Gigantin für dicke Rohre

Eine hinsichtlich ihrer Leistungskapazität laut Hersteller »weltweit einzigartige« CNC-Rohrbiegemaschine hat Schwarze-Robitec bei einem US-amerikanischen Autobauer in Betrieb genommen.

06. September 2019
Gigantin für dicke Rohre
Der Vergleich mit einer 80-Millimeter-Maschine verdeutlicht die Ausmaße. (© Schwarze-Robitec)

Angesichts steigender Kosten für Rohstoffe und Energie ist eines sicher: Wer in der produzierenden Industrie wettbewerbsfähig bleiben will, muss schonend mit Ressourcen umgehen. Dafür setzt die Automobilindustrie verstärkt auf den Leichtbau, ob für die Klimaanlage oder das hydraulische Leitungssystem. Der Bedarf an kompakten, leichten und dennoch leistungsstarken Bauteilen steigt. Dazu gehören zum Beispiel dünnwandige Rohre aus hochfesten Materialien, die zugleich strenge Anforderungen hinsichtlich der Oberflächenqualität erfüllen. Schwarze-Robitec kennt die Herausforderungen der Branche und bietet dafür passgenaue Lösungen an. Aus diesem Grunde setzt nun ein US-amerikanischer Automobilzulieferer auf eine Rohrbiegemaschine made in Germany.

»Einzigartig hinsichtlich Dimension und Kapazität«

Aber es geht nicht um irgendeine Maschine: Vielmehr hat Schwarze-Robitec nach eigenen Angaben »die derzeit größte vollelektrische Multiradius-Rohrbiegemaschine der Welt mit Transport-Boost-Technik« fertiggestellt. Die gigantische CNC 220 E TB MR sei hinsichtlich ihrer Leistungskapazität und Dimension einzigartig. Eine besonders große Bandbreite an unterschiedlichen Rohr- und Profilabmessungen und selbst komplexe Rohrgeometrien ließen sich mit ihr schnell, flexibel, präzise und effizient fertigen.

Die CNC 220 E TB MR hat Schwarze-Robitec für den Zulieferer maßgeschneidert entwickelt. Gefordert waren neben kurzen Taktzeiten und höchsten Geschwindigkeiten vor allem eine hohe Präzision und maximale Flexibilität – Anforderungen, die geradezu exemplarisch für die Automobilbranche stehen. Die maximale Biegekapazität der Maschine liegt bei einem Rohrdurchmesser bis 203,3 Millimeter (8 Zoll). Dabei verarbeitet sie Rohraufzugslängen bis vier Meter (13 Fuß).

Eine vertikal verfahrbare Gleitschiene fährt auf die jeweils benötigte Biegeebene. Dadurch lassen sich die Biegekräfte ideal dosieren, um immer den optimalen Anpressdruck auf das Rohr zu bringen. Die Mehrebenentechnik sorgt in Kombination mit dem individuell anpassbaren Multiradius-Biegewerkzeug für einfaches und präzises Umformen von Rohren mit sehr kurzen Längen zwischen den einzelnen Biegungen.

In der Produktion wirken sich schon wenige eingesparte Sekunden deutlich auf die Effizienz aus. Der Einsatz der Multiradius-Biegewerkzeuge empfiehlt sich vor allem dann, wenn unterschiedliche Radien, Bogen-in-Bogen-Systeme oder Rohrsysteme wie etwa Krümmer und Abgasrohre produziert werden sollen.

Bedienerfreundliche Produktionsprozesse

Neben den Ressourcen Zeit und Material spielt der Mensch eine zentrale Rolle in der Automobilindustrie. Gerade bedienerfreundliche und sichere Prozesse leisten einen wesentlichen Beitrag zur Wirtschaftlichkeit. Die Anlagen von Schwarze-Robitec greifen ihrem Bediener unter anderem mit einer NxG-Steuerung technisch unter die Arme. Durch die Zeit-, Wege- und Geschwindigkeitsoptimierung aller CNC-Achsen erreichen Anwender eine Reduzierung der Produktionszeit um bis zu 35 Prozent. Da die energieeffiziente CNC 220 E TB MR – wie alle Rohrbiegemaschinen von Schwarze-Robitec – standardmäßig mit einer Biegeschablonen-Rückholung ausgestattet ist, lassen sich Biegeschablone und Schwenkarm separat verfahren. Somit können die Bediener verschiedenste Rohrgeometrien im Biegeprozess einfach justieren und positionieren. Und auch auf künftige Anforderungen im Kontext von Industrie 4.0 hat Schwarze-Robitec seine CNC 220 E TB MR vorbereitet. So ist unter anderem eine intelligente Fernwartungslösung integriert.

Die CNC 220 E TB MR ist hinsichtlich ihrer Dimensionen eine Weltneuheit. Aber vieles hat sie mit allen anderen Rohrbiegemaschinen von Schwarze-Robitec gemein: Sie ist nah am und mit dem Kunden entwickelt und hilft dabei, die Produktionsprozesse in der Automobilindustrie zeiteffizient und wirtschaftlich zu gestalten – und zugleich die Qualität und den Durchsatz zu steigern.

Erschienen in Ausgabe: 05/2019
Seite: 20 bis 21