IBU und KIST starten Info-Kampagne für den ›Stanz- und Umformmechaniker‹

IBU aktuell

Eine Info-Kampagne soll den neuen Beruf des „Stanz- und Umformmechanikers“ stärker ins Blickfeld rücken. Und die Zahl der Ausbildungsverträge für 2017/18 deutlich erhöhen. „Der Markt braucht hoch qualifizierte Fachkräfte in Zuliefererbranchen der Automobilwirtschaft, Konsumgüter- und Investitionsgüterindustrie“, unterstreicht Bernhard Jacobs, Geschäftsführer des Industrieverbandes Blechumformung (IBU).

06. Oktober 2016

Noch ist der Beruf zu unbekannt – das soll sich nun ändern. Gemeinsam mit dem Kompetenz- und Innovationszentrum für die Stanztechnologie e.V. Dortmund (KIST) hat IBU die ersten Info-Veranstaltungen in Berlin und Ostwestfalen-Lippe gestartet. Weitere werden folgen.

»Beschulung ist ein zentraler Punkt«

Mit der Kampagne wollen die Initiatoren den Bekanntheitsgrad gezielt erhöhen. Neben Beiträgen in Fachmedien gibt es Info-Veranstaltungen mit Details zu Beruf, Ausbildungsinhalten und Möglichkeiten der Beschulung.

Laut Bernhard Jacobs ist gerade die Beschulung ein zentraler Punkt. In vielen Regionen sei das Fehlen von Fachklassen ein großes Thema.

Info-Kampagne bringt IHKs, Berufsschulen und Ausbildungsbetriebe an einen Tisch

Die Info-Kampagne bringt Industrie- und Handelskammern, Berufsschulen und Ausbildungsunternehmen an einen Tisch. In NRW kommen auch Vertreter der Regierungsbezirke hinzu. »Die gezielte Ansprache und daraus resultierend das gemeinsame Wirken aller Akteure ist notwendig. Einzelaktionen versanden. Wir brauchen diesen Beruf und fordern zur Mitarbeit auf«, so die Erfahrung von Joachim Adolphs, dem Geschäftsführer des KIST e.V.

Events zeigen Wirkung: mehr Ausbildungsplätze in Berlin und Ostwestfalen-Lippe

»Die ersten beiden Events zeigen bereits Wirkung. In Berlin und Ostwestfalen-Lippe ist die Zahl der Ausbildungsplätze gestiegen. Außerdem arbeiten alle Beteiligten gemeinsam daran, die Beschulungsproblematik zu lösen«, freut sich Jacobs.

Markt fordert dieses neue Berufsbild

Das noch junge Berufsbild des Stanz- und Umformmechanikers wurde seit 2008 aufgrund gestiegener Marktanforderungen entwickelt. Unternehmen der Stanz- und Umformindustrie sind vor allem als Zulieferer für Automobilwirtschaft, Konsumgüter- und Investitionsgüterindustrie aktiv – unter anderem für Maschinen- und Anlagenbau, Elektrotechnik, Elektronik oder Bereiche der erneuerbaren Energien. Die dynamische Entwicklung in diesen Branchen zwingt auch ihre Partner zu strategischen Anpassungen.

Fachliche Kompetenz und fundiertes Prozesswissen

»Mitarbeiter mit hoher fachlicher Kompetenz und fundiertem Prozesswissen sind gefragter denn je. Gleichzeitig ist absehbar, dass aufgrund der betrieblichen Altersstruktur Leistungsträger mit Know-how und passgenauer Qualifikation in wenigen Jahren ausscheiden werden«, verdeutlicht Bernhard Jacobs. »Den Unternehmen ist aber mittlerweile bewusst, wie wichtig es ist, in Ausbildung zu investieren.«

Breit ausgelegter Ausbildungsplan

Auf stetiges Drängen von Unternehmensseite gelang vor drei Jahren die Einführung des ›Stanz- und Umformmechanikers‹. Auf dem breit angelegten dreijährigen Ausbildungsplan stehen unter anderem das Einrichten und Führen von verketteten Maschinen und Anlagen im integrierten Fertigungsprozess sowie das Steuern und Überwachen des Materialflusses. Dazu kommen Wartung und Inspektion von Stanzautomaten und Pressen inklusive der Behebung von Störungen. Angehende Stanz- und Umformmechaniker lernen zudem, qualitätssichernde Maßnahmen durchzuführen und hochwertige Verbundteile aus Metall und Kunststoff zu fertigen.

»Beruf trägt hohem Qualifikationsbedarf Rechnung«

»Dieser Ausbildungsberuf trägt dem Qualifikationsbedarf der Branche Rechnung. Zugleich ist er ein wichtiger Schritt zur dringend notwendigen Nachwuchsgewinnung von Fachkräften«, betont auch Adolphs. Das von ihm geleitete KIST hat seit 2008 intensiv an der Einführung des Berufes mitgearbeitet – im Rahmen seines bundesweiten Branchennetzwerkes und in enger Abstimmung mit Sozialpartnern. Und damit einen wesentlichen Beitrag zur Ausgestaltung der Ausbildungsinhalte geleistet.

Weitere Info-Veranstaltungen bundesweit

Zur Zeit planen IBU und KIST weitere Info-Veranstaltungen bundesweit, so in Kehl und Pforzheim, im Märkischen Kreis und der Region Wuppertal/Velbert/Heiligenhaus. Auch in Sachsen und rund um Nürnberg werden entsprechende Events stattfinden.

Informationen zum Beruf ›Stanz- und Umformmechaniker/-in‹ und zu geplanten Veranstaltungen:

Kompetenz- und Innovationszentrum für die StanzTechnologie e.V.

Joachim Adolphs / Geschäftsführer

Martin-Schmeißer-Weg 19, 44227 Dortmund;ja@kist-do.de

Erschienen in Ausgabe: 06/2016