Nicht die billige Massenware, sondern Materialien und Oberflächen im Highend-Segment werden von Patz mit etwa 80 Mitarbeitern kundenspezifisch auf modernen Produktionsanlagen konfektioniert. Mit der jährlichen Auslieferung von mehr als 140.000 t (was einem Umsatz von etwa 85 Millionen € entspricht) angearbeiteter, oberflächenveredelter Flachprodukte pro Jahr gehört Patz europaweit zu den großen werksunabhängigen Stahl-Service-Centern.

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Der Service von Patz beginnt mit der fundierten Anwendungsberatung. Denn nur unter Ausnutzung aller Ressourcen steht am Ende der immer kürzeren Entwicklungszeiten ein bestmögliches Endprodukt. Zum Patz-Komplettpaket gehören außerdem die kundenbezogene Disposition und Lagerhaltung, die Materialprüfung und Zeugniserstellung bis hin zur individuellen Verpackung. Und der Erfolg gibt den Mudersbachern Recht: Das Branchen/Kunden-ABC reicht von Automobilbau über Dach-Wand-Fassade und der Möbelindustrie bis zu „weißer“ und „brauner“ Ware, sowie Zargen und Fensterprofilen.

Um die hohen Kunden-Qualitätsansprüche zu erfüllen, setzt man auf ein durchgängiges QM-System, zertifiziert nach DIN EN ISO 9002. Das fängt mit der sorgfältigen Lieferantenauswahl an, geht über vielfältige Eingangs-, Zwischen- und Endprüfungen bis hin zur kontinuierlichen Dickenmessung am Band und bezieht auch den Verbraucher durch eine permanente Bewertung mit ein. Dies gilt für das gesamte aktuelle Gütenspektrum einschließlich der rostfreien Edelstähle. Um die wachsenden Qualitätsansprüche fertigungsseitig realisieren zu können, investiert Patz stetig in modernste Produktionstechnik. Auf einer Hallenfläche von rund 15.000 qm findet man in Mudersbach präzise arbeitende Längs- und Querteilanlagen, Scheren und Umwickelanlagen, auf denen Breit- und Spaltband, Fix- und Lagerformate, sowie Zuschnitte maßgenau und schonend konfektioniert werden.

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Mit einem umfangreichen Lagerbestand von rund 30.000 t Vormaterial kann Patz schnell und flexibel auf alle Kundenwünsche reagieren. Besondere Aufmerksamkeit widmet Patz oberflächenveredelten Flachprodukten, beispielsweise bandverzinktes und bandaluminiertes Stahlblech und -band in verschiedensten Ausführungen oder bandlackierte und kunststoffbeschichtete Oberflächen für unterschiedlichste technische und ästhetische Anforderungen. Dabei kann zwischen Standard-RAL-Farben oder kundenspezifischen Farben und Systemen gewählt werden.

Neue Spaltanlage für noch mehr Qualität

Rund fünf Millionen Euro hat das Stahl-Service-Center jetzt in eine neue Spaltanlage investiert, auf der sich Coils automatisch verarbeiten lassen. Die zum 50-jährigen Unternehmensjubiläum eingeweihte Anlage hat der Kreuztaler Spezialist Georg Maschinenbau nach den hohen Patz-Anforderungen realisiert - sie ist „unsres Wissens nach die modernste in Europa. Denn wir haben dort einige Funktionsbausteine integriert, die unserer Qualitätsstrategie entsprechen“, wie der Patz-Geschäftsführer Frank Biesalski stolz kommentiert. Zur Entwicklung und Auslegung der einzelnen Funktionsgruppen standen Qualität und Präzision, aber auch Ergonomie und ein bestmöglicher Materialfluß im Fokus.

Dem Trend zu großen Coil-Gewichten und hochwertigen Oberflächen entsprechend, beeindruckt die neue Patz-Spaltanlage mit folgenden technischen Daten: 32-Tonnen-Coils mit einem Durchmesser von 2.000 mm und einer Breite von 1.650 mm lassen sich auf der derzeit einzigartigen Anlage exakt verarbeiten. Stahlbänder mit beschichteten Oberflächen und einer Materialstärke von 0,4 bis 4 mm werden kundenspezifisch konfektioniert - dies gilt auch für Edelstahl. 200 m pro Minute schafft die Anlage. Bis 60 Ringe in der Stunde werden nach den hohen Patz-Qualitätsrichtlinien verpackt.

Für die neue Anlage hat das Stahl-Service-Center seinen Hallenkomplex im Werk Mudersbach deutlich erweitert und modernisiert. Ein 36-t-Brückenkran überstreicht jetzt den zirka 1.000 qm umfassenden Fertigungsbereich und transportiert Coils zwischen LKW, Anlage und Lager. Eine 15 m tiefe Schlingengrube gewährleistet reibungslose Arbeitsabläufe selbst für große Coils mit mehreren Kilometern Bandlänge. Die Anlage ermöglicht es, zwischen die Stahlbleche Papier- und Folienlagen zum Schutz der Oberflächen einzubringen oder fettfreies Material mit einem leichten Fettfilm zu versehen. Ein radiometrisches Dickenmeßgerät überwacht während der Produktion die Präzision des verarbeiteten Stahlblechs. Für besonders oberflächenempfindliches Material wurde ein zweites Bremssystem eingebaut, um andere sensible Oberflächen ohne weitere Schutzmaßnahmen fehlerfrei zu bearbeiten. Halbautomatische Zwischenholzeinlagen und Paletten-Zuführsysteme stehen am Ende des Konfektionierungs-Prozesses.

Gleichzeitig legt Patz großen Wert auf schnelle und ergonomische Arbeitsabläufe. Entsprechend werden verschiedene Handlingsysteme eingesetzt, die Material und Mitarbeiter schonen. Auch Handlingsysteme für nichtmagnetische Materialien sind vorhanden. Eine automatische Messer-Wechselstation erleichtert und beschleunigt die Arbeit ebenso wie ein Separierwellen-Wagen und die verschiedenen Holz- beziehungsweise Paletten-Zuführsysteme.

Patz-Geschäftsführer Dieter Stötzel erläutert die zukunftsweisende Investition und die Geschäftsstrategie von Patz abschließend: „Wir haben es in unserer Branche einerseits mit einer Konzentration auf der Erzeugerseite zu tun, und müßen uns anderseits mit einer Auslagerung bisheriger Wertschöpfungsstufen bei den Verbrauchern unter steigendem Qualitätsniveau auseinandersetzen. Hier liegen wir mit unserem Engagement goldrichtig.“