Gewicht halbiert

Future - Leichtmetalle

Magnesium wird dank spektakulärer Versuche vor allem für brandgefährlich gehalten – zu Unrecht. Vielmehr ist Magnesium ein ultraleichter Werkstoff, der sich im PKW-Bau schon in den 30er-Jahren bewährt hat – etwa im ›Käfer‹.

10. September 2012

Anlässlich des Temakplus-Workshops stellte die BMW M GmbH eine Rücksitzlehne aus Magnesium für die 3er-Reihe vor.

Die aus einem Vorentwicklungsprojekt hervorgegangene Rücksitzlehne ist im Verhältnis 60/40 geteilt und umklappbar. Mit einem Gewicht von nur 5,45 Kilogramm erreicht die Magnesium-Durchlade über 50 Prozent Gewichtseinsparung gegenüber einer Rücksitzlehne in konventioneller Stahlbauweise mit einem Gewicht von etwa 11,5 Kilogramm.

Magnesium vomStahlhersteller

Für die Auslegung und Konstruktion der Magnesiumdurchlade sowie die anschließende Prototypenfertigung sorgte die Karosserie Werke Dresden GmbH (KWD) unter der Leitung von Dr. Jens Ullrich.

Die Rücksitzlehne ist analog zur konventionellen Baugruppe in Schalenbauweise konzipiert. Das dafür eingesetzte Magnesiumblech in den Stärken 1,5 und 2 Millimeter stammte von der ThyssenKrupp MgF Magnesium Flachprodukte GmbH, die eine Tochtergesellschaft der ThyssenKrupp Steel Europe AG ist. Die Rücksitzlehne aus Magnesium erfüllt nachweislich die geforderten gesetzlichen Crash-Anforderungen.

Die wesentliche Anforderung hinsichtlich Crashperformance ist in der Richtlinie ECE R17 beschrieben. Dort steht der Schutz der Insassen vor dem Ladegut im Gepäckraum für den Fall einer Kollision im Vordergrund (Schutz vor Ladung).

Crashtest problemlos

Bei dem Crashtest, der auch mit der Magnesiumrücksitzlehne durchgeführt wurde, werden zwei Prüfwürfel mit einer Kantenlänge von 300 Millimetern und einer Masse von je 18 Kilogramm ungesichert im Gepäckraum angeordnet. Bei dem anschließenden Katapultversuch wird der gesamte Aufbau schlagartig beschleunigt, womit der Aufprall eines Fahrzeuges bei einer Geschwindigkeit von 50 km/h simuliert wird. Die entstehenden Schädigungen und Wirkungen der ungesicherten Testkörper werden abschließend untersucht und bewertet, wobei das Maß der Deformation der Durchlade und der Rückhalt der Prüfwürfel die entscheidenden Kriterien sind.

Aluminium

Halle 11, Stand G10

Euroblech

Halle 16, Stand C26

Erschienen in Ausgabe: 05/2012