In großen Schritten zur intelligenten Fabrik

Digitalisierung und Vernetzung sind in der Metallverarbeitung rasant auf dem Vormarsch – auch in der Lager- und Sägetechnik. Manuelle Prozesse weichen einem durchgängig gesteuerten, intelligenten Materialfluss, in dem alle Komponenten autonom miteinander kommunizieren. Kasto hat zahlreiche Lösungen, um die Metallverarbeitung in Zeiten von Industrie 4.0 leistungsfähiger, flexibler und kosteneffizienter zu gestalten.

21. März 2019
In großen Schritten zur intelligenten Fabrik
Die Digitalisierung und Vernetzung von Produktions- und Logistikprozessen ist in der Metallverarbeitung auf dem Vormarsch. (Bild: Kasto)

Ob im Stahlhandel, der Automobilindustrie oder im Maschinenbau – metallverarbeitende Unternehmen sehen sich seit Jahren steigenden Anforderungen gegenüber. Kunden erwarten Flexibilität, von Losgröße Eins bis zur Großserie. Die Vielfalt an Materialien und Abmessungen nimmt zu, gleichzeitig wachsen die Ansprüche an die Qualität und der Kostendruck. Um im Wettbewerb langfristig bestehen zu können, sind Lösungen gefragt, die unterschiedliche Produktionsaufgaben flexibel und effizient umsetzen können.

Die Fertigung organisiert sich selbst

Ein Schlüssel dazu ist die Digitalisierung und Vernetzung von Produktions- und Logistikprozessen. In der modernen Metallverarbeitung sind Maschinen, Anlagen, Waren und Ladungsträger über die Cloud verbunden und können miteinander kommunizieren. Intelligente Sensorsysteme liefern dazu aktuelle Statusinformationen in Echtzeit. Sämtliche prozessrelevanten Daten werden erfasst und analysiert. Das ermöglicht es Anwendern, ihre Wertschöpfung dezentral, autonom und bedarfsorientiert zu optimieren. Der Weg von der Rohware zum fertigen Produkt wird damit schneller, flexibler, ressourcenschonender und kosteneffizienter.

Das beginnt bereits bei der Lagerung: Anstelle der früher weit verbreiteten Boden- oder Kragarmlagerung setzen Unternehmen vermehrt auf vollautomatische Langgutlager. Die softwaregesteuerten Systeme überzeugen durch eine deutlich höhere Lagerdichte, durch schnelle Zugriffszeiten und eine hohe Bestandstransparenz. Auch die Sägetechnik – oftmals die erste Bearbeitungsstation nach dem Auslagern – ist immer häufiger mannlos organisiert. Sägemaschinen können mit Manipulatoren und Fördertechnik nahtlos an das Rohwarenlager angeschlossen und darüber mit den benötigten Materialien versorgt werden. Der Sägevorgang selbst läuft ebenfalls oft autonom ab. So entstehen hoch integrierte Systeme, die nahtlos in einen durchgängigen Materialfluss eingebunden sind.

Vom Rohmaterial bis zum fertigen Teil

Ein Anbieter von Industrie-4.0-Lösungen für die Metallverarbeitung ist Kasto. Das Unternehmen realisiert für seine Kunden kombinierte Lager-Säge-Roboter-Systeme, in denen vom Einlagern des Rohmaterials bis zur Kommissionierung der Abschnitte sämtliche Lager-, Handling-, Säge-, Markier-, Palettier- und Bündelungsprozesse vollautomatisch ablaufen. Besonders wichtig ist dabei eine reibungslose Kommunikation: Alle Komponenten müssen »dieselbe Sprache sprechen«. Möglich wird das über durchgängige Steuerungssysteme und passende Schnittstellen. Kasto bietet etwa mit ›Kastologic‹ ein modulares Warehouse-Management-System (WMS), das speziell auf die Anforderungen in der Langgut- und Blechlagerung abgestimmt ist. Es bildet sämtliche Prozesse zwischen Wareneingang und Versand transparent ab und sorgt für eine effiziente Steuerung des gesamten Materialflusses.

Die Software optimiert die Prozesse im und um das Lager. Zum Beispiel gestaltet sie die Fahrwege von Regalbediengeräten effizienter, indem sie Leerfahrten vermeidet und häufiger benötigte Artikel näher an Ein- und Auslagerstationen platziert. Die Verwaltung von Aufträgen, Chargen, Restteilen und Anschnitten, eine permanente Inventur sowie die Möglichkeit, flexibel verschiedene In-Out-Strategien und Kommissionierprinzipien anzuwenden, sind weitere hilfreiche Funktionen von Kastologic. Die Analysetools überwachen sowohl die Auslastung des Gesamtsystems als auch die einzelner Komponenten. Somit lässt sich das Potenzial der Intralogistik voll ausschöpfen: Überflüssige Fahrwege oder unnötige Wartezeiten werden vermieden, mögliche Veränderungen können vorab simuliert und ausprobiert werden.

Passende Schnittstelle für jedes System

Über maßgeschneiderte Schnittstellen lassen sich das WMS Kastologic, aber auch einzelne Maschinensteuerungen von Kasto mühelos an ein übergeordnetes Host-System im Unternehmen anbinden – von SAP über Infor oder Microsoft Dynamics bis zu spezifischen Softwarelösungen. Die einheitliche Kommunikationsstruktur erhöht die Transparenz und Effizienz enorm. Aufträge lassen sich bequem steuern, und die in den Lagern und Sägemaschinen erfassten Daten können übergreifend genutzt und analysiert werden. Das ermöglicht eine durchgängige Rückverfolgung bestimmter Waren und Werkstücke, eine gleichmäßige Auslastung des Maschinenparks mit kurzen Nebenzeiten, eine bessere Qualitätskontrolle und eine bessere Planung von Wartungen. Auch Reststücklängen und Lagerbestände lassen sich mit den Informationen nachhaltig optimieren.

Effizienter Sägen mit Roboteranbindung

Mit der Roboteranbindung ›Kastosort‹ hat Kasto zudem eine Lösung im Portfolio, mit der sich vor- und nachgelagerte Fertigungsprozesse automatisieren und in einen Materialfluss integrieren lassen. Industrieroboter können die Sägeabschnitte selbstständig entnehmen und zahlreiche weitere Aufgaben übernehmen: von Entgraten und Anfasen über Zentrieren und Gewindeschneiden, Markieren und Bedrucken bis hin zum Sortieren, Abstapeln und Kommissionieren. Mit einem Behältermanagement oder fahrerlosen Transportsystemen lässt sich die Roboter-Säge-Lösung weiter verketten. Kasto integriert die Robotersteuerung je nach Bedarf des Kunden in die Sägesteuerung, das WMS oder in ein ERP-System. Der Anwender kann damit auch diesen Arbeitsschritt zentral steuern und überwachen.

Maschinen jederzeit im Blick

Mit der Kastoapp hat Kasto eine Anwendung für die übersichtliche Visualisierung seiner Sägemaschinen auf den Markt gebracht. Sie bietet eine Statusübersicht aller im Netzwerk vorhandenen Maschinen, die mit den Steuerungssystemen ›Smartcontrol‹, ›Advancedcontrol‹, ›Procontrol‹ oder ›Expertcontrol‹ ausgestattet sind.

Der Name jeder Säge sowie die Maschinennummer und der Maschinentyp sind auf einen Blick ersichtlich. Läuft eine Säge im Automatikbetrieb, kann die Kastoapp außerdem auf die in der Steuerung hinterlegten Informationen zugreifen. Damit erhält der Benutzer genaue Auskünfte über Parameter wie Artikel, Abschnittlänge, Stückzahl, Vorschub- und Schnittgeschwindigkeit.

Fernwartung mit Augmented Reality

Einen Schritt weiter geht Kasto mit seinem Assistenzsystem ›Visual Assistance‹: Dieses nutzt das Konzept der Augmented Reality, um die Fernwartung von Maschinen und Anlagen zu vereinfachen. Herzstück ist eine interaktive App für Tablets, Smartphones oder Smart Glasses. Kunden können sich damit per Video- und Audio-Stream mit den Service-Mitarbeitern verbinden. Anwender und Techniker teilen in Echtzeit das gleiche Blickfeld. Das hilft, eventuelle Störungen schnell zu identifizieren.

Kasto hat über die App auch die Möglichkeit, visuelle Hilfestellung zu leisten und zum Beispiel Markierungen im Live-Video einzublenden. Während der Kunde vor Ort die Wartung oder Reparatur an der Säge oder dem Lager macht, bekommt er die Informationen direkt in seinem Display angezeigt. Nutzt er die Datenbrille, hat er dazu noch die Hände frei. Die Service-Techniker von Kasto sind virtuell vor Ort und leiten die Mitarbeiter entsprechend an.