Gabel mit Doppelfunktion

TeZet setzt auf wertbewusste Innovation, weil Stillstand Rückschritt bedeutet. Für Neues offen sein, ohne Bewährtes aufzugeben, ist eine altbewährte Devise der TeZet Technik AG.

17. November 2006

Im Falle der neuen Gabelsonde für kontaktlose Messungen von Rohren und Drähten geht die Geschichte bis in die 70er-Jahre zurück, als Homer Eaton erstmals eine Prismasonde entwickelte, und damit die Rohrvermessung nicht nur revolutionierte, sondern auch die kontaktlose Rohrvermessung zum Industriestandard machte. Es genügte, die Prismasonde nur einmal auf eine Rohrgerade zu legen, um auch die Position des Rohres im Raum bestimmen zu können. Nachteilig war, dass sie immer gleichschenkelig auf der Rohrgeraden aufliegen musste.

Für mehrere Durchmesser

Die Entwicklung dieser Messtechnik schritt fort. Gabelsonden ersetzten nun die Prismasonden, da man mit ihnen die industriell wirtschaftlichere Variante hatte. Der Grund ist, dass Messungen mit der Prismasonde für fast jeden Rohrdurchmesser eigene Sonden erfordern. Mit den Gabelsonden hingegen können gleich mehrere Rohrdurchmesser gemessen werden. Allerdings musste eine Rohrgerade von nun an zweimal gemessen werden, um ihre Lage im Raum, sprich in ihrem Koordinatensystem, zu ermitteln. Die Gabelsonden ermittelten den Rohrdurchmesser und Rohrverlauf durch zweimaliges Eintauchen auf einer Rohrgeraden. Der sich in der Mitte der Gabel kreuzende Messstrahl galt rechnerisch als Maßpunkt. An diesem Prinzip hat sich bis heute kaum etwas geändert. Die Sonden sind kompakt, dick, je nach Größe manchmal etwas unhandlich. Aber das Prinzip ist heute immer noch das gleiche.

Die neue Gabel

Für TeZet galt es, den bewährten mathematischen Hintergrund zu bewahren, aber auch aus der jahrelangen Messerfahrung heraus die Prozedur anwenderfreundlicher und vor allem wertbewusster zu machen - in zweifacher Hinsicht. Einmal sollte die neue TeZet-Gabelsonde zierlicher sein, damit sie den heutigen Anforderungen besser entspricht. Und zum anderen sollte es auch für den Benutzer des Messarms leichter sein, sich in einer Rohr-Spezialsoftware auch hinsichtlich der kontaktlosen Messung zurechtzufinden. Mit der traditionellen Form der Gabelsonde kann man nur Rohre messen, die keine Anbauteile besitzen. Nachdem es heute aber kaum noch Rohre ohne Anbauteile gibt, musste der Gedanke nicht nur in menügeführte, anwenderfreundliche Software umgesetzt werden, sondern auch in praktisches Hardware-Design. So ist die TeZet-Gabelsonde eine gelungene Neuentwicklung, die man guten Gewissens als Innovation bezeichnen kann. Sie hat einige Vorteile gegenüber den seit Jahren auf dem Markt befindlichen Gabelsonden anderer Hersteller, mit denen längere Teile auch ohne Messunterbrechung gemessen werden können. Deren Mehraufwand liegt hier dann allerdings in der Software. Ebenso wie der Übergang von der kontaktlosen Messung bisher mit einem Sondenwechsel verbunden war, der allerdings meist ohne Neukalibrierung erfolgen konnte. TeZet hat speziell diese beiden in der täglichen Anwendung wichtigen Funktionen auf ihre Art gelöst, indem sie für diese Anforderungen die Möglichkeit liefert, in der oberen Zusammenführung der beiden Sondenschenkel eine Kontaktsonde einzuschrauben, die so lang ist, dass sie über die beiden Schenkel hinausragt und zudem noch mit einer Rubinkugel bestückt werden kann. Dies ermöglicht es beispielsweise den so genannten ›Bocksprung‹ einfacher auszuführen, um ein Rohrteil, das länger ist als der Arbeitsbereich der Messmaschine, ohne Messunterbrechung und ohne Doppelmessung der letzten, respektive ersten Geraden einfach messen zu können. Es erleichtert dem Benutzer aber auch das unkomplizierte Weitermessen, wenn das Rohr bereits vermessen ist und es an die Anbauteile geht, wie zum Beispiel Ringstücke oder Flansche.

Einfach messen

Das Handling der Sonde ist einfach und anwendungsgerecht. Sie ist leicht, extrem schmal und zierlich. Damit wird es möglich, mit ihr auch an engen Bögen zu messen. Außerdem besitzt sie noch eine sensationell einfache, aber sehr wichtige Innovation: den so genannten Laserpointer. Ein Laserstrahl aus der oberen Zusammenführung der beiden Gabelschenkel zeigt genau an, welchen Punkt die Gabelmessung aufnehmen wird. Dies bedeutet, dass man nicht wie bisher einfach eine Laserlinie über das obere Halbrund des Rohres zeichnet, die damit eigentlich nur bezüglich der Längenposition hilfreich ist. Vielmehr wird es dem Anwender ermöglicht, den eigentlichen Messpunkt zu definieren, der sich im Fadenkreuz der Infrarot-Strahlen befindet. Dieser Laserpointer ist zudem ein- und ausschaltbar. Er hat sich besonders an sehr dünnen Röhrchen wie etwa medizinischen Kanülen bewährt, aber auch an engen Bögen, den so genannten Bogen-in-Bogen-Messungen, bietet er Vorteile.

Software

Das Bewährte behalten, das Neue einbinden. So geschieht es auch in der Rohrspezial-Software von TeZet - TeZetCAD. Eine Rohrsoftware, die sich seit Jahren auf dem Markt bewährt hat und mit übersichtlicher Menuführung dem Anwender die Arbeit erleichtert. Es gibt über einhundert rohrspezifische Funktionen, die ständig den jeweiligen Messproblemen der Anwender entsprechend erweitert werden, wie beispielsweise das von der Industrie geforderte Freiformmessen und das darauf folgende Interpretieren der Rohrdaten. Stillstand wird bei TeZet als Rückschritt definiert. TeZetCAD - eine wertbewusste Innovation - ist durch ständige Weiterentwicklung immer up to date. TeZet finden Sie auf der Euroblech in Halle 11 am Stand G50 von Wafios und in der gleichen Halle auf Stand E05 von Tracto.

Erschienen in Ausgabe: 10/2006