Für alle Fälle

Draht/Gewindewalzen

Wo Elektroleitungen verlegt werden müssen, da ist Obo Bettermann nicht weit. Mehr als 30000 Artikel für die elektrotechnische Infrastruktur in Gebäuden hat das Sauerländer Familienunternehmen im Sortiment.

01. März 2012

Am Stammsitz von Obo Bettermann in Menden befindet sich auch die eigene Drahtverarbeitung. 3000 unterschiedliche Produkte in mehr als 800 verschiedenen Teilegeometrien werden hier gefertigt, größtenteils als Komponenten für die Obo-Systeme. Sämtliche Fertigungsstufen ab Coil werden hier abgebildet. In der Gewindewalzerei laufen alleine elf Rund- und Flachbackenwalzmaschinen im Dreischichtbetrieb.

Herzstück dieser Abteilung, die eine kleine Fabrik in der Fabrik ist, ist eine Flachbacken-Gewindewalzmaschine AF 101 von E. W. Menn. »Diese Maschine erweitert unsere Möglichkeiten im Bereich Gewindefertigung von M6 bis M12 ganz wesentlich und ist dank einer speziellen Zuführung auch in der Lage, kopflose Teile zu verarbeiten«, erklärt Stefan Prumbaum, Leiter der Drahtverarbeitung.

Er ›durfte‹ bei dieser Gelegenheit die gesamte Drahtverarbeitung ›umbauen‹. Der Workflow im Fertigungsprozess sollte weiter optimiert und den Jahr für Jahr gestiegenen Stückzahlen angepasst werden. Die Gewindewalzerei zog dafür in eine andere Halle um. Basis der EWMenn-Anlage ist die Flachbacken-Gewindewalzmaschine, die mit umfangreichem Sonderzubehör und Zusatzfunktionen speziell auf die Anforderungen von Obo Bettermann ausgelegt wurde.

»Wir setzen aus Prinzip nicht nur auf einen einzigen Hersteller bei unseren Anlagen«, erklärt Stefan Prumbaum, »aber wenn es um individuelle Lösungen geht, kommt man an E. W. Menn kaum vorbei.«

Auffälligstes Merkmal ist die Kompletteinhausung, die die Maschine inklusive Schwingförderer und Zuführung abkapselt. Darin befindet sich die immer noch modernste Gewindewalzmaschine von Obo-Bettermann.

Die AF 101 ist unter anderem ausgestattet mit einer hydraulischen Backenkorbklemmung, elektrischer Verstellung der Schaftlänge und Einstellung der Gewindeübereinstimmung im laufenden Betrieb per Knopfdruck. Vorarbeiter Christof Grosch ist begeistert: »Umrüsten, Kontrolle und Optimierung während des Walzprozesses sind mit dieser Maschine wirklich einfach. Das spart viel Zeit. Einmal eingerichtet, läuft die Maschine absolut störungsfrei mit beeindruckender Präzision.«

Für Stefan Prumbaum ist vor allen Dingen die Flexibilität der Maschine der Entscheidungsgrund für EWMenn gewesen. Neben dem breiten Bereich an Schaftlängen und -durchmessern, die auf der Gewindewalze bearbeitet werden können, hat ihn das elektronische Zuführsystem mit Orientierungsgerät für kopflose Rohlinge überzeugt. Selbst bei hohen Stückleistungen arbeite das System von Anfang an absolut zuverlässig, berichtet er. Zudem wurde die Maschine mit einem Hebe-Kipp-Gerät versehen, über den via Vibrationsrinne sowohl der Schwingförderer als auch das elektronische Zuführsystem für die kopflosen Teile beschickt werden.

Große Durchmesser und höhere Materialgüten

Schon nach wenigen Wochen war die AF 101 bei Obo Bettermann ein zentraler Bestandteil der Drahtverarbeitung geworden. Mit den kurzen Rüstzeiten und der hohen Stückleistung der Maschine auch bei großen Durchmessern und höheren Materialgüten produzierten Stefan Prumbaum und sein Team schon viele Teile auf der ›Neuen‹, die vorher auf anderen Maschinen liefen. Die imposante Zahl von rund 850 Millionen verarbeiteten Presslingen oder umgerechnet 2200 Tonnen verarbeitetem Material im Jahr 2010 dürfte mit der neuen E.-W.-Menn-Anlage 2011 abermals getoppt worden sein.

Wire Halle 15, Stand E42

Erschienen in Ausgabe: 04/2011