Für den Ernstfall gerüstet

Damit Steinschläge oder Muren möglichst wenig Schaden anrichten, sind an vielen Hängen Schutzsysteme von Trumer angebracht. In der Fertigung setzt der österreichische Hersteller nur auf ausgewählte Technik – etwa auf Schweißtechnik von Fronius.

18. September 2019
Für den Ernstfall gerüstet
Minimieren weltweit die Folgen von Steinschlägen und Murenabgängen: Schutzverbauungen des österreichischen Herstellers Trumer. (Bild: Fronius)

Erst ist nur ein surrendes Geräusch zu hören, dann trifft ein tonnenschwerer Stein ohne Vorwarnung einen Fahrzeuganhänger und durchschlägt ihn fast ungebremst mit einem lauten Knall. Danach kehrt Stille ein – und von dem Gefährt ist nicht mehr viel übrig. Bei diesem von einer Videokamera festgehaltenen Albtraum jedes Auto- oder LKW-Fahrers handelt es sich zum Glück nur um ein Experiment, das auf einem Testgelände am steirischen Erzberg mit einer Schrägwurfanlage und eines ausgemusterten Caravans durchgeführt wurde.

Zweck dieser von Trumer errichteten Anlage ist die Prüfung und Zertifizierung von Schutzverbauungssystemen, die genau solches Geschehen verhindern sollen. Das 1991 gegründete Unternehmen aus der Nähe von Salzburg hat 2008 den damals weltweit stärksten Zaun für den Schutz vor Steinschlägen auf den Markt gebracht. Er ist in der Lage, einen 13 Tonnen schweren Stein, der mit 100 Kilometern pro Stunde einen Hang herab rollt, zu stoppen, ohne zu reißen. Das Schutzsystem kann so auch noch nachfolgende Geröllmassen aufhalten. In der Regel werden diese Zäune für den Schutz von Straßen und Schienen in bergigen Regionen, aber auch in Minen eingesetzt. Sie sind mittlerweile in fast jedem Land der Erde von Russland über Kanada bis Nepal zu finden.

25 Jahre Nutzungszeit

Hauptbestandteile der modularen Trumer-Steinschlagschutzsysteme sind Stahlseilnetze, Stahlstützen, Trag- sowie Verankerungsstahlseile und Bremselemente. Zwischen den Stahlstützen, die bauseitig über Bodenplatten mit Bodenankern verbunden werden, sind Seile gespannt, die frei durch Führungen an den Trägern laufen und an beiden Enden jeweils mit Bremselementen gekoppelt und im Boden verankert sind. Die Seile bieten Stahlnetzen mit omega-förmigen Maschen Halt zwischen den Stützen.

Die Konstruktion ist so ausgeführt, dass sich die Netze vormontieren und wie ein Vorhang verschieben lassen. Das erleichtert nicht nur den Aufbau des Systems, sondern vereinfacht auch Wartungsarbeiten wie das Räumen des Bereichs oberhalb des Schutzsystems. Abspannungen, Stützen und Verstärkungen sorgen für zusätzliche Stabilität. Die Schutzsysteme müssen nicht nur im Ernstfall extremen Belastungen standhalten, sondern auch 25 Jahre im Gelände überstehen. Entsprechend hoch sind die Maßstäbe, die Trumer an den gesamten Produktionsprozess legt.

Stahlbauteile nach EXC 2

»Wir sind nach der EN 1090–2 zertifiziert und fertigen die tragenden Stahlbauteile gemäß der Ausführungsklasse 2«, erläutert Daniel Jäger, langjähriger Betriebsleiter bei Trumer Schutzbauten. »Etwa 30 bis 40 Prozent des Fertigungsaufwands im Stahlbau entfallen auf das Schweißen, wobei wir nur manuell arbeiten.« Insgesamt hat das Unternehmen am Produktionsstandort sieben Handschweißarbeitsplätze eingerichtet und diese durchgängig mit Schweißtechnik von Fronius ausgestattet. »Schon unser erstes Schweißgerät war von Fronius«, blickt Jäger zurück. Trumer setzt bei allen Werkzeugen auf Premiumhersteller.

Generationsübergreifend hohe Nahtqualität

Trumer hat drei verschiedene Gerätegenerationen in Betrieb – vom Typ ›TPS 330‹ bis zur MIG/MAG-Schweißgeräteplattform ›TPS/i‹. »Mit allen Lösungen können wir die hohe Schweißnahtqualität zuverlässig realisieren, die für unsere sicherheitsrelevanten Stahlsysteme unabdingbar ist«, fasst Jäger seine jahrzehntelangen Erfahrungen zusammen.

»Fronius gelingt es immer wieder, Innovationen auf den Weg zu bringen, die uns das Leben deutlich leichter machen.« Dazu zählt er beispielsweise die einfache Bedienung der TPS/i über ein berührungssensitives Display, die auch mit einem Schweißhandschuh funktioniert. »Das Bedienkonzept greift das der Vorgängergenerationen auf, sodass sich Schweißer, die bereits mit Fronius-Maschinen gearbeitet haben, schnell zurechtfinden«, so Jäger.

Vorbildlich ist für den Produktionsfachmann auch, wie einfach und bequem sich bei der TPS/i Daten wie etwa die aufgelaufenen Betriebsstunden abrufen lassen – bei Bedarf auch über Fernabfrage. Besonders schätzt Jäger die verschiedenen Rohrbogenlängen und -winkel, die Fronius für den Handschweißbrenner der TPS/i-Plattform anbietet, sowie dessen Kugelgelenk. Damit lässt sich der Brenner optimal an die Anforderungen und Vorlieben der Schweißer anpassen. Angesichts dieser Vorteile hat Trumer auch die älteren Geräte vom Typ ›TPS 4000‹ und ›TPS 5000‹ auf den neuen Handschweißbrenner ›MTB 500i W ML‹ und das Schlauchpaket ›MHP 500i W ML‹ umgerüstet.

Eingebaute Zuverlässigkeit

Auch bei Verfügbarkeit und Service kann sich Trumer voll auf Fronius verlassen. »Die Praxis zeigt, dass es am ehesten dann Probleme gibt, wenn bei vollen Auftragsbüchern unter Hochdruck gearbeitet wird und die Geräte fast ohne Pause im Einsatz sind«, gibt Betriebsleiter Jäger zu bedenken. »Hier kommt uns nicht nur die hohe Zuverlässigkeit der Fronius-Geräte entgegen, sondern auch die Reaktionsgeschwindigkeit des Kundendienstes, der in der Regel schnell vor Ort ist, Reparaturen zeitnah durchführt und bei Bedarf auch ein Leihgerät bereitstellt.« So ist sichergestellt, dass die Schweißarbeiten auch bei Hochbetrieb ohne Unterbrechungen weiterlaufen können.

Der Betriebsleiter fühlt sich daher mit Fronius an seiner Seite auch für zukünftige Projekte wie die Entwicklung und den Bau stärkerer Steinschlagverbauungen bestens gewappnet. »Wir bleiben Fronius weiter treu, weil die Geräte, der Service und die Innovationskraft des Unternehmens keine Wünsche offen lassen.«