Härtere Schneidkanten

Technik

Ein Werkzeugbauer setzt hohem Verschleiß von Schneidkanten ein Ende. In jahrelanger Weiterentwicklung hat das Jäger-Unternehmen Analysen erstellt, unterstützt durch ein Stahlwerk, und ein innovatives Verfahren entwickelt, um stark beanspruchte Funktionskanten zu härten.

07. Februar 2012

Hoher Verschleiß an Press-und Stanzwerkzeugen mit denen abrasive Fasern, wie Glasfaser, verarbeitet werden, führt zu zeitlichem und finanziellem Mehraufwand. Aus diesem Grund hat die J.P. Werkzeug- und Maschinenbau Westharz, ein Unternehmen der Jäger-Gruppe, ein Verfahren entwickelt, das Schneidkanten abnutzungsbeständiger macht und eine höhere Standzeit verleiht.

Zäh-harte Kanten ohne wesentliche Mehrkosten

In einem zusätzlichen Zwischenschritt im Neubau des Werkzeugs oder bei der Überholung verschlissener Werkzeuge wird ein spezieller Material-mix aufgebracht. Durch die besondere Vorgehensweise – Vorbereitung, Lagen der Naht sowie das Schweißverfahren selbst – weisen die Kanten einen homogenen Übergang zum Grundwerkstoff auf. Sie sind sehr zäh-hart und platzen nicht ab. Diese Methode verursacht kaum Mehrkosten, da die betriebsexterne Laserhärtung des Werkzeugs eingespart wird.

Dieses innovative Verfahren, die sogenannte Hartaufschweißung, bietet zahlreiche Vorteile. Die Werkzeuge sind schlagfest und nutzen sich kaum ab, wodurch sich die Standzeit wesentlich erhöht. Mit 58 bis 60 HRC sind die hartaufgeschweißten Werkzeugkanten deutlich härter als das restliche Werkzeug, denn die Standardhärte für Arbeitsgeräte dieser Art liegt bei 36 HRC. Auch große Hitzeeinwirkung beeinflusst die Härteeigenschaften kaum.

Bis 340 °C sind hartaufgeschweißte Kanten warmfest und weisen immer noch 56 HRC auf. Kanten, die einmal per Hartaufschweißung versiegelt wurden, sind nur mit speziellen Werkzeugen zu bearbeiten bzw. zu fräsen. Außerdem können die Werkzeuge auch partiell vor Ort überholt werden, da der Grundwerkstoff nicht aufgeheizt und das Werkzeug in den meisten Fällen nicht zerlegt werden muss.

Zeitsparend und kostengünstig: betriebsinterne Überarbeitung

Im Gegensatz zu herkömmlichen Verfahren wie Laser- oder Flammenhärtung können hartaufgeschweißte Kanten zeitsparend und kostengünstig betriebsintern überholt werden. Zusätzliche Kosteneinsparungen ergeben sich aus der höheren Standzeit der Werkzeuge, die neben einer längeren Einsatzzeit des Werkzeugs auch weniger Nachbearbeitung bedeutet. Durch die betriebsinterne Überholung müssen Werkzeuge nicht an Externe geliefert werden und sind somit schneller wieder einsatzbereit. J.P. WMW kann somit in der Produktion hohe Stückzahlen garantieren und die Werkzeugwartung schnell und unkompliziert durchführen.

Gute Einsatzmöglichkeiten dieser Methode sind Tauch- und Scherkanten an Heißpress- und Stanzwerkzeugen sowie stark beanspruchte Funktionskanten. Bei Pinch-Kanten müssen einige Faktoren beachtet werden, um eine sichere Funktion zu gewährleisten.

Versprochen: konsequente Qualitäts- und Produktivitätssteigerung

Bei ordnungsgemäßem Einsatz verspricht die von J.P. WMW entwickelte Methode der Hartaufschweißung konsequente Qualitäts- und Produktivitätssteigerung. Dies leistet ebenfalls einen Beitrag zur hohen Verfügbarkeit und Wirtschaftlichkeit der Werkzeuge.

Erschienen in Ausgabe: 01/2012