In der Praxis bewährt

Pfiffige Ideen sind das Kapital des Blechbearbeiters Böhmer + Klöckner aus Alpenrod. Dabei spielen drei Weinbrenner-Abkantpressen eine tragende Rolle in der Fertigung des Blechbearbeiters.

16. November 2006

»Gute Maschinen, gute Leute und gute Beratung«, dreimal ›Gut‹ attestiert einer der beiden geschäftsführenden Gesellschafter der Böhmer + Klöckner GmbH (www.boehmer-kloeckner.de), Peter Böhmer, der Firma Weinbrenner (www.weinbrenner-online.com). Drei Abkantpressen des schwäbischen Unternehmens stehen im rheinland-pfälzischen Alpenrod in der Fertigung des Blechspezialisten Böhmer + Klöckner. »Wir bearbeiten Bleche von 0,5 bis 25 Millimeter Stärke. Das Gros jedoch sind Bleche von 1 bis 3 Millimeter. In den letzten Jahren haben wir zunehmend Edelstahl bis 8 Millimeter verarbeitet.« Peter Böhmer schwört auf Präzision beim Stanzen, Laserschweißen und natürlich auch beim Biegen. »Mit Hilfe der Triangulationsmessung des Laser-Messsystems ›alphacorrect II‹ von Weinbrenner können wir heute eine Winkelgenauigkeit von +/-?0,5 Grad realisieren.« Das war nicht immer so, denn Böhmer + Klöckner war 1999 einer der ersten Anwender des Messsystems. »Die erste Version hatte noch gravierende Mängel. Da uns der damalige Firmenchef Edmund Weinbrenner versprochen hatte, ›das System funktioniert!‹, setzten er und seine Mitarbeiter alles daran, die Mängel zu beseitigen. Nach einiger Zeit fragte man mich, ob wir eine Produktionspause einlegen könnten, um die neue Version des alphacorrect installieren zu können. Zwei Mitarbeiter von Weinbrenner haben daraufhin innerhalb von einer Woche das neue Messsystem hier vor Ort installiert und seitdem funktioniert es tadellos«, so Peter Böhmer im Rückblick. »Bei einfachen Bauteilen geringer Blechdicke (simpelster Fall: Winkel 1.400/140/2 aus 2 mm DC01) kann der Mitarbeiter die Maßkorrektur einfach per manueller Programmänderung erzeugen. Hier ist er in der Regel in der Lage, ein fehlgebogenes Blech zu korrigieren. Bei 10 mm S235JRG2 ist eine Biegewinkelkorrektur bei Unterbiegung schwierig, bei Überbiegung unmöglich«, verrät Peter Böhmer die Handhabung aus der Praxis.

Technologisch spitze

»1992 kauften wir die Sechs-Meter-Gesenkbiegepresse GP200/6000 mit 200 Tonnen Presskraft. 1998 folgte eine weitere Gesenkbiegepresse mit Biegelänge 3.000 mm mit allen Optionen, drei Jahre später eine weitere mit geringerer Presskraft«, so Peter Böhmer. Optional wurden hier unter anderem verschiedene Sensoriken, Anschlagvarianten, selbstverständlich Bombierung und Biegehilfe eingesetzt. Gegenwärtig gibt es für die verschiedenen Pressen etwa 250 verschiedene Sonderwerkzeuge, mit denen je Woche etwa 900 verschiedene Teile hergestellt werden, Varianten eines Grundtyps dabei nicht mitgerechnet. Zudem fertigt der Blechbearbeiter hier auch die Prototypen für seine Kunden. Ein Blick in die Fertigung des Alpenroder Blechfertigers zeigt die Vielfalt der Fertigungsmöglichkeiten. Auch mit dem Regallager hat es seine besondere Bewandtnis: »Wir lagern hier eine Vielzahl an Materialgüten, auch Sonderstähle. So können wir innerhalb kürzester Zeit aktiv werden. Ziel ist es, dass der Kunde spätestens innerhalb einer Woche sein Teil geliefert bekommt, egal welche Blechgüte er bevorzugt.« Viele Kunden im Umkreis von etwa 120 Kilometern wissen diese Flexibilität zu schätzen.

Spezialitäten

Auch Hersteller großer Filteranlagen sind inzwischen auf Böhmer + Klöckner aufmerksam geworden. »Wir sollten ein Angebot erstellen für die Herstellung eines Scheibenfilter­elementes«, so Peter Böhmer. »Der Aufbau eines solch komplizierten Elementes hat sich seit 1927 nicht wesentlich verändert. Bei der Herstellung gab es viele kritische Punkte, die Einfluss auf die Präzision des Filterelementes nehmen können. Daher schlugen wir dem Kunden vor, eine völlig andere Konstruktion zu wagen.« Da die Segmente für bestimmte Anwendungen in langjähriger Praxis funktionierten, wurde der Konstruktionsvorschlag zunächst verworfen. Als aber der Prototyp aus wenigen Blechbauteilen vorlag, testete man ein solches Element und vergab den Auftrag für weitere Elemente. »Wir arbeiten hier mit neuesten Technologien. Die beiden Blechfilterschalen etwa werden mit 3,5 Metern Laserschweißnaht gefügt. Das Laserschweißen reduziert die Durchlaufzeit der Teile im Hause um ca. 40 % gegenüber der alten Konstruktion, und nachgelagerte Arbeiten - wie Richten und Glühen - entfallen schlicht und einfach. Diese Produkte sind ein Paradebeispiel für die Vorzüge des Laserschweißens.«

Bestens Beraten

Zurück zur Blechbiegerei: Dass Peter Böhmer die Technik, Präzision und Robustheit der Weinbrenner-Abkantpressen besonders überzeugt, ist die eine Seite. Was er besonders an Weinbrenner schätzen gelernt hat, sind deren kompetente Berater: »Der Fokus der Berater lag stets auf dem Nutzen des Kunden, wobei Nutzenerweiterungen durch Ausstattungsoptionen immer ein Thema sind. Bei Weinbrenner war das Standard, was bei anderen zur Sonderausstattung gehörte. Und was bei Weinbrenner zur Sonderausstattung gehörte, war halt bei vielen anderen erst gar nicht zu bekommen.« Sicherlich ist es nicht zuletzt dem Maschinenpark bei Böhmer + Klöckner zuzurechnen, dass die Erfolgskurve des Unternehmens in den letzten Jahren bisher nur in eine Richtung zeigte: nach oben.

BackgroundDie Meister des Biegens

Name _ Weinbrenner Umformsysteme GmbH & Co. KG.

Geschäftsführer/Eigentümer _ Martin Buchholz

Mitarbeiter _ 60

Produkte _ Gesenkbiegepressen, Gesenkbiegepresse mit Roboter (automatisierte Lösungen) und Biegezentren, sowie Serviceleistungen rund um den Maschinenbau. Auf der Euroblech 2006 ist Weinbrenner in Halle 27, Stand B 45, und zeigt hier unter anderem seine Gesenkbiegepresse GP und das Biegezentrum B12.

Know-howBlech ist ihre Welt

Böhmer + Klöckner wurde 1981 gegründet. Das Unternehmen hat sich auf die Fertigung von Einzelstücken, kleinen und mittleren Serien nach Kundenspezifikation spezialisiert. Als Vormaterial verarbeiten die Blechspezialisten Stahl, Edelstahl, Spezialstähle (hitzefest, verschleißfest, chemikalienbeständig, ...) Aluminium, Kupfer, Messing und Titan. 50 Mitarbeiter arbeiten im Unternehmen, das vom Stanzen, Biegen, der Oberflächenbearbeitung bis hin zum Laserschneiden und auch -schweißen über zahlreiche Fertigungsmöglichkeiten verfügt. Geschäftsführende Gesellschafter sind Werner und Peter Böhmer.

Erschienen in Ausgabe: 10/2006