Gemeinsam mehr erreichen

Interview/Bernhard Jacobs

Der schlagkräftige Industrieverband der Blechumformer öffnet sich den Laser-Blechbearbeitern. IBU-Geschäftsführer Bernhard Jacobs erläutert die Gründe des Verbandes und die Vorteile für die künftigen Mitglieder.

07. Dezember 2010

Der Industrieverband Blechumformung (IBU) kommt aus den klassischen Fertigungsverfahren Pressen – Stanzen – Ziehen und vertritt insbesondere auch die Automobilzulieferer. Woher kommt nun die Bereitschaft, den Verband auch auf die Laseranwender im Bereich der Blechumformung auszuweiten?

Der Verband konnte in den letzten Jahren sehr stark wachsen. Die Zahl unserer Mitgliedsunternehmen wurde mehr als verdoppelt und erhöht sich auch jetzt von Monat zu Monat. Zeitgleich konnten wir die Leistungsangebote – auch mit Hilfe unserer Netzpartner – deutlich erhöhen. Die rechts- und betriebswirtschaftliche Beratung, die F&E-Förderung und maßgeblich auch unser auf die Branche konzentriertes Veranstaltungsprogramm werden von den Unternehmen gut angenommen. Der Industrieverband Blechumformung ist nicht nur das Netz der Branche, sondern auch wirklicher Dienstleister der Unternehmen.

Was nützt diese breite Aufstellung des IBU speziell den Laseranwendern?

Zunächst einmal: Die klassischen Blechumformer wenden auch heute schon die Lasertechnik selbstverständlich in der Produktion an. Soweit Aufträge nach außen vergeben werden, kann unser Verbandsnetz hier Angebot und Nachfrage bestmöglich zusammenbringen.

Der Verband ist des Weiteren auch ein Frühwarnsystem der technischen und wirtschaftlichen Entwicklung. Durch den Erfahrungsaustausch unserer Mitglieder erhalten wir Informationen früher und die Erkenntnisse sind umfassender, weil wir auch die Maschinen- und Anlagenhersteller, Stahlhersteller, Forschungsstellen, Werkzeughersteller et cetera einbeziehen.

Ist es heute für einen Industrieverband ausreichend, die technischen und wirtschaftlichen Entwicklungen zu beobachten und zu begleiten? Hat der IBU auch eine politische Mission?

In unserem Verbandsnetz arbeiten 20 Fachverbände und der Wirtschaftsverband Stahl- und Metallverarbeitung (WSM) zusammen. Über den WSM transportieren wir unsere politischen Themen zum Bundesverband der Deutschen Industrie. An dieser Schnittstelle von Wirtschaft und Politik stehen wir für die mittelstandsbezogenen Themen ein. In der Debatte um die Energiesteuern hat der WSM hier nicht nur gute Arbeit geleistet, sondern auch zu einer Abwehr von ungerechtfertigten Belastungen der produzierenden Wirtschaft beigetragen. Hier ist es wichtig, der Politik zu vermitteln, dass Wirtschaftspolitik nicht nur für Dax-Unternehmen da ist!

Der Vernetzungsgedanke ist in vielen Köpfen vorhanden, scheitert aber oft an den konkreten Taten. Was kann der IBU hier beitragen?

Unsere Verbandsmitglieder bekennen sich ja kraft Status zu dem Slogan: »Gemeinsam mehr erreichen«. Hierauf bauen wir auf, indem wir viel-fältige Angebote zur Unterstützung machen, sei es bei Einkaufskooperationen, Vertriebsstärkung oder gemeinsamen F&E-Projekten. Durch den konkreten Nutzen in einem Projekt kommen die Beteiligten dann auf ganz viele interessante Ideen. Wobei unser Netzgedanke auch ausdrücklich die vertikale Zusammenarbeit mit Kunden, Maschinenherstellern, Tribologen, Werkzeugbauern ebenso einschließt. Kooperation im Netz ist der Anspruch des Industrieverbandes Blechumformung, aber auch unsere Herausforderung.

Erschienen in Ausgabe: 06/2010