Frachtsicherung im LKW-Verkehr

IGM-Schweissroboter sorgen für eine zuverlässige Hesterberg-Verschliess- und Aufbautechnik und leisten somit einen Beitrag für mehr Sicherheit. Wie das Unternehmen F. Hesterberg seinen Schweissroboter genau einsetzt, klärt diese Anwenderreportage von Peter Springfeld.

08. Juni 2007

Jeder, der einen Beitrag zur Sicherheit im Lkw-Verkehr leistet, erhöht, neben der eigentlichen Selbstverständlichkeit von Rücksicht und Unfallvermeidung, auch den wirtschaftlichen Aspekt des Frachtverkehrs auf der Straße. Unfallfreier Verkehr ist die Voraussetzung zur Pünktlichkeit. Fracht, die von der Ladefläche fällt, kostet Geld, verursacht Material- und oft genug auch Personenschäden. Unter diesen Aspekten tragen innovative und hochqualitativ gefertigte Aufbauten und Verschließsysteme für große und kleine Lastkraftwagen sowohl zu einem sicheren als auch zu einem wirtschaftlichen Transport bei.

Ein igm-Roboter sorgt in der F. Hesterberg & Söhne GmbH & Co. KG für eine konstant hohe Qualitätsfertigung von innovativer Verschließ- und Aufbautechnik von Nutzfahrzeugen. Die Entwicklung von Verschließsystemen und Aufbautechnik für Nutzfahrzeugbau begann bei Hesterberg im Jahr 1960. Seitdem entwickelte sich das Unternehmen in Ennepetal in diesem Bereich zu einem Vollsortimenter.

Raffinierte Systeme

In der offensichtlich guten Zusammenarbeit von Vertriebsingenieuren, Entwicklungsingenieuren, Konstrukteuren und Fertigungsspezialisten entsteht ständig Neues. »Zu jenen Beispielen«, erläutert Stefan Breme, Leiter Technik, »gehört unter anderem der innovative Hestal-Lift-Master 770. Diese mechanisch betätigten Rungen ermöglichen auf denkbar einfache Weise, das Dach um maximal 500 Millimeter anzuheben. Dieses Anhebevermögen brauchen die Spediteure zum Beladen von Ladegut, das bis unters Dach reicht. In solchen Fällen zählt dann wirklich jeder Zentimeter, denn die maximale Außenhöhe eines Lkw in Deutschland darf 4.000 Millimeter nicht überschreiten. Wenn unter diesen Bedingungen eine lichte Ladehöhe von 3.000 Millimeter gefordert wird, muss man sich jeden Höhenzentimeter erarbeiten. In anderen Fällen lassen sich mithilfe der Liftsysteme Lkw-Dachplanen absenken, um den Fahrwiderstand zu reduzieren. «

Automatisierte Fertigungsprozesse

»Wenn unsere Produkte«, erläutert Bernhard Migchielsen, Leiter Fertigung bei Hesterberg, »auf dem Markt zu Recht zu den stabilsten und zuverlässigsten zählen, so spiegelt sich in diesem guten Ergebnis auch das Engagement der Fertigungsspezialisten für die rechtzeitige Nutzung von innovativer Fertigungstechnik wider. Dazu gehört auch der langjährige Einsatz von Schweißrobotern.« »

Unseren ersten Schweißroboter von igm«, erinnert sich Stefan Breme, »bekamen wir 1992. igm hatte uns das beste Preis-Leistungs-Verhältnis geboten. Vor fünf Jahren kam ein weiterer igm-Roboter in unsere Fertigung. In all den Jahren hat sich die Zusammenarbeit zwischen igm und uns bestens bewährt. Die Schweißroboter arbeiten zuverlässig, sicher und erzeugen eine beständig hohe Qualität der Schweißnähte. Dennoch reifte der Zeitpunkt für eine Ersatzinvestition heran. 2004 kauften wir den abgebildeten Schweißroboter. «

Herz der Rungenschweissanlage

Die Automatisierung von Fertigungsprozessen gehört zu den wirksamsten Strategien, die sowohl die Produktivität erhöhen als auch für eine beständig hohe Qualität sorgen. Ihr wirtschaftlicher Einsatz ist jedoch von bestimmten Stückzahlen abhängig. »In der Roboterzelle «, erwähnt Stefan Breme, »schweißt der abgebildete igm-Roboter 600 und 800 Millimeter lange Rungen. Diese Produkte umfassen etwa 90 Prozent unserer Gesamtklapprungenproduktion. «

»Das Besondere an dieser Schweißzelle«, so Bernhard Migchielsen, »ist die Zusammenarbeit zwischen Mensch und Maschine. Es handelt sich hier um eine Automatisierung eines wichtigen Teilschritts innerhalb von weiteren manuellen Fertigungsstufen.« Mit solchen, sehr wirtschaftlich zu realisierenden Teilautomatisierungsschritten lässt sich eine ganze Reihe von Produktivitätsverbesserungen in der Klein- und mittelständischen Industrie erzielen.

Die igm-Roboter gibt es in allen Automatisierungsstufen für unterschiedliche Einsatzfälle. Mit einer Tragfähigkeit von 10 bis 15 Kilogramm sind sie für alle berührungsfreien Schweiß- und Schneidverfahren ausgelegt. Mit der engen Toleranzbreite von nur ± 0,1 Millimeter bieten sie eine hohe Wiederholgenauigkeit. Zum Haupteinsatzgebiet gehören MIG/MAG-Schweißverfahren, die in einem weiten Spektrum genutzt werden: Das erstreckt sich vom Einzeldraht bis zum Tandem-Prozess, von Stahl bis zu Aluminium, von sandgestrahlten bis zu geprimerten Blechen. Je nach Material und Blechdicke lassen sich igm-Roboter mit weiteren Verfahren, wie zum Beispiel MIG- und Plasma-Löten oder Plasmaschweißen kombinieren.

Beim abgebildeten Exemplar handelt es sich um einen RTi 2000 Roboter in stehender Ausführung. Wie alle igm-Roboter besitzt er sechs Rotationsachsen. Man kann ihn stehend oder hängend montieren. Zu den besonderen praxiswirksamen Vorzügen gehört die auf die Lichtbogenschweißung ausgerichtete konstruktive Gestaltung: Alle für die Schweißung notwendigen Medien werden durch die Hohlwelle in der Handachse geführt. So kann der Brenner problemlos zwei Umdrehungen vollziehen. In der Praxis ergeben sich aus dieser Konstruktion wesentliche Vorteile bei der Zugänglichkeit an engen Werkstücken sowie bei kreisförmigen Nähten. Als sehr nutzerfreundlich hat sich darüber hinaus die Integration des Kollisionsschutzes in die Brennerhandachse bewährt. Eine Kollision zieht sofort eine Sicherheitsabschaltung nach sich. Bei Hesterberg schweißt der RTi 2000 Roboter im MAG-Schweißverfahren die Hauptfestigkeitsnähte in gleichbleibend hoher Qualität.

Durch das präzise Einspannen der Schweißteile findet der Roboter sofort den exakten Anfang, ohne Suchsysteme. Wer jedoch für andere Aufgaben Suchsysteme braucht, bekommt sie von igm aus einer Hand. Dazu gehört beispielsweise der innovative iLS-Sensor. Dabei handelt es sich um einen kompakten Lasersensor, der Kanten sucht und Spalten vermisst. Insbesondere für Überlapp- und Stoßnähte bei Dünnblechen ab 0,7 Millimeter eignen sich diese iLS-Sensoren. Mit nur einer Suchfahrt stellen sie die räumliche Abweichung der aktuellen Werkstückposition fest. Aufgrund der hohen Suchgeschwindigkeit und der Tatsache, dass sie bei einer Suchfahrt sowohl Höhen- als auch Seitenpositionen detektieren, lassen sich im Vergleich zu herkömmlichen taktilen Suchverfahren Nebenzeiten einsparen. In konsequenter Ausrichtung auf die Werkstattpraxis lassen sich solche iLS-Sensoren vom Programmierhandgerät aus programmieren.

Geprüfte Qualität

Die Bediener der Rungenschweißanlage, die in versetzter Schicht von 6:00 bis 18:00 Uhr arbeiten, sind ausgebildete Schweißfachleute. Sie prüfen gleich beim Entnehmen die Qualität der Fertigteile und regeln im Bedarfsfall nach.

»Solche Korrekturen der programmierten Schweißbahnen werden allenfalls notwendig, wenn sich die Toleranzen der verschiedenen Schweißteile, die von unterschiedlichen Zulieferern geliefert werden, ungünstig addieren. Das problemlose Ändern von Nahtverläufen «, betont Bernhard Migchielsen, »verdanken wir der innovativen igm-Steuerung. Die einfache, werkstattgerechte und damit auch schnell durchzuführende Programmierung der Schweißprozesse ermöglicht nämlich auch schnelle Programmänderungen. Wenn man beispielsweise einen Schweißschritt korrigieren will, muss man sich im Ablaufprogramm nur den Schritt suchen und ihn wunschgemäß verändern. Vorteilhafterweise bleibt damit die hohe Flexibilität der manuell ausgerichteten Fertigung erhalten.«

»Zu den Vorzügen des igm- Service«, erwähnt Bernhard Migchielsen weiter, »gehört, dass er Probleme schnell löst. Neben den optischen Prüfungen der Schweißnähte durch unsere Schweißfachleute testen wir unsere Produkte nach anspruchsvollen, hauseigenen Prüfverfahren, sodass wir unseren Kunden Qualitätsprodukte anbieten.«

Bernhard Migchielsen fährt fort: »Die Praxis bestätigt uns unsere Qualitätsfertigung mit einer gegen null laufenden Reklamationsrate.«

Erschienen in Ausgabe: 04/2007