Gitter auf Maß

Schweißroboteranlage zur Gitterrostfertigung

Mit einer flexiblen Schweißroboteranlage stellt sich OTC Daihen Europe in Mönchengladbach auf die flexiblen Anforderungen des Gitterrostschweißens ein. Individuelle Kriterien zur Auslegung einer solchen Anlage lassen sich einvernehmlich vordefinieren.

22. Dezember 2003
Bild 1: Gitter auf Maß
Bild 1: Gitter auf Maß

Die Maßstäbe der konkret beschriebenen Referenzanlage für eine Metallwarenfabrik in Süddeutschland sind repräsentativ: Eine pneumatisch betriebene Spannvorrichtung paßt sich automatisch den jeweils erforderlichen Aufnahmebreiten und Aufnahmetiefen von 100 bis 1.600 mm in 1-mm-Schritten an. Dabei verfahren zwei bewegliche Spannbalken motorisch so, daß noch ein Spannweg von 10 mm zu überbrücken bleibt. Die Bauteilhöhe der Gitter kann dabei wahlweise zwischen 20 und 60 mm variieren. Die Abstände der Trag- und Querstababstände zueinander können zwischen 11 und 40 mm variieren.

Eine Signallampe an der Station signalisiert zunächst die Freigabe zur Bestückung: Der Rost sowie vier Randeinfassungen lassen sich jetzt in die Vorrichtung legen. Über ein Zweihandbedienpult löst ein Mitarbeiter als erstes den Spannvorgang aus. Beim Spannen der Halbzeuge justieren sich die Spannbalken zunächst automatisch auf 1 mm Übermaß. Anschließend drücken die pneumatischen Niederhalter die Randeinfassungen auf die Höhe des Rostes. Die Spannbalken übertragen nun den endgültig erforderlichen Anpreßdruck auf das Werkstück.

Arbeitserleichterung

Ein Mitarbeiter bestätigt das Einlegen per Knopfdruck und aktiviert damit die Lichschranken: Der pneumatisch betriebene Blendschutz fährt zu. Je nach Rostgröße vermessen ein oder zwei Roboter über einen Berührungssensor jetzt simultan die Position des ersten Tragstabes sowie des ersten Querstabes. Parallel dazu errechnet die SPS-Steuerung die Position aller weiteren Trag- und Querstabpositionen. Die Positionierung der Roboter erfolgt unabhängig voneinander über das Doppelkreuzportal. Den anschließenden Schweißvorgang des Gitterrostes übernehmen die beiden Roboter simultan. Währenddessen kümmert sich ein Mitarbeiter um die Bestückung der zweiten Station, die hier für einen Parallelbetrieb eingerichtet wurde.

Die kompletten DR-Roboter-Systeme stammen aus eigener Fertigung und Entwicklung des Hauses OTC Daihen. Das Unternehmen entwickelt seit Jahren Robotersysteme und vertreibt sie weltweit. Der Roboter dieser Anlage ist ein „DR-600“ mit dem Controller „DR-2“. Als Stromquelle dient die „CPDP-350, der Brenner ist ein gasgekühlter „MTCX-3531“. Den Antrieb des 2-Rollen-Drahtvorschubes übernimmt ein Scheibenläuferantrieb. Die elektrische Ausstattung besteht aus einer Siemens-SPS „S7-300“, einer Echttextanzeige „Siemens OP-17“ und einem ASI-Bussystem. Die Sick-Lichtschranke hat einen Meßabstand von 30 mm. Das Portal verfügt über eine lichte Weite von 5.800 mm. Die Höhe bis zur Roboterbasis beträgt 1.900 mm, der freie Verfahrweg 5.200 mm. Der Mindestabstand zwischen den Fahrschlitten ist mit 800 mm ausgelegt und die maximale Breite mit 6.400 mm. Die Zuladung pro Fahrschlitten gibt OTC-Daihen mit 100 kg und die Verfahrgeschwindigkeit mit 20 m/min an. Als Antrieb für die Fahrschlitten dient ein 800-W-Servomotor. Die Wiederholgenauigkeit beträgt leut Hersteller ± 0,1 mm.

Erschienen in Ausgabe: 10/2003