In wenigen Minuten zum gedrückten Metallteil

Um die Leistungsfähigkeit der Drückmaschine Premo zu beweisen, stellt sich Abacus auf der Euroblech einer besonderen Herausforderung: Auf seinem Stand wird das Unternehmen die Skizzen von Besuchern in wenigen Minuten in fertig gedrückte Werkstücke verwandeln. Das „Drücken-to-go“-Konzept soll den Drückprozess vereinfachen und verkürzen. Grundlegend ist dafür das präzise Zusammenspiel der mit Servomotoren ausgestatteten Drückmaschine Premo mit der intelligenten Software.

23. September 2016

Interessenten können eine CAD-Zeichnung für ein Musterprodukt auf einem Datenstick mitbringen. „So können wir zusammen mit dem Gast die Skizze direkt an der Maschine eingeben. Unser neues Feature übersetzt sie in wenigen Minuten in ein Programm, mit dem unsere Premo zunächst einen Rohling bearbeitet. Die Drückform bildet die Basis für den anschließenden Drückvorgang“, erläutert Helmut Schön, Vertriebsleiter der Abacus Maschinenbau GmbH.

Kein „Einteachen“ mehr nötig

Selbst eine Freihandzeichnung lässt sich schnell in eine praktikable Form bringen. Am Bildschirm werden die Radien exakt definiert und einige Parameter in Abhängigkeit vom verwendeten Material der Ronde feinjustiert. Das „Einteachen“ der Form und der Bearbeitungsschritte entfällt, und gerade für die Bediener wird der Vorgang deutlich einfacher.

Die Neuheit kann den gesamten Drückprozess beschleunigen. Benötigt beispielsweise der Prototypenbau vom ersten Entwurf bis zum fertig gedrückten Muster mehrere Wochen, lässt sich der Prozess jetzt auf wenige Minuten verkürzen.

Gerade im Entwicklungs- und Designprozess macht sich die Zeitersparnis bemerkbar: Sollte sich zum Beispiel herausstellen, dass die ursprünglich entworfene Form noch optimiert werden muss, lässt sich das Design ohne Zeitverlust anpassen, anstatt wochenlang auf das neue Muster zu warten.

Innovation drückt neben Formen auch die Kosten

„Nach unseren Berechnungen lassen sich im Prototypenbau die Stückkosten erheblich drücken. Selbstverständlich können die ermittelten Parameter für die verschiedenen zu erzeugenden Rundungen ebenso in der Serienfertigung genutzt werden“, so Helmut Schön weiter.

Auf der Euroblech zeigt Abacus die Bearbeitung kaltverformbarer Materialien an einer Premo 600. In der Realisierung bei den Kunden kann die Technik ebenso für andere Ronden- und Produktgrößen Anwendung finden. Darüber hinaus sind Erweiterungen des Verfahrens nach kundenspezifischen Anforderungen möglich. So hat Abacus gemeinsam mit Fraunhofer eine laserunterstützte Drücktechnik zur punktgenauen Erwärmung der Ronden für warmverformbare Materialien entwickelt.

Die Premo-Drückmaschinen funktionieren dank ihrer Servomotoren im Vergleich zu hydraulischen Anlagen deutlich energiesparender. 14 einzelne, frei programmierbare CNC-Achsen sorgen für eine hohe Flexibilität. Das Einrichten der Maschine für die Umformung neuer Werkstücke funktioniert schnell. So können beispielsweise früher verwendete Bearbeitungsprogramme abgerufen und geladen und die Produktion in kürzester Zeit wieder aufgenommen werden.