18. JULI 2018

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Die Rohrreiniger


Technik/Rohrbearbeitung

Geschlossene Hydrauliksysteme von Agrar- und Baufahrzeugen müssen hohe Kräfte zuverlässig übertragen. Entscheidend dafür sind unter anderem perfekt gebogene, partikelfreie Leitungen, die wenig Raum beanspruchen. Das Reinigen der Rohrinnenflächen ist jedoch kniffelig. Doch es geht, wie ein Beispiel aus Österreich zeigt.
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Wenn es darum geht, Rohre in Form zu bringen, gehört Dirisamer Rohrbiegetechnik mit Sitz im österreichischen Weibern zu den besten Adressen. Seit mehr als 25 Jahren erledigt das Unternehmen diese Aufgaben mit hoher Präzision und Zuverlässigkeit. Vor allem Hersteller von Traktoren, Nutz- und Baufahrzeugen lassen ihre Rohre bei dem mittelständischen Unternehmen produzieren.

Dabei nehmen laut Geschäftsführer Florian Dirisamer die Ansprüche im Hinblick auf Sauberkeit ebenso zu wie die Komplexität der Rohre. Diese müssen teilweise noch mechanisch bearbeitet, gelötet, geschweißt und so angepasst werden, dass sie sich auf kleinstem Raum verbauen lassen. Immer häufiger müssen die Tüftler an die Grenzen der dreidimensionalen Machbarkeit gehen, um extrem eng und dennoch kostengünstig zu biegen. Der Geschäftsführer sieht genau darin die Stärke seines Betriebs.

Auf traditionelle Weise biegen

Florian Dirisamer erklärt: »Aktuell biegen wir große Stahlrohre mit 35 Millimeter Außendurchmesser um 90 Grad mit einem Radius von lediglich 27 Millimetern. Die meisten Mitbewerber wenden dafür aufwendige, teure Verfahren an. Wir erledigen diese Aufgabe dank unserer erfahrenen Mitarbeiter mit ein paar Tricks auf traditionelle Weise und verschaffen unseren Kunden dadurch Kostenvorteile.« Qualitätsleiter Christian Stuhlberger fasst die Kostenvorteile in Zahlen: »Die Basisinvestition für Werkzeuge und so weiter liegt bei uns um fast 80 Prozent niedriger als bei Wettbewerbern. Zudem sind wir bei der Rohrherstellung um rund zehn Prozent schneller als mit anderen Verfahren.«

Da es sich bei den hydraulischen Vorrichtungen in Fahrzeugen der Agrar- und Bauindustrie immer um geschlossene Systeme handelt, von denen eine immer höhere Leistung erwartet wird, nimmt auch die Bedeutung der Sauberkeit zu. Je größer die zu übertragenden Drücke sind, desto exakter müssen Ventile schließen.

Verunreinigungen, die die Dichtigkeit verhindern könnten, müssen entfernt werden. Dementsprechend ist an den Rohrinnenseiten eine definierte technische Sauberkeit zwingend erforderlich. Lange Zeit war dafür der sogenannte ›Rohrbeschuss‹ das Mittel der Wahl. Bei diesem von Hand auszuführenden Verfahren wird ein Pfropfen mit Druckluft durch die Leitung geschossen, der sämtliche Partikel hinausbefördert. Christian Stuhlberger erläutert: »Das Prinzip funktioniert auch heute noch, ist aber personalintensiv und nicht unbedingt prozesssicher. Außerdem erhalten wir zunehmend Anfragen von Kunden, die ihre Rohre nach der Reinigung konserviert haben wollen, um Korrosion auszuschließen. Das lässt sich auf diese Weise natürlich nicht machen.«

Lösung kommt aus Königsbrunn

Auf der Suche nach der passenden Lösung stieß der Qualitätsleiter im Frühjahr 2016 auf die österreichische Niederlassung von Pero, die ihren Stammsitz im bayerischen Königsbrunn hat. Das familiengeführte Unternehmen stellt leistungsstarke Teilereinigungsanlagen für den industriellen Einsatz her. Außerdem erledigt Pero auch Lohnreinigungsarbeiten. Genau diese Dienstleistung hatte Christian Stuhlberger ursprünglich im Sinn, als er sich mit dem Pero-Vertriebsingenieur Josef Deutsch in Verbindung setzte. Da die bis knapp einen Meter langen und sperrigen Rohre jedoch nicht in das Teilespektrum der Lohnreinigung der steirischen Pero Innovative GmbH passen, war schnell klar, dass der oberösterreichische Rohrbiegespezialist eine unternehmensinterne Lösung braucht.

Gemeinsam mit seinem Geschäftsführer verglich Christian Stuhlberger daher diverse Reinigungsanlagen und ließ verschiedenste Rohre aus dem eigenen Portfolio probereinigen. Auch hierfür wurde Pero angefragt. Als einziger Anbieter plädierte das Königsbrunner Unternehmen für eine geschlossene Anlage mit Lösemittel.


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bbr 07/2017
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