Handhabungsspezialist erwartet deutlichen Umsatzsprung

Für die kommenden fünf Monate ist Ventzki bereits voll ausgelastet. 100 Prozent mehr Bestellungen als im Vorjahreszeitraum gehen derzeit Woche für Woche ein. Als Folge erwartet Standortleiter Gregor Zens für 2011 einen Rekordumsatz von 2,5 Millionen Euro.

11. März 2011
Ventzki Handhabung erwartet 2011 Rekordumsatz
Bild 1: Handhabungsspezialist erwartet deutlichen Umsatzsprung (Ventzki Handhabung erwartet 2011 Rekordumsatz)

Dieser Umsatzzuwachse wären 15 Prozent mehr als im letzten Geschäftsjahr vor der größten Wirtschaftskrise der Nachkriegszeit. „Im ersten Halbjahr 2010 hatten wir in der Fertigung noch bis zu 40 Prozent Kurzarbeit“, sagt Zens, der in Eislingen 23 Mitarbeiter beschäftigt. Beim Premiumanbieter für individuelle Hebe-, Kipp- und Neigegeräte, die in der Montage vor allem in der Automobilindustrie und bei deren Zulieferern gefragt sind, zog die Nachfrage erst im zweiten Halbjahr wieder an.

Zum richtigen Zeitpunkt hat die Ventzki Handling Systems GmbH im Frühjahr 2010 einen sehr komplexen Auftrag aus dem britischen Getrag-Werk in Halewood erhalten. Für eine halbe Million Euro lieferten die Eislinger zwei parallele Zu- und Abführsysteme für einen 800 Grad heißen Ofen, in dem Getriebeteile gehärtet werden. „Vor der Krise hätten wir einen solchen Auftrag mangels Ressourcen abgelehnt, nun haben wir unsere Kompetenzen auch in diesem Bereich erweitert“, bilanziert Zens.

Und noch ein Gutes hatte die Krise. Seit Juli hat Ventzki mit der BMW AG einen Rahmenvertrag. Dieser besagt, dass die Planer in den Werken Ergonomiehilfen bis 25.000 Euro bei den Filstälern bestellen können, ohne dass Angebote von Mitbewerbern eingeholt werden müssen. Für Zens ein Vertrauensbeweis, den sich der zuständige Außendienstler durch hohe Kompetenz, Verlässlichkeit und guten Service hart erarbeitet hat.

Für die günstige Prognose für 2011 waren der Getrag-Auftrag in Halewood oder der BMW-Rahmenvertrag ebenso Meilensteine wie die Vertriebsaktivitäten in Benelux, Österreich, der Schweiz oder Tschechien. Seit die Firmenhomepage auch auf Englisch im Netz steht und in Suchmaschinen gut verschlagwortet ist, kommen sogar Projektanfragen aus den USA. Über die Auslandstochter des Mutterunternehmens Carl Stahl kam inzwischen auch der erste größere Auftrag aus der Schweiz zustande, für die Zens derzeit mit einem weiteren Vertriebspartner verhandelt. Und auf der Einkäuferplattform "Wer liefert was?" hat das Unternehmen monatlich bereits knapp 5000 Zugriffe, inklusive der zugehörigen Web-Plattformen der europäischen Nachbarn.

Seit Zens 2009 einen zweiten Vertriebsmann eingestellt hat, ist die Quote der Neukunden auf 50 Prozent gestiegen und allein die erste Teilnahme an der Fachmesse Motek 2009 in Stuttgart brachte nachweislich Aufträge im Wert von mehr als 100.000 Euro. „All diese Marketingaktivitäten setzen wir fort“, sagt Zens, der dauerhaft ein Viertel des Umsatzes im Ausland machen will. Zwei Drittel entfallen auf individuelle Sonderlösungen der Handhabungsgeräte von Behältern, ein Drittel machen der spezifische Anlagenbau und die neue Produktgruppe der Manipulatoren, Vakuumsysteme und Krane aus, die etwa schwere Glasscheiben oder Lkw-Räder in der Vertikalen ansaugen oder greifen, so dass der Monteur sie nahezu schwerelos und damit ergonomisch belastungsfrei horizontal schwenken, positionieren und installieren kann.

Trotz der Krise stieg die Belegschaft kontinuierlich von 15 auf zuletzt 23 Mitarbeiter. Den Konstruktionsmechaniker, Fachrichtung Automatisierungstechnik, der im Sommer auslernen wird, übernimmt Zens ebenso wie schon den Auszubildenden im Vorjahr. Im Herbst ist diese Lehrstelle wieder zu besetzen. Denn Zens sieht nicht nur seine soziale Verantwortung zur Ausbildung junger Menschen, sondern darin auch eine Stärke des Premiumanbieters, sein Fachpersonal als Nachwuchs für die Zukunft selbst heranzuziehen.