Genial einfach

Kombinierte Clinch- und Niettechnik kommt ohne Stanzen aus und sorgt für hochfeste Blechverbindungen

Ein neues Fügeverfahren, die kombinierte und bereits patentierte Clinch- und Niettechnik, aus Weinheim hat unser Interesse auf sich gezogen. Hier wird das Verfahren, das speziell für die Verbindung von dünnen Blechen sowie anderen dünnen umformbaren Materialien aber auch für hochfeste Verbindungen geeignet ist, näher vorgestellt. Wie bereits beim Rundpunkt, werden die Materialien dabei nicht geschnitten, sondern lediglich umgeformt beziehungsweise durch die Matrize „geführt“.

20. Juli 2004
Bild 1: Genial einfach
Bild 1: Genial einfach

Die Tox-Rundpunkt-Blechverbindungsverfahren mit den vier verschiedenen Arten Tox-Rundpunkt, -Flachpunkt, -Variopunkt und Tox-Taumel-Clinchen haben sich in allen Bereichen der industriellen Blechverarbeitung weltweit durchgesetzt. Die Vorteile des reinen Kaltumformens gegenüber den thermischen Punktschweiß- und den konventionellen, durchschneidenden Clinchverbindungen sind derart überzeugend, daß auch die sehr anspruchsvollen Hersteller von Automobilen und deren Zulieferer mehr denn je auf diese Verfahren setzen. Um die Vorzüge der Technologie weitergehend auch in sicherheitsrelevanten Crash-Bauteilen sowie bei hoch belasteten Geräten nutzen zu können, entwickelte die Tox Pressotechnik GmbH & CO. KG in Weingarten, die kombinierte und bereits patentierte Clinch- und Niettechnik namens Tox-ClinchNiet.

Das von der Tox-Rundpunkt-Technologie abgeleitete Verfahren kommt speziell für die Verbindung von dünnen Blechen sowie anderen dünnen umformbaren Materialien, oder auch dann, wenn hochfeste Verbindungen gefordert werden, zum Einsatz.

Abgeleitetes Verfahren

Wie bereits beim Rundpunkt, werden die Materialien dabei nicht geschnitten, sondern lediglich umgeformt beziehungsweise durch die Matrize „geführt“. Beim Tox-ClinchNiet entsteht darüber hinaus, während des Fügeprozesses und bewirkt durch den kombinierten Zieh- und Preßvorgang, aus einem ganz einfachen zylindrischen Niet die eigentliche Nietverbindung. Die gesamte Verbindung stellt dann eine wirkungsvolle Kombination aus Rundpunkt-Umformung und Nietverbindung dar. Der geometrisch sehr einfach gestaltete Niet sorgt dabei für die Basis-Verbindung, die kalt umgeformten Blech-Materialien bewirken eine zusätzliche Haltefunktion. Das (Vor-) Stanzen der Löcher für die Bestückung mit den Nietbolzen entfällt beim ClinchNiet-Verfahren komplett. Somit gibt es auch keinen weiteren Arbeitsgang und es sind keine zusätzlichen Stanzwerkzeuge und -vorrichtungen erforderlich.

Automatisierung einfach

Die neue ClinchNiet-Verbindung erhält ihre sehr hohen Festigkeitswerte aus dem fest im Rundpunkt sitzenden Voll-Niet und der aus dem Umform-/ Tiefziehprozeß entstandenen Verfestigung der Blechmaterialien im so genannten Halsbereich. Es gibt keine mechanische Kerbwirkung und deshalb sind höchste Belastungen gestattet, die nachweislich auch dem Crash-Verhalten in Automobilteilen genügen. Die große Verformung wird durch die spezielle Clinch-Niet-Matrize mit ihren festen und beweglichen Segmenten ermöglicht. Das Verfahren ist sowohl mit Einzel- als auch mit Mehrpunkt-Werkzeugen anwendbar, so daß je nach Werkstück und den dafür notwendigen Bauteilen in einem Arbeitsgang alle relevanten Verbindungen hergestellt werden können. Der einfache zylindrische Vollniet läßt sich problemlos und störungsfrei automatisch zuführen. Folglich ist für die automatisierte Verarbeitung in der Serienfertigung eine hohe Prozeßsicherheit gewährleistet.

Der Niet und die Werkzeug-Auslegung garantieren eine hohe und reproduzierbare Qualität der einzelnen Verbindungen. Des Weiteren können alle technologischen Merkmale und Qualitäts-Kriterien (Tox-Prozeßüberwachungssystem) des Tox-Rundpunktes auf den Tox-ClinchNiet übertragen werden. Das Lieferspektrum für die Tox-ClinchNiet-Technologie wird durch den besonderen Kundenservice, bestehend aus der Analyse der Verbindungsanforderungen, der Durchführung von Versuchen sowie der Dokumentation aller Daten und garantierten Festigkeitswerte, im eigenen Prüfbericht abgerundet.

Erschienen in Ausgabe: 05/2004