Für hochfestes Blech

Der Trend geht zum Richten, denn aufgrund der Stahlknappheit haben die Blechverarbeiter zunehmend mit schwankenden Materialqualitäten zu kämpfen.

18. Oktober 2005

Arku aus Baden-Baden bietet die komplette Band­breite an Richtmaschinen an. Von der Teilerichtmaschine für Blechstärken zwischen 0,1 und 50 mm über Präzisionsrichtmaschinen für Bandanlagen bis zur Hochleistungsrichtmaschine für den Einsatz in Servicecentern.

Schwankende Materialqualitäten

Richtmaschinen erfüllen zwei Hauptaufgaben. Zum einen sollen sie dem Blech, oder besser gesagt dem Produkt, Ebenheit verleihen. Zum anderen stellen sie - in Line gestellt - die Verfügbarkeit einer Produktionsanlage sicher, indem Coils prozesssicher zugeführt oder Werkzeuge geschont werden. Richttechnik von gestern hält mit den neuen Heraus­forderungen, denen sich die Blechverarbeiter von heute stellen müssen, aber nicht mehr Schritt. Aufgrund der Stahlknappheit haben Blechverarbeiter verstärkt mit schwan­kenden Materialqualitäten zu kämpfen. Zudem stellen neue Materialien, wie zum Beispiel hochfeste Stähle, auch neue Anforderungen an die Richttechnik.

Trend zum Richten

Wo etwa vor zwei Jahren mit einfachen Richtmaschinen noch zufrieden stellende Ergebnisse erzielt wurden, wird heute nach hochwertigem Ersatz gesucht, um die gewohnten Blechqualitäten durch den Richtprozess wieder zuverlässig herzustellen. Die Arku Maschinenbau aus Baden-Baden berichtet gerade von einem weiteren Auftrag über den Austausch einer vorhandenen Hochleistungsrichtmaschine. In letzter Zeit kein

Einzelfall für den badischen Richtmaschinenspezialisten. Denn Arku verspürt mit den gestiegenen Leistungsansprüchen eine ­zunehmende Nachfrage nach hochwertigen Richtmaschinen.

Durch Richtmaschinen werden Verspannungen im Material gelöst, bis eine gute Ebenheit erreicht ist. Dabei ist es wichtig, dass so viel Kraft von den Richtwalzen auf das Material übertragen wird, dass es sich während des Richtprozesses in den elastisch-plastischen Bereich begibt. Dies wird durch kleine Walzendurchmesser und eine enge Teilung (Abstand der Richtwalzen im Verhältnis zu ihrem Durchmesser) erreicht.

Neue Stahlsorten Erfordern hochwertige Richtmaschinen

Doch je größer die Kräfte werden, die zum Richten des Materials benötigt werden, desto größer müssen auch Richtwalzen und Teilung gewählt werden. Hier kommen wieder die veränderten Stahlsorten ins Spiel. Bei hochfesten Werkstoffen oder Federstählen sind große Richtkräfte bei relativ kleinen Walzendurchmessern notwendig, damit das Material den elastisch-plastischen Bereich erreicht.

Die Kunst hochwertiger Richtmaschinen ist es, dieses Dilemma zu lösen, indem hohe Kräfte auf engem Raum übertragen werden, etwa durch eine gute Abstützung der Richtwalzen, die Anordnung der Richtwalzen im Block, den Antrieb aller Richtwalzen oder moderne Antriebskonzepte.

Andreas Hellriegel

Erschienen in Ausgabe: 10/2005