High-tech Brammenlogistik bei ThyssenKrupp Steel

ThyssenKrupp Steel setzt auf Brammenlogistik mit RFID-Technologie

11. April 2007

Das Duisburger Unternehmen wird die Radio Frequency Identification beim Transport und der Verteilung der Brammen aus dem neuen Stahlwerk in der Bucht von Sepetiba in Brasilien anwenden. Intelligente Microchips sorgen künftig dafür, dass die Stahlblöcke während ihrer langen Reise von Brasilien nach Deutschland und Nordamerika nicht vom rechten Weg abkommen. Einen Pilotversuch mit 1.000 in Brasilien gekauften und mit RFID gekennzeichneten Brammen hat das Unternehmen vor kurzem erfolgreich abgeschlossen. Das Stahlwerk in Brasilien ist derzeit im Bau und soll ab Anfang 2009 jährlich fünf Millionen Tonnen Stahl erzeugen. Weiterverarbeitet werden die Brammen in Nordamerika und in den deutschen Werken von ThyssenKrupp Steel. Insgesamt sind jährlich 250.000 Stahlblöcke unterwegs, etwa 100.000 gehen nach Deutschland: Ein hoch komplexer Logistikprozess, für den ThyssenKrupp Steel eine der gegenwärtig innovativsten und wachstumsstärksten Identifikationstechnologien nutzen wird. Identifikation ohne Sichtkontakt Das Besondere an der Funkerkennung ist, dass man mit ihr Daten ohne Sichtkontakt und berührungslos über große Entfernungen lesen und die Informationen in angebundenen IT-Systemen weiterverarbeiten kann. RFID-Technologie ist unter anderem in Mautsystemen oder auch in allen seit November 2005 ausgestellten deutschen Reisepässen im Einsatz. Wesentliche Bestandteile von RFID-Systemen sind ein Transponder genanntes Funketikett, ein Lesegerät mit Antennen sowie Schnittstellen zu IT-Systemen. Bei der von ThyssenKrupp Steel ausgewählten Variante speichert der Mikrochip einen zehnstelligen Nummerncode, mit dem jede im Unternehmen erzeugte Bramme eindeutig identifizierbar ist. Der Mikrochip ist zusammen mit einer Antenneneinheit in einem Papieretikett, dem RFID-Tag, untergebracht. Programmiert und jeweils in der Mitte der Längsseite der Brammen befestigt werden die Funketiketten im Hafen von Sepetiba. Die spätere Identifikation der Stahlblöcke übernimmt ein RFID-Lesegerät, das eine hochfrequente elektromagnetische Welle ausstrahlt.