Fünf Jahrzehnte Kampf gegen Rost

50 Jahre BBR/Unternehmen

Mitte des 19. Jahrhunderts entstanden in Deutschland die ersten Feuerverzinkereien. Damals erfolgte das Feuerverzinken als rein handwerkliche Tätigkeit in kleinen Familienbetrieben.

07. Dezember 2010

Die ersten Feuerverzinkereien in Deutschland entstanden in der Mitte des 19. Jahrhunderts. Damals erfolgte das Feuerverzinken als rein handwerkliche Tätigkeit in kleinen Familienbetrieben. Verzinkt wurden leichte Blechwaren wie Wannen, Eimer und Kannen. Erst in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts entwickelte sich das Feuerverzinken zu dem bedeutenden industriellen Korrosionsschutzverfahren, das es heute ist. Einen nicht unbedeutenden Anteil daran hat der Industrieverband Feuerverzinken, dessen Gründungsdatum auf das Jahr 1958 zurückgeht.

Die Ziele der Verbandsgründung waren neben dem Aufbau einer verbandspolitischen Dachorganisation als Interessenvertretung die Entwicklung neuer Anwendungsfelder für das Feuerverzinken und die Schaffung der technischen Voraussetzungen dafür. Die sich zu dieser Zeit abzeichnende Verdrängung feuerverzinkter Blechwaren durch Kunststoffprodukte und das Abflachen des Nachkriegsbooms im Bausektor waren Herausforderungen, denen man besser als Branche in einem Verband, denn als Einzelunternehmen begegnen konnte. Es galt einerseits neue Märkte zu erschließen und andererseits die bisher eher handwerklich betriebenen Anlagen auf industrielle Fertigungsmethoden umzustellen. Schon zur Gründungszeit standen also Themen wie Branchenmarketing, damals noch Gemeinschaftswerbung genannt, sowie technische Fragestellungen im Vordergrund der Verbandsarbeit. Dies ist prinzipiell bis heute so geblieben. Der Industrieverband Feuerverzinken ist noch immer Motor und Katalysator für Veränderungen in der Branche egal, ob sie den Bereich Markt oder Technik betreffen.

»Die deutsche Feuerverzinkungsindustrie hat in den letzten 50 Jahren mehr als 45 Millionen Tonnen Stahl stückverzinkt«, erklärte Gerd Deimel, Hauptgeschäftsführer des Industrieverbandes Feuerverzinken, auf der Jubiläumspressekonferenz des Industrieverbandes Feuerverzinken und ergänzt: »Als Korrosionsschützer leisten wir einen nicht unbeträchtlichen Beitrag zur Erhaltung von Werten. Unsere Branche ist klein, aber von großer volkswirtschaftlicher Bedeutung. 50 Jahre Industrieverband Feuerverzinken bedeuten 50 Jahre im Kampf gegen den Rost.«

Heute verzinkt die Branche 1,4 Mio. Tonnen Stahl pro Jahr ein Vielfaches mehr als zu Zeiten der Verbandsgründung. Verzinkungsbäder sind auf eine Länge von bis zu 20 Metern angewachsen und komplexe Stahlbaukonstruktionen oder anspruchsvolle Bauteile für den Fahrzeugbau bestimmen heute das Tagesgeschäft. Klassische Blechwaren von früher sind nur noch ein nostalgisches Nischenprodukt. Die mittelständische Feuerverzinkungsbranche feierte am 23. Oktober 2008 in Berlin das 50-jährige Jubiläum ihres Verbandes, der auch zukünftig alle Prozesse der Veränderung in der Branche maßgeblich mit begleiten wird.

»Die mittelständisch geprägte Feuerverzinkungsindustrie benötigt auch weiterhin einen starken Verband, der branchenübergreifende Technik-, Weiterbildungs- und Marketingleistungen übernimmt«, kommentiert Deimel die Bedeutung des Industrieverbandes Feuerverzinken für die Verzinker.

Erschienen in Ausgabe: 06/2010