigt man zum Schneiden von einem Meter Edelstahl mit 50 mm Stärke etwa 25 Prozent weniger Abrasivmittel als beim Injektionsverfahren.

Wie kann man dem Kunden, der vielleicht 150.000 € für eine stationäre Injektor-Anlage gezahlt hat, vermitteln, dass er noch einmal den gleichen Betrag für eine ergänzende Suspensionseinrichtung hinlegen soll?


Marco Linde: Unser Fokus liegt auf Unternehmen mit einem besonderen Bedarf, die zum Beispiel sehr harte Materialien schneiden, wie Keramik, oder große Wandstärken, wo Brennschneiden an wirtschaftliche und technische Grenzen stößt. Aber auch beim Schneiden von Sandwichstrukturen ohne Delaminieren, wie es in der Luft- und Raumfahrt, aber zunehmend auch im Automobilbau vorkommt, sehen wir effiziente Einsatzmöglichkeiten.


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