„Ich wünsche mir ein Fernglas…“

Der „Days“-Macher Ulrich Brosz startet vom 21. bis 23. September 2005 die 2. Stamping-Days-Pforzheim, den Treffpunkt der Hochleistungsstanztechnik.

11. Juli 2005

br: Herr Brosz, Sie haben es geschafft: Die 2. Stamping-Days-Pforzheim können vom Stapel laufen. Wurden Ihre Erwartungen im Vorfeld der Messe erfüllt?

Ulrich Brosz: Man wird ja immer schief angeschaut, wenn man sagt, daß alles super läuft. Aber in diesem Fall kann ich nicht anders. Die Aussteller der 2. Stamping-Days-Pforzheim haben sich fast alle aus eigenem Antrieb angemeldet. Das spricht ja für sich selbst und natürlich für die Messe. Ich habe nun die traumhafte Situation, daß ich in dem Moment mit Werbung an den Markt gehe, in dem die Messe ausgebucht ist. Das hat natürlich auch den Vorteil, daß ich mich nun - genau wie die Aussteller - ausschließlich auf Besucher-Werbung konzentrieren kann. Wir ziehen also alle am gleichen Strang.

Sie firmieren extra für Ihre Messen unter neuem Namen. Statt Nexxus IndustrieWerbung nun Exhibition-Days & Partner. Was ist der Hintergrund?

Hinter Nexxus stehe ich als Person. Hinter den Messen, also hinter den „Days“, stecken aber noch zwei weitere Köpfe, die als Kooperationspartner in der Firma Exhibition-Days untergebracht sind. Wobei sich die Partnerschaft mit Herrn Ihlenfeld von der PKM Pforzheim Kongress- und Marketing GmbH, sowie mit Herrn Spahn von der Firma Webcontact, als Königsweg herausgestellt hat: Jeder in der Exhibition-Days hat seinen Aufgaben- und Tätigkeitsbereich, und so können wir in -weniger als 10 Monaten auch eine neue technische Fachmesse realisieren, wenn wir die Idee dazu haben und die Recherchen grünes Licht anzeigen.

Anerkennung für die Stamping-Days erhalten Sie auch von den Großen der Branche. Was haben die Stamping-Days-Pforzheim, was andere Messen nicht haben?

Das von anderen Messen nicht kopierbare „Etwas“ ist mit -Sicherheit der Standort Pforzheim. Und damit ist klar, daß die Stamping-Days in dieser Form nur in unserer Region - also im Raum Pforzheim-Karlsruhe - machbar sind. Hier ist ein großer Teil der Aussteller ansässig, hier konzentriert sich die Branche - und deshalb ist Pforzheim der Katalysator für diese Messe. Hinzu kommt außerdem, daß viele Messebesucher ihren Aufenthalt in Pforzheim mit Firmenbesuchen kombinieren. Der zweite und nicht minder ausschlaggebende Punkt ist natürlich der Typus der Messe. Die Stamping-Days sind als „Tischmesse“ konzipiert, also als Messe ohne Materialschlacht - was die Messe für die Aussteller zum finanziellen Leichtgewicht macht.

Was wollen Sie organisatorisch besser machen?

Organisatorisch kann ich ja nur das verbessern, was das letzte Mal nicht gut lief beziehungsweise von Seiten der Besucher und/oder Aussteller bemängelt oder vorgeschlagen wurde. Da gibt es ein paar Dinge, die müssen verbessert werden - wie etwa die Ausschilderung zum CongressCentrum und anderes. Aber das haben wir bis zur Veranstaltung alles im Griff.

Neben den Stamping-Days haben Sie für die spanende Zunft (Dreher und deren Zulieferer) die Turning-Days ins Leben gerufen. Haben Sie noch irgendwelche »Days« in der Hinterhand, die Sie unbedingt in Pforzheim stattfinden lassen wollen?

In der Tat planen wir derzeit ein drittes Projekt für Pforzheim. Wir sind aber noch in der späten Recherche-Phase. Es sieht aber ganz gut aus.

Mehr kann und möchte ich dazu nicht sagen. Darüber hinaus sind wir mit unseren Aktivitäten ja nicht auf Pforzheim -begrenzt, wie die kommen den Turning-Days-Villingen/Schwenningen zeigen.

Die Stamping-Days wurden von Anfang an virtuell von einem Internetportal für Stanzer begleitet. Ist das Angebot ausbaufähig, oder hat es bereits eine breite Akzeptanz erfahren?

So wie die Stamping-Days zum Selbstläufer wurden, so ist das Internetportal „Stanzer-Forum.de“ zum Rohrkrepierer geworden. Das liegt aber nicht an mangelnder Akzeptanz von Seiten der Branche. Wir haben schon zahlreiche Anmeldungen für die Teilnahme am Portal vorliegen. Der Rohrkrepierer wurde von uns selbst geschaffen, weil wir uns um das Portal zeitlich gar nicht kümmern konnten. Im Moment sind wir in Verhandlung mit einem möglichen Betreiber, der uns hier unterstützen möchte.

Eine gute Fee kommt nach Pforzheim und Sie haben drei Wünsche frei. Können Sie mir einen Wunsch nennen?

Klar! Bezogen auf unsere Aktivitäten und Messen im Raum Pforzheim gibt es einen Wunsch: Ich wünsche mir ein Fernglas, mit dem ich alle -Unternehmen aufspüren kann, die mit ihren zum Teil hochspezialisierten Leistungen nach wie vor in der Anonymität arbeiten. Ich schätze, daß wir von allen Unternehmen, die es in der Region gibt, noch nicht einmal 50 Prozent kennen. Würde dieses Potential öffentlich zutage treten, hätten wir eine europaweit einmalige Profilierung der Region, die letztlich allen ansässigen Unternehmen zugute käme. _

Die Fragen stellte Erik Schäfer

Erschienen in Ausgabe: 05/2005