18. JANUAR 2019

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Sprachsteuerung für Schweißgeräte


Schweißer im Einsatz und Menschen mit einer Querschnittslähmung haben eines gemeinsam: Ihnen fehlt die Möglichkeit, Geräte einfach mit der Hand zu steuern. Diese Gemeinsamkeit war der Ausgangspunkt für ein Projekt von Fronius, der FH Oberösterreich und Lifetool.

„Welding Interaction in Future Industry“, kurz „WIFI“, ist der Titel des Forschungsprojektes. Ziel war es, alternative Interaktionslösungen für den Bereich des industriellen Schweißens zu entwickeln. Diese Lösungen sollen nicht nur Schweißer unterstützen, sondern auch Menschen mit Kraftminderung oder Lähmungen der Arme und Beine.

Der Schweißer benötigt beide Hände zur Brennerführung, sein Blick muss beim Lichtbogen bleiben und jede Bewegung der Finger kann eine Ungenauigkeit in der Naht verursachen. „Die Einstellung verschiedener Parameter wie Stromstärke oder Lichtbogenlänge ist bisher nicht gänzlich ohne Unterbrechung des Schweißvorgangs möglich. Eine alternative Eingabeform könnte dem Schweißer die Arbeit erheblich erleichtern.“, stellt Helmut Friedl, Projektverantwortlicher bei Fronius International, die Ausgangslage dar.

Sprache statt Hände
„Diese Funktionsbeeinträchtigung ist vergleichbar mit jener von Menschen, die zum Beispiel infolge eines Schlaganfalls oder Unfalls ihre Hände nur eingeschränkt nutzen können oder querschnittgelähmt sind”, erklärt Mirjam Augstein, Forscherin am FH OÖ Campus Hagenberg. „Mit Hilfe der WIFI-Schnittstelle sind sie aber in der Lage, Computer oder Stromquelle zu bedienen, ohne die Hände dafür einsetzen zu müssen,“ so Augstein.

Die Steuerung funktioniert mithilfe von Sprachbefehlen. „Wir haben unter Einbindung beider Zielgruppen eine Sprachsteuerung entwickelt. Diese soll bei industriellen Schweißgeräten und als Ergänzung für die mundgesteuerte Computermaus von Lifetool eingesetzt werden“, erklärt die Professorin im Studiengang Kommunikation, Wissen, Medien. Damit kann der Schweißprozess effizient ablaufen und Menschen mit Beeinträchtigung der Zugang zu neuen Tätigkeitsfeldern eröffnet werden.

Preisgekrönte Kooperation
Karl Kaser, Forschungs- & Entwicklungsleiter bei Lifetool, sieht in der Kooperation großes Potenzial: „Das WIFI-Projekt zeigt, dass die Industrie von unserer Erfahrung im Bereich der Assistierenden Technologien profitieren kann. Gleichzeitig könnten in Zukunft Lösungen und Hilfsmittel für Menschen mit Behinderung günstiger werden, wenn diese für die Industrie in hoher Stückzahl produziert werden.“

Auch die Jury des Wissenschaftspreises für Inklusion (WINTEC) war von den positiven Effekten des Kooperationsprojektes überzeugt. WIFI erhielt vom österreichischen Bundesministerium für Arbeit, Soziales, Gesundheit und Konsumentenschutz einen der drei Wintec-Preise 2018.

Datum:
14.01.2019
Unternehmen:
Bilder:
Christopher Dunker/BKA
Lifetool
FH Oberösterreich
FH Oberösterreich

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