Grün in rauer Umgebung

Der Laserspezialist Lap aus Lüneburg hat einen grünen Diodenlaser entwickelt, der rauen Industrieumgebungen standhält. Die grünen Laserstrahlen lassen sich bei der manuellen Verarbeitung von Werkstoffen und Bauteilen schneller und zuverlässiger erkennen als rote Laser – der bisherige Industriestandard.

14. Juli 2015
Lap hat einen grünen Diodenlaser entwickelt, der rauen Industrieumgebungen standhält. (Bild: Lap)
Bild 1: Grün in rauer Umgebung (Lap hat einen grünen Diodenlaser entwickelt, der rauen Industrieumgebungen standhält. (Bild: Lap))

„Früher hat man DPSS-Module (Diode Pumped Solid State, diodengepumpter Festkörperlaser) als Lichtquelle für Lasersysteme mit grünem Laserstrahl eingesetzt. Doch robuster und langlebiger ist die reine Diodentechnologie. Bislang bietet aber kein Hersteller grüne Diodenlaser an, die industrietauglich sind“, erklärt Caren Lüdemann, Sales Manager bei Lap. „Wir wollten ein wirklich innovatives Produkt auf den Markt bringen – einen grünen Diodenlaser, der rauem Industrieumfeld standhält und eine lange Lebensdauer hat.“ Resultat ist die Baureihe Hd grün, deren grüne Laserstrahlen auf nassen, dunklen oder gemusterten Flächen vom menschlichen Auge deutlich besser zu erkennen sind als rote Strahlen.

Mit einer maximalen Leistung von 40 Milliwatt ist die Projektion von bis zu 30 Meter langen Linien möglich, alternativ können auch Punkte oder Kreuze projiziert werden. „Während Laser mit DPSS-Technologie eine Lebensdauer zwischen 3.000 und 10.000 Betriebsstunden haben, erreichen die neuen Laser von Lap über 20.000 Stunden“, sagt Lüdemann. „Wir haben in Kälte- und Wärmekammern bei einer Temperaturspanne von minus zehn bis plus 40 Grad Celsius Langzeittests durchgeführt, die die lange Lebensdauer von über 20.000 Stunden bestätigen.“

Der Laser Hd grün ist robust genug, um in rauen Industrieumgebungen zu bestehen: Die Projektionstechnik steckt in einem Chrom-Nickel-Stahl-Gehäuse, das die Schutzart IP67 bietet. Es ist staubdicht und verträgt sogar zeitweiliges Untertauchen in Wasser. „Unfreiwillige Tests mit einem Wasserbehälter als Messedemo ergaben, dass auch mehrere Tage unter Wasser dem Laser nichts anhaben können“, lacht Lüdemann. Außerdem hält er aggressiver Reinigung stand. „Das garantiert Unternehmen mit speziellen Hygieneansprüchen wie in der Lebensmittelindustrie hohe Ausfallsicherheit“, sagt er weiter.

Sind die Laser hohen Temperaturen ausgesetzt, wie in der Stahlindustrie, wird ein Luftspülgehäuse eingesetzt. Luft mit 6,9 bar Druck sorgt in einem zylindrischen Umgehäuse für ausreichend Kühlung. Der Laser lässt sich dann wesentlich näher an glühend heißem Stahl positionieren.

Nicht nur die Laserquelle wurde verbessert, auch die Optik eröffnet nach Herstellerangaben mehr Einsatzmöglichkeiten. Bei der Vorgängerserie gab es bislang nur Linienprojektionen, mit Hd grün ist auch die Darstellung von Kreuzen und Punkten möglich. Lap bietet zusätzlich verschiedene Öffnungswinkel an, um beispielsweise mit wenig Laserleistung kurze, helle Linien zu ermöglichen. Außerdem sind die Laser von Hand fokussierbar. Die Geräte sind zudem verpolungssicher und haben einen Überspannungsschutz, der vor kurzen industrietypischen Spannungsspitzen schützt.