Herbstfarben

Software

Zugegeben – auf den ersten Blick scheint sich alles um Spritz- und Druckguss zu drehen, doch Mecadat verspricht auch den Kunden aus der Stanz- und Tiefziehtechnik interessante Neuheiten, vorgestellt auf der Euroblech.

17. September 2018
© Mecadat
Bild 1: Herbstfarben (© Mecadat)

Die Langenbacher Mecadat AG präsentiert auf der Euroblech die neue Version Visi 2018R2. »Bei Visi 2018R2 lag unser Entwicklungsschwerpunkt auf innovativen Funktionen für den Werkzeugkonstrukteur. Des weiteren wurde das Arbeiten mit Koordinaten und Arbeitsebenen durch Regler und Symbole noch intuitiver gestaltet«, erläutert Ralph Schmitt, Vorstand der Mecadat AG.

»Bei den allgemeinen Neuerungen im Benutzerinterface kann nun die Optik des Interface über voreingestellte Schemata schnell abgeändert werden: vom klassischen Look über dunkel bis hin zu einer hellen Einstellung, die einen sehr guten Kontrast der Icons und Menüs gewährleistet und für 4K-Monitore bestens geeignet ist.«

Viele Merkmale werden automatisch erkannt

Das Wählen identischer Faces wurde in Visi 2018R2 neu entwickelt. So kann man nun über dieses Icon mit verschiedenen geometrischen Bedingungen Wände rasch auswählen – egal in welcher Funktion. Das System erkennt auf Platten automatisch Taschen auf gleicher Z-Höhe oder sämtliche Bohrungen eines bestimmten Durchmessers. Auch das Edieren aller identischen Verrundungen ist nun mit einem Mausklick möglich. Ebenfalls überarbeitet wurde der Schnappschussmanager.

Zur Dokumentation von Schnappschüssen kann nun vollautomatisch über selbstdefinierbare Vorlagen mit Excel oder Powerpoint zum Beispiel ein automatisierter Werkzeugbericht erstellt werden.

In Version 2018R2 erhielten die Visi-Modelliertechniken – speziell das direkte Modellieren – zahlreiche Verbesserungen und Neuentwicklungen. Ein Highlight bei der direkten Modellierung stellt die neue Funktion zum Edieren der Körperfläche dar. Sie ergänzt Funktionen wie ›Körperfläche bewegen‹ und schafft komplett neue Freiheiten beim nachträglichen Ändern von Bauteilen. Dies betrifft speziell Teile mit Freiformflächen, Formschrägen und Radien. 

Formenbaumodul erweitert

Besonders die Funktionen des Formenbaumoduls wurden stark erweitert und verbessert. Hier kommt der direkte Entwicklungseinfluss der Mecadat AG und ihrer Kunden zum Tragen. So ist für Spritzgussformen nun eine vereinfachte Füllsimulation in das Modul Mould integriert worden.

Damit kann auch ein Werkzeugkonstrukteur das Füllverhalten für seine Konstruktion – beispielsweise das balancierte Füllen oder Lufteinschlüsse – bewerten, und zwar ohne Softwaremehrkosten und ohne einen Rheologieingenieur bemühen zu müssen. Außerdem können komplexe Kühlungslayouts nun in der Kühlungsfunktion automatisch zur Dokumentation herausgelöst werden.

Werkzeugaufbau stark erleichtert

Visi 2018R2 bietet zudem einen komplett neu entwickelten Werkzeugaufbau. Das neue Mould Tool Design ersetzt das alte Mould Tool. Es basiert auf der schon in ›Progress‹ bewährten Assembly-NG-Technologie. Damit sind die Restriktionen des alten Mould Tools aufgehoben und das nachträgliche Editieren und Ändern des Werkzeugaufbaus ist stark verbessert worden.

Eine weitere Neuheit sind die in sämtlichen Platten bereits vorhandenen Bohrungen, die nun nicht mehr erst durch Normalienkavitäten entstehen. Damit sind alle Bohrungsabmessungen oder die Abhebeecken absolut exakt dargestellt.

Nachträgliche Anpassung

Ein Highlight der neuen Version ist die neue Ediertechnik an einem in Arbeit befindlichen oder fast fertigen Werkzeug. Die Assembly-NG-Technik steuert automatisch die Größenänderung der Plattengeometrie an bereits konstruktiv bearbeiteten Platten. Im Tool Design können Abmessungen und Plattenstärken beliebig geändert werden. Mit der neuen Bewegungsdefinition bei Plattenänderung kann bestimmt werden, ob Bohrungen, Taschen, Schieberbahnen und so weiter die Änderung mitmachen oder ob sie in der Ursprungsposition bleiben sollen.

Weitere Highlights bietet Visi 2018R2 bei der Fräsbearbeitung. So enthält die neue Version nun einen komplett erneuerten Spiegelbefehl für Werkzeugwege. Die wichtigste und meist geforderte Verbesserung ist dabei die Möglichkeit der Beibehaltung der Schnittrichtung bei jeder beliebigen Fräsoperation. Die neue Funktionalität erlaubt das Erzeugen einer Kopie des aktuellen Projekts und das Spiegeln aller im Projekt beinhalteten Frässtrategien. Alle 5-, 3- und 2-Achsbedingungen werden dabei neu berechnet, bezogen auf die gespiegelte Z-Achsenausrichtung.

Der größte Nutzen dieser neuen Technik ist die extreme Zeitersparnis, vor allem bei gespiegelten Bauteilen und Werkzeugen, die den normalen und spiegelbildlichen Artikel beinhalten.

Euroblech Halle 11, Stand C177

Erschienen in Ausgabe: 05/2018