Gefragtes Know-how

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Technologische Souveränität und clevere Lösungen bietet die Werkzeugbau Laichingen GmbH ihren Kunden. Bereits seit Jahren setzt das Unternehmen auf Normalien von Fibro. Seit die OEM-Freigaben vorliegen, nutzt der Werkzeugbau Laichingen nun auch das breite Programm an Fibro-Keilschiebern.

13. Oktober 2014

Jedes Mal freut sich Gottlieb Schwertfeger, verantwortlich für Quali-tätsmanagement und Einkauf bei der Werkzeugbau Laichingen GmbH, über den verblüfften Blick seiner Kunden, wenn es gelungen ist, fünf geplante Werkzeugoperationen auf zwei oder drei zu reduzieren.

Rund zehn Jahre ist es nun her, dass das Unternehmen den Trend zu immer dünneren und leichteren Bauteilen, zu hochfesten Werkstoffen bei Strukturteilen und zu neuen Formaten von Außenhautteilen erkannt hat. Seither ist es gelungen, spezielles Prozess-Know-how zu entwickeln und jede Menge Erfahrung zu sammeln.

Für anspruchsvolle Projekte

Immer wieder kommen Mitarbeiter aus Fachabteilungen der Top-Automobilisten und Zulieferer nach Laichingen, um methodisches Neuland zu erschließen. »Wir haben die Erfahrungswerte, wissen worauf es ankommt und können dieses Wissen in neue Projekte einbringen«, berichtet Gottlieb Schwertfeger. Gerade bei der Verarbeitung neuer Materialien sei dieser Erfahrungsschatz wichtig und werde von den Kunden aktiv genutzt.

Spätestens seitdem viele gemerkt haben, dass die Ideenschmiede aus Laichingen effiziente Lösungen hervorbringt, wird das Unternehmen nicht nur als Werkzeuglieferant, sondern immer stärker auch als Entwicklungspartner ins Boot geholt. In der Regel geht es um Folge-, Folgeverbund-, Stufen- und Transferwerkzeuge für Struktur- und Außenhautteile, je komplexer und anspruchsvoller, desto lieber. Gut ausgebildete, langjährige Mitarbeiter, neueste Software und ein moderner Maschinenpark bilden ein solides Fundament für gleichermaßen kreative wie tragfähige Lösungen.

So investiert das Unternehmen aktuell in eine neue Fünf-Meter-Presse, die die Fertigung besonders langer Außenhautteile ermöglicht. »Die Kunden geben das Bauteil und die Grobmethode vor, wir untersuchen es, optimieren nach Möglichkeit die Form und Beschnitte und versuchen Werkzeugoperationen beziehungsweise Material einzusparen«, berichtet Gottlieb Schwertfeger.

Insgesamt beschäftigt die Werkzeugbau-Laichingen-Gruppe an den beiden Standorten Laichingen sowie Leipzig rund 170 Mitarbeiter. Angesichts des hohen Anspruchs an die eigene Leistung verwundert es wenig, dass das Unternehmen großen Wert auf solide Komponenten legt.

Das gilt auch und gerade für die Normalien. Seit über 25 Jahren bereits besteht die Zusammenarbeit mit dem Normalien-Spezialisten Fibro aus Hassmersheim. »Aufgrund seiner Größe und Präsenz bei den OEMs und bei den Normen ist Fibro für uns ein sehr wichtiger Lieferant. Wir bauen unsere Werkzeuge quasi um Fibro-Komponenten herum«, beschreibt Gottlieb Schwertfeger die Partnerschaft.

Dabei spielen vor allem die Liefertreue, die Präzision und Zuverlässigkeit der Komponenten, die Qualität der Beratung und das Preis-Leistungs-Verhältnis eine entscheidende Rolle. »Es kommt immer wieder vor, dass Hersteller zweimal liefern, bis es passt. Das haben wir bei Fibro noch nie erlebt«, so der Einkaufsleiter. »Die Kollegen in der Montage sehen sofort, wenn ein Teil nicht von Fibro ist und reagieren meist skeptisch.« Fehlende OEM-Freigaben lassen jedoch mitunter keine andere Lösung zu. Das habe laut Gottlieb Schwertfeger lange Zeit vor allem für Keilschieber gegolten, bei denen es zu regelrechten Marktverzerrungen gekommen sei.

Keilschieberprogramm

Da immer mehr Fahrzeugteile komplett am Stück gefertigt werden und Werkzeuge mit Längen von fünf Metern keine Seltenheit mehr sind, gewinnen Keilschieber zunehmend an Bedeutung. Umso wichtiger sei es, so Gottlieb Schwertfeger, dass leistungsfähige, aber auch preislich attraktive Komponenten zur Wahl stehen. Erst recht, wenn bei komplexen Werkzeugen der Kostenanteil für die Schieber rund zehn bis 15 Prozent des Gesamtwerkzeugpakets ausmacht. Umso erfreulicher sei es, dass mittlerweile bei den meisten Projekten Fibro-Keilschieber freigegeben sind.

Das standardisierte Fibro-Keilschieberprogramm bietet seiner Ansicht nach dafür die besten Voraussetzungen. Vom voll bestückten High-Volume-Schieber für mehrere Millionen Hübe über die besonders preisattraktive Eco-Line für kleinere Lose, Derivate oder Einzelteile bis zum unbestückten Standardschieber umfasst es über 1200 Varianten mit Arbeitsbreiten bis 1050 Millimeter und deckt sämtliche Qualitätsklassen und Größen ab. Sogar individuell parametrierte Keilschieber sind eine Möglichkeit.

Inzwischen liegen vom größten Teil aller relevanten OEMs Freigaben für die wichtigsten Fibro-Keilschieber beziehungsweise zum Teil sogar für fast das komplette Fibro-Keilschieberprogramm vor, darunter von Daimler, Volkswagen/Audi, Volvo und PSA. Da die wichtigsten Fibro-Keilschieber zu anderen Keilschiebern am Markt kompatibel sind und ohne Konstruktionsänderungen verbaut werden können, profitieren Werkzeugbaubetriebe von einer höheren Flexibilität und neuen Gestaltungsspielräumen.

Online-Konfigurator

Wie bei allen Normalien achtet Fibro auch bei seinem Keilschieberprogramm auf eine konstant hohe Qualität. So werden unter anderem die besonders beanspruchten High-Volume-Schieber komplett am Stammsitz in Hassmersheim gefertigt. Um Konstrukteuren die Suche zu erleichtern, bietet Fibro im Internet (www.keilschieber.fibro.de) einen kostenlosen Keilschieber-Konfigurator an. Acht Klicks zu Winkel, Schieberart, Arbeitsflächenbreite, Arbeitsflächenhöhe, Schieberarbeitshub, Schieberarbeitskraft, Federrückstellkraft und gewünschter Lebensdauer genügen, schon werden alle passenden Schieber angezeigt. Per Direktlink können die CAD-Daten unmittelbar übernommen werden.

Aus Sicht von Gottlieb Schwertfeger machen sich Fibro-Keilschieber sowohl qualitativ als auch wirtschaftlich bezahlt. »Innerhalb eines Jahres, in dem wir die Schieber einsetzten, gab es keine einzige Reklamation. Und wir erhalten die Schieber zu den von Fibro gewohnt fairen Preisen.« Auch im Bereich der Gasdruckfedern schätzt Schwertfeger die intensive Zusammenarbeit: »Während wir früher in Werkzeugen individuell befüllte Gasdruckfedern verbaut haben, fordern Kunden mittlerweile aus Gründen der Produkthaftung unmanipulierte Gasdruckfedern mit fest definiertem Druck«, so der Maschinenbauingenieur.

Sichere Gasdruckfedern

Gasdruckfedern von Fibro werden gemäß ›DGRL97/23/EG‹ produziert und für zwei Millionen voll genutzte Hübe geprüft. Durch eine ganze Reihe spezieller Sicherheitsfeatures gehören sie zu den sichersten Gasdruckfedern am Markt.

Kommt es zu einem Überhub, verklemmt sich ein Werkzeug oder übersteigt der Innendruck den zulässigen Wert, gewährleisten die Schutzsysteme, dass sich die Gasdruckfeder beziehungsweise deren Einzelteile nicht in gefährliche Ge-schosse verwandeln.

Als einer der führenden Anbieter am Markt gewährleistet Fibro für nahezu sein gesamtes Gasdruckfederprogramm, also auch für die kleinen Baugrößen, sämtliche Sicherheitsmerkmale, sprich Überdruck-, Überhub- und Rückhubschutz.

Somit werden die Anforderungen nach dem BAK-Lastenheft für Gasdruckfedern der deutschen Automobilhersteller vollständig erfüllt. Patentierte Führungen minimieren zudem die Reibung und senken die Betriebstemperatur. Auf diese Weise steigt die Lebensdauer der Federn und es lässt sich eine höhere Hubfrequenz realisieren.

Bei Schlauchverbindungen sorgt ein vibrations- und verdrehgesichertes Verbindungssystem für eine besonders hohe Prozessstabilität. Optional lassen sich sowohl das Druckniveau als auch die Temperatur von Fibro-Gasdruckfedern per Funk (Wireless Pressure Monitoring) überwachen.

Mit Hilfe des Online-Konfigurators werden aus den Angaben zu Anfangskraft, Nennhub, Befestigungsart und Außendurchmesser in Sekundenschnelle die relevanten Fibro-Gasdruckfedern ermittelt. Zusätzlich lässt sich die Auswahl anhand der Bauhöhe, der maximalen Kolbengeschwindigkeit, der maximalen Arbeitstemperatur und der Ventilposition eingrenzen. Wer seine Gasdruckfedern nicht direkt bei Fibro, sondern über den Handel bezieht, kann künftig mit Hilfe einer App sicherstellen, dass es sich um Original-Fibro-Gasdruckfedern und nicht um Plagiate handelt.

Erschienen in Ausgabe: 06/2014