IBU bei Arku

Baden-Baden, 1. März Allein für die Arku-Hausausstellung von 8 bis 12 Uhr lohnte die Anreise. Nachmittags zeigten Kompetente Referenten die „Trends in der Coilverarbeitung“ auf

31. Mai 2005

Der Spezialist in Sachen Coil- und Richttechnik, Arku, zeigte in seiner Hausausstellung eine ungewöhnliche Bandbreite an Maschinen. Hochleistungsrichtmaschinen, Coil-Haspeln (Coil-Wechselzeiten 2 min), Zuführeinrichtungen und natürlich die Kombination von Haspel, Präzisionssrichtmaschine und der Trumatic HSL 2502C-Laserschneidmaschine von Trumpf, die die kontinuierliche Dünnblechbearbeitung ermöglicht (HSL-System) - vielleicht sogar in Konkurrenz zur Stanzmaschine? -, stellte das innovative Unternehmen aus.

„Seit 1992 sind wir Mitglied beim IBU“, so Albert Reiss, Geschäftsführer von Arku bei seiner Unternehmensvorstellung. „Wir sind Marktführer bei den Pressenvorschubanlagen. 60% unserer Anlagen kommen aus diesem Segment.“

Zwei Jahre Gewährleistung - das sind rund 7.000 Betriebsstunden - gibt das nach der strengen VDA 6.4 zertifizierte, Unternehmen auf seine Maschinen. Ein deutliches Zeichen, daß man hier die Zuverlässigkeit als echtes Markenzeichen betrachtet.

IBU vor Ort

Der 1. Vorstandsvorsitzende des Industrieverbandes Blechumformung e.V., Dr. Gerhard Brüninghaus, stellte den IBU unter »Gemeinsamkeit macht stärker« vor. Rechtsberatung, Kennzahlen, Stahlmarktinformationen, Kooperation et cetera, der technische Arbeitskreis unter Leitung von Dr. Andy Mumm - in dem die Mitgliedsunternehmen Netzwerke im Geiste der Forschung bilden -, sind die Themen des IBU.

Richten oder nicht?

Aus dem Fragezeichen »Richttechnik«, ein unverzichtbarer Bestandteil beim Umformen?, formte Prof. Dr. Horst Bräutigam von der FH Mannheim, Autor des Buches »Richten mit Walzenrichtmaschinen«, am Schluß seines Beitrages ein Ausrufezeichen. Anhand zahlreicher Beispiele erläuterte er die Anwendungsgebiete von Richt-, Präzisionsricht- und Hochleistungsrichtmaschinen und ging auf kommende Materialgüten ein. „Der Trend geht hin zu Materialien mit nicht ausgeprägter Streckgrenze (hochfeste Stähle), die neue Herausforderungen an das Richten stellen.“

Warum Lasern?

„Keine Angst vorm Laserschneiden“, sollten auch traditionelle Stanzbetriebe haben, die vom Coil arbeiten. Johannes Decker, Projektleiter bei Arku, stellte die wirtschaftliche Verbindung von Laser und Coil vor. Als „Kittelbrennfaktoren“ nannte er die Forderungen: Kürzere Entwicklungszeiten, Kostendruck, Bessere Materialausnutzung (Verfügbarkeit), hochfeste Materialien und höhere Variantenzahl bei gleichzeitig rückgängigen Stück-zahlen. Daß sich hier ein HSL-System - auch für Stanzer - rechnen kann, belegen erste Anwendungen.

Tailored Strips?

Die ThyssenKrupp Tailored Blanks GmbH, Dortmund, wurde von Werksleiter Hans-Peter Vogt repräsentiert. Er stellte das mit Arku, Trumpf und Dreistern gemeinsam entwickelte Projekt „Tailored Strips“ vor. Das neue Stahlprodukt - bis zu drei Streifen unterschiedlicher Dicke und Breite oder gar Stahlqualitäten, längs lasergeschweißt, als Coils aufgerollt fertig zum Stanzen und Umformen - dürfte Produkte und Fertigungsverfahren verändern. Gesamtbandbreiten bis 700 mm bei Materialstärken von 0,8 bis 2,5 mm, bei zwei bis drei Streifen - Einzelbreiten von 50 bis 420 mm - und einem Coilgewicht bis 15 t sind derzeit realisiert. »Die Gesamtbreite wird aber demnächst bis auf 1.200 mm gehen«, kündigte Hans-Peter Vogt an. Edelstahl und Stahl - wie DP 600, verzinkte Güten oder Warmband - können so sicher verbunden werden. Das innovative Stahlprodukt wird Kosten und Bauteilgewichte senken.

Erik Schäfer

Erschienen in Ausgabe: 03/2005