Die Schleiflacktechnik ist eine traditionelle handwerkliche Bearbeitung von Holz-Oberflächen. Sie war bislang sehr zeit- und arbeitsintensiv: Zwei Grundanstriche, zwei bis vier Spachtelschichten, Kontrollanstriche, Zwischen- und Deckbeschichtung, dazu Nass-Zwischenschliffe von Körnung 400 zu feinstem Bimsmehl. Eine Arbeit für erfahrene Fachhandwerker, die heute kaum noch stattfindet – auf diese Weise ist sie ist schlichtweg zu teuer. Mit modernen Materialien geht es mittlerweile auch anders. Die optische Wirkung ist identisch, aber der Beschichtungsaufbau ist einfacher und daher bezahlbar. Wie Schleiflack heute entsteht (inklusive dem Akzentuieren von Teilflächen), zeigen die folgenden Arbeitsschritte.

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Glänzendes Holz

Als Untergrund eignen sich alle gebräuchlichen Hölzer und Holzwerkstoffe mit oder ohne Grundierfolie. Platten ohne Folie müssen zunächst grundiert werden, dafür eignet sich der Sto-Unigrund AF, dessen Tönung sich an der Schlusslackierung orientiert. Über Nacht getrocknet, folgt der Zwischenschliff. Bei foliertem Holz entfällt die Grundierung, allerdings wird ganzflächig angeschliffen, bis die Oberfläche matt ist.

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Für die zweifache Decklackierung dient der aromatenfreie Sto-Premiumlac Gloss AF, zur Trocknungsbeschleunigung und Härtung mit etwa 20 Volumenprozent Sto-Fluid SH 20 gemischt. Im abschließenden Arbeitsgang mattiert der Handwerker das Werkstück mit einem aromatenfreien, PU-verstärkten Klarlack (Sto-Cristallac Satin AF). Um Teilflächen wie Ornamente, Bänder oder Muster zu betonen, werden diese zuvor mit Folie oder dünnem Abdeckband abgeklebt. Wichtig ist das exakte Andrücken der Klebestreifen, damit der dünn applizierte Lack nicht hinterläuft und die Konturen verschwimmen lässt.

Den besonderen Reiz macht hier das Nebeneinander von glänzenden und seidenmatten Oberflächen aus, während bei vollflächig seidenmattem Glanz eine gewisse Noblesse zum Tragen kommt – also genau das, wofür die Schleiflacktechnik schon immer stand.