Im Spannungsfeld Premium – Low Cost

Das Motto des Aweba-Symposiums hätte treffender nicht gewählt sein können: „Made in Germany: im Spanungsfeld Premium – Low Cost“. Wie sehr der steigende Kostendruck und der globale Wettbewerb die Verantwortlichen in den Unternehmen beschäftigt, zeigte sich an der überaus regen Teilnahme an dem Event.

09. Oktober 2013
Die Teilnehmer des Symposiums informierten sich auch über neueste werkzeugtechnische Entwicklungen
Bild 1: Im Spannungsfeld Premium – Low Cost (Die Teilnehmer des Symposiums informierten sich auch über neueste werkzeugtechnische Entwicklungen)

Über 300 hochkarätige Teilnehmer aus Industrie, Verbänden, Politik sowie Forschung und Entwicklung kamen am 12. September 2013 bei der Aweba Werkzeugbau in Aue zusammen, um Antworten auf die globalen Herausforderungen zu finden, vor denen der Produktionsstandort Deutschland heute steht.

Auch bei Aweba sieht man sich dem Spannungsfeld Premium – Low Cost mehr denn je ausgesetzt, dennoch vertraut man als Traditionsbetrieb mit über 125-jährigem Bestehen auf alte Werte, allerdings in Kombination mit Innovation und Hightech. Stete Entwicklungsarbeit, Ideenreichtum und Innovationskraft, gepaart mit Erfahrung, Know-how und modernstem Produktionsequipment, das Präzisionsbearbeitungen im Mikrometerbereich erlaubt, gelten im Werkzeugbau heute als Voraussetzung, um am Hochlohnstandort Deutschland wettbewerbsfähig anbieten zu können.

Produktion am Standort Deutschland favorisiert

Geschäftsführer Udo Binder sieht die Aweba diesbezüglich gut aufgestellt: „Wir fertigen unser gesamtes Werkzeugspektrum für die Bereiche Umformen, Druckgießen, Schneiden und Feinschneiden ausschließlich am Standort Deutschland. Wir haben uns auf komplexe Präzisionswerkzeuge erster Güte, die vorwiegend im Bereich Powertrain zum Einsatz kommen, spezialisiert. Hier sind die Anforderungen an Präzision und Verschleißfestigkeit extrem hoch. Dennoch muss auch Premiumqualität bezahlbar bleiben, so dass heute jedes Projekt unter entsprechendem Kostendruck steht.“

Dass nicht nur der Werkzeugbau, sondern auch die Automobilindustrie, Tier 1 und die komplette Gießereibranche vor großen Herausforderungen stehen, machten interessante Vorträge von hochkarätigen Gastreferenten deutlich: So sprach Dr. Josef Meinhardt, Leiter Standardisierung, Konstruktion, Innovationen der Technologie Umformung bei der BMW Group, über Produktionserfahrungen nach der strategischen Neuausrichtung der Presswerke der BMW Group. Hier ist es dem Automobilhersteller nicht zuletzt durch konsequenten Einsatz von Servopressen gelungen, in sämtlichen Presswerken neue Maßstäbe in puncto Effizienz und Produktivität zu setzen.

Mit Hightech und Innovationskraft gegen den Kostendruck

Die Lage in der Gießereibranche schilderten bekannte Referenten aus unterschiedlichen Blickwinkeln: Während Prof. Dr.-Ing. Klaus Eigenfeld, Direktor des Gießereiinstitutes der TU Bergakademie Freiberg, den Druckguss im Wandel der Zeit beleuchtete, formulierte Gerd Röders, Präsident des Verbandes Deutscher Druckgießereien, provokant: Wie überleben Gießer in der globalen Welt? Natürlich gab es für diese Frage keine Patentlösung, doch ein flexibler Mittelstand mit hochqualifiziertem Personal, Innovationskraft, effizienter Fertigungsorganisation und hoher Produktivität bringt alle Voraussetzungen mit, um sich dem steigenden Wettbewerbsdruck zu stellen.

In weiteren spannenden Vorträgen informierten renommierte Referenten aus dem Kreise der OEM, Zulieferer und Hochschulen über wegweisende Technologien und Verfahren aus den drei Themenfeldern Umformen, Gießen und Schneiden. Zu der Wohlfühlatmosphäre in Aue trug auch die professionelle Ausrichtung des Events bei, die im Verantwortungsbereich von Susann Schurig, Marketingleiterin und Geschäftsleitungsassistentin bei Aweba, lag. „Es freut mich besonders, dass trotz der zeitgleich stattfindenden IAA so viele Besucher den Weg nach Aue gefunden haben“, so Susann Schurig.