Für Kunden und Mitarbeiter

Und was planen Sie?

Ein herstellereigenes Einlagen-Kreditinstitut – bis dato aus der Automobilwirtschaft bekannt – ist im Maschinenbau weltweit ein Novum. Als Erster der Branche hat Trumpf eine eigene Bank gegründet – die erste Bankgründung in Baden-Württemberg seit dreieinhalb Jahren. Ein Interview mit Harald Völker.

07. Mai 2014
Zur Person Harald Völker ist kaufmännischer Geschäftsführer der Trumpf-Gruppe.
Bild 1: Für Kunden und Mitarbeiter (Zur Person Harald Völker ist kaufmännischer Geschäftsführer der Trumpf-Gruppe.)

Was hat der Kunde davon, wenn er zur Trumpf Financial Services GmbH geht statt zu seiner Hausbank?

Der Kunde bekommt bei uns alles aus einer Hand: Die Maschine und die dazu und zu ihm passende Finanzierung – und das dank der Banklizenz künftig europaweit. Wir kennen den Markt, wir kennen den Kunden und wir kennen unsere Produkte. Wir haben also branchenspezifische Vorteile: Wir sind näher an unseren Kunden als mancher klassische Bankenvertreter, bewegen uns in der Realwirtschaft und sorgen für Investitionen in den deutschen Maschinenbau.

Warum haben Sie gleich eine Universalbank gegründet? Wäre eine Leasing-Gesellschaft nicht einfacher zu gründen gewesen?

Die Leasing-Gesellschaft haben wir schon seit Jahren. Aber mit der stetigen Zunahme regulatorischer Vorschriften im Leasing-Bereich, noch dazu unterschiedlich von Land zu Land, wird das Geschäft von Leasing-Gesellschaften viel schwieriger. Wegen der immer komplizierteren Auflagen haben in den letzten Jahren immer mehr Leasing-Gesellschaften ihre Lizenzen abgegeben. Trumpf hat sich deshalb dafür entschieden, die regulatorischen Verschärfungen vorwegzunehmen und sich mit der Trumpf Financial Services GmbH als Vollbank direkt unter die schärfste Aufsicht zu begeben – die ist einheitlich für die ganze EU.

Mit der Zulassung zur Universalbank kann Trumpf in Zukunft rund um Absatzfinanzierung, Kreditvergabe und Existenzgründung völlig neue Produkte anbieten – nicht nur in Deutschland, sondern europaweit. Denn die Vollbank-Lizenz bringt den sogenannten EU-Passport mit sich, der ein grenzüberschreitendes Dienstleistungsangebot ohne gesonderte Zulassungsverfahren ermöglicht. Wir können die Kunden nun mit Finanzierungslösungen EU-weit in ihre Märkte begleiten. Gleichzeitig machen wir uns selbst unabhängiger von anderen Refinanzierungsquellen.

Was planen Sie über die Finanzierung von Maschinen und Anlagen hinaus?

Trotz der Universallizenz wird die Trumpf-Bank eine Spezialbank bleiben, die mit branchenspezifischem Fachwissen in erster Linie Kunden unseres Hauses anspricht. Zudem werden die Trumpf-Mitarbeiter von der Banklizenz profitieren: Es wird im Laufe des Jahres Tages-, Festgeld- und Sparkonten geben, die über die betriebliche Altersversorgung hinaus attraktive Anlagemöglichkeiten bieten.

Über die Banken einiger Automobilhersteller kann man heute unter anderem auch Immobilien finanzieren. Wird die Trumpf-Bank auch so universell?

Das ist nicht beabsichtigt. Unsere Devise heißt: Wir wollen nahe an unserem Kerngeschäft bleiben – und das sind Werkzeugmaschinen und Laser.

Erschienen in Ausgabe: 03/2014