Heiße Geräte

Technik/Schweißen

Der berühmte Spezialist WP Performance Systems GmbH im österreichischen Munderfing fertigt seine berühmten Motorradrahmen erfolgreich in 25 Roboterzellen mit je einem Schweißroboter von ABB.

16. April 2015

Die Experten von WP beliefern Weltmarktführer wie BMW, Husqvarna oder KTM. Deren Rennmaschinen holen Weltmeistertitel bei MX1, MX2 der Moto 3 oder der Rallye Paris-Dakar.

Neben dem Sieger-Image gelingt damit ein eindrucksvoller Beleg für die Festigkeit der Rahmenkonstruktionen. Josef Baier, Leiter der Auspuffanlagen- und Rahmenfertigung, nennt das innerbetriebliche Konzept des Kontinuierlichen Verbesserungsprozesses (KVP) als eine Erfolgsbedingung.

Er erklärt: »Qualität, Zuverlässigkeit und Verfügbarkeit bilden in unserem Fertigungskonzept entscheidende Eckpunkte. Und bei jeder neuen Schweißzelle erreichen wir wieder Verbesserungen. Wegen der erfolgreichen Zusammenarbeit und des vorbildlichen Services setzen wir seit 2009 in der Rahmenfertigung nur noch auf ABB.«

Verbesserte Schweißqualität dank Brennervermessung

WP nutzt für rund 30 verschiedene Rahmentypen jeweils zehn bis zwölf unterschiedliche Vorrichtungen. Auf eine automatische Brennerreinigungsstation verzichten die Rahmenfertigungsspezialisten, denn die Präzision ihrer Bauteilvorbereitung gewährleistet die unterbrechungsfreie Anlagenverfügbarkeit und die geforderte Werkstückqualität.

Das Wechseln der Gasdüse und des Kontaktrohres zu Schichtbeginn sowie bedarfsweise das Reinigen der Drahtführungsseele genügen. Am Roboter ist lediglich die für ABB patentierte Brennervermessung ›Bulls Eye‹ installiert, ergänzt mit einem Drahtabschneider zum Kappen der Drahtenden. Bulls Eye ermittelt automatisch den ›TCP‹ (Tool-Center-Point), reduziert so Stillstandzeiten und verbessert die Schweißqualität.

Der Roboter ist statt in ›ID‹ (Integrated Dressing/Hohlwellenroboter) in der Ausführung mit außenliegendem Brennerschlauchpaket gewählt. Bei Rohren mit kleinem Durchmesser kann das vorteilhaft sein. Denn der Roboter dreht beim Schweißen von kreisrunden Verbindungen hier ausschließlich das Handgelenk. Bei einem ID-Roboter liegt dagegen der TCP über 100 mm außerhalb des Handflanschmittelpunktes. Damit wäre ein höherer Programmieraufwand verbunden.

Für die präzise Bewegungssteuerung arbeiten die Funktionen ›True Move‹ und ›Quick Move‹. True Move gewährleistet, dass die reale Bewegungsbahn des Roboters mit dem programmierten Pfad übereinstimmt, unabhängig von Geschwindigkeit des Roboters und Geometrie des Pfades. Um kurze Zykluszeiten zu erzielen, sorgt Quick Move in jedem Moment entlang der Bahn für maximale Geschwindigkeit und Beschleunigung.

Erschienen in Ausgabe: 03/2015