18. JULI 2018

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Traditionell hochmodern


Jubiläum/TKS Finnentrop

Auf 150 Jahre Geschichte zurückblicken kann der Standort Finnentrop von Thyssenkrupp Steel Europe.

Der Standort Finnentrop ist ein modernes Werk mit langer Tradition: Vor 150 Jahren ging am Zusammenfluss von Bigge und Lenne ein dampfkraftbetriebenes Walzwerk in Betrieb. Die Wurzeln reichen aber noch weiter zurück.

Bereits 1839 wurde der Grundstein durch das Unternehmen Franz Josef Bonzel aus Olpe mit einem Walzwerk und einer Ofenrohrschmiede bei Sondern gelegt. Danach folgten ein Blech- und ein Kaliberwerk, die zunächst mit Wasserkraft und dann mit der ersten Dampfmaschine dieser Gegend angetrieben wurden. Die Verlegung des Betriebs nach Finnentrop 1866 und die darauf erfolgte Anbindung an das Eisenbahnnetz brachten neue Entwicklungsmöglichkeiten. »Der Umzug nach Finnentrop galt der Teilhabe am technischen Fortschritt«, beschreibt Dr. Gertrud Milkereit, die damalige Leiterin des Thyssen-Archivs, in einem Beitrag des Mitarbeitermagazins der August-Thyssen-Hütte von 1970.

Seit 1867 wechselten die Werksinhaber viermal. Im Jahr 1895 kaufte Wolf Netter & Jacobi in Straßburg den Bonzel’schen Betrieb in Finnentrop auf. 1938 ging dieses Unternehmen im Mannesmann-Konzern auf. 1902 kamen die Stahlveredelung, das Verzinken der im Werk produzierten Feinbleche und die Wellblechproduktion hinzu. Eine Breitbandverzinkungsanlage wurde 1964 in Betrieb genommen.

Stetige Anpassung an den Markt und die Kundenanforderungen

Der technische Fortschritt machte auch vor dem Standort im südlichen Sauerland nicht halt: Im Zuge der Marktentwicklung, die vom warmgewalzten zum kaltgewalzten Blech tendierte, musste das Walzwerk nach fast 100 Jahren Produktion 1966 stillgelegt werden. 1969 vereinbarten Mannesmann und die August-Thyssen-Hütte eine Arbeitsteilung ›Röhren zu Mannesmann und Walzstahl zu Thyssen‹. Seit dem 1. Februar 1970 gehört das Werk Finnentrop zum Thyssen-Konzern, der dann 1999 zum heutigen Thyssenkrupp-Konzern fusionierte.

Das Aushängeschild des Standorts ist die FBA 3 – eine der modernsten Anlagen innerhalb Thyssenkrupp Steel Europe. Im Rahmen einer Großinvestition mit Wechselkesselsystem und dem auf 48 Meter verlängerten Kühlturm können an dieser Anlage seit 2008 feueraluminierte Coils hergestellt werden. Im Zuge der Erneuerungen in den letzten Jahren wurde zudem die alte Rollennahtschweißmaschine gegen eine moderne Laserschweißmaschine ersetzt, um den Kundenanforderungen noch besser gerecht zu werden.

Das dort produzierte, oberflächenbeschichtete Feinblech wird hauptsächlich in der Automobilindustrie eingesetzt. Schwerpunkt sind hier Warmumformstähle für B- und C-Säulen. Weiteres Einsatzgebiet ist die sogenannte Weiße Ware. Am zweitgrößten Aggregat des Standortes, der Schmalbandverzinkung, werden verzinkte Bänder produziert. Derzeit sind in Finnentrop 236 Mitarbeiter beschäftigt.

www.thyssenkrupp-steel.com

Ausgabe:
bbr 07/2017
Unternehmen:
Bilder:
TKS

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