Hydraulische Spannelemente im Fokus

Ein großes Interesse an leicht nachrüstbaren Spannsystemen für die Rüstzeitoptimierung an Schnellläuferpressen registrierte der Spanntechnikspezialist Römheld auf dem Kongress Stanztechnik in Dortmund. Die Unternehmensgruppe zeigte auf der Veranstaltung eine breite Auswahl an hydromechanischer und hydraulischer Spanntechnik für die Erstausrüstung und den nachträglichen Einbau an Pressen und Stanzen. Vorgestellt wurden kompakte Produkte, die sich auch für die Installation bei beengten Platzverhältnissen eignen und bei Umgebungstemperaturen bis 120 Grad Celsius einsetzbar sind.

13. Mai 2016

Hydromechanische Spannmuttern können ohne Verrohrung einfach und schnell installiert werden. Sie sind wartungsfrei und dank ihres Durchgangsgewindes für jeden Spannrand geeignet. Eine optische Anzeige ermöglicht die Kontrolle der Spannkraft und sorgt für zusätzliche Sicherheit beim Spannen. Für unterschiedliche Anwendungsfälle steht eine breite Palette an Modellen bis 150 Kilonewton Spannkraft bei geringen Anzugsmomenten von 30 Newtonmeter zur Verfügung.

Hydraulische Einschub- und Winkelspanner

Mit hydraulischen Standardspannelementen wie Einschub- und Winkelspannern lassen sich die Werkzeuge an Schnellläuferpressen in Sekunden spannen und lösen. Gleichzeitig ermöglichen sie die Automation des Rüstens und sorgen darüber hinaus für ein gleichmäßiges und vollflächiges Spannen an Pressentisch und Stößel. Die Möglichkeit zur Überwachung der Spannkräfte erhöht zudem die Sicherheit.

Beide Typen von Spannelementen werden manuell in den T-Nuten positioniert, eine Werkzeugnormung hinsichtlich Breite und Tiefe ist nicht notwendig. Die einfach wirkenden Komponenten spannen hydraulisch auf dem Werkzeugspannrand und lösen durch Federkraft. Während ein Einschubspanner bei einem maximalen Betriebsdruck von 400 bar eine Spannkraft zwischen 19 und 78 Kilonewton erreicht, kann ein Winkelspannelement mit 110 Kilonewton spannen.

Prototyp des Einschubspanners Compact

Neben dem bewährten Standard-Einschubspanner konnten die Besucher des Stanztechnik-Kongresses erstmals den Prototypen einer Compact-Version in Augenschein nehmen. Bei gleichem Funktionsumfang wurden die Außenmaße deutlich verringert. Einem breiten Publikum aus der Umformtechnik soll das neue Spannelement auf der Euroblech vorgestellt werden.

Abgerundet wurde die Präsentation von Schnellspannelementen durch Magnetspannplatten, mit denen das Positionieren und Spannen von Werkzeugen wenige Sekunden dauert. Ein Vorteil ist die universelle Einsetzbarkeit: Werkzeuge und Formen müssen nicht mehr für den Gebrauch an Maschinen vereinheitlicht werden, denn mit den Magnetspannplatten lassen sich fast sämtliche Werkzeuggrößen, -geometrien und -gewichte schnell, sicher und exakt spannen.

Werkzeuge bis 500 Kilogramm transportieren

Ergänzend zu den Komponenten für das schnelle Spannen und Lösen von Werkzeugen zeigte Römheld zahlreiche Produkte für deren sicheren Wechsel an Pressen und Stanzen. Das Sortiment umfasst Medienkupplungen, Rollen- und Kugelleisten, Tragkonsolen sowie einen Transportwagen mit Hilfsantrieb, der das Bewegen von 500 Kilogramm schweren Lasten erleichtert.

Für den Strom sorgt ein integrierter Akku, der den Fahrbetrieb über mehrere Tage ermöglicht. Beim Ankoppeln am Pressentisch heben sich Kugeleinsätze auf der höhenverstellbaren Tischplatte an. Dadurch kann das Werkzeug leicht in die Maschine geschoben werden. Nach dem Abdocken des beladenen Wagens senken sich die Kugeln wieder selbsttätig ab. Das Werkzeug kann so transportiert werden, ohne dass es verrutscht.

Kongress Stanztechnik

Angaben des Veranstalters zufolge ist der Kongress Stanztechnik die weltweit größte Tagung der Branche. Rund 200 Teilnehmer folgten zwei Tage lang den Vorträgen von 19 Referenten, die sich in diesem Jahr um die Themen Standmengenerhöhung, Wertschöpfungssteigerung, Prozessrobustheit und Industrie 4.0 drehten.

Außerdem zeigten 40 Aussteller Produkte und Dienstleistungen rund um die Stanztechnik. Organisiert wird der Kongress vom Kompetenz- und Innovationszentrum für die Stanztechnologie Dortmund e.V. (Kist) und dem Lehrstuhl für Umformtechnik und Gießereiwesen der TU München. „Neben der Netzwerkpflege ist es unser Ziel, den Stand der technischen Entwicklung zu zeigen“, so Dr. Helmut Becker von Kist.